Teilerwerbsminderungsrente beantragen oder Stunden selber reduzieren?

von
Bea

Mir schwirrt der Kopf. Soviel habe ich schon gelesen, aber ich weiß immer noch nicht, was für mich besser ist. Und richtige Antworten kann mir keiner geben.
Ich bin 58 und öfter krank. Mein Arbeitgeber hat mich auch schon zu einem Gespräch gebeten, um zu erfahren, wie es weitergehen soll oder ob ich nicht die Rente beantragen will.
Aus der Reha gekommen und von meinen Ärzten wurde mir vorgeschlagen, Teilerwerbsminderungsrente zu beantragen, da ich nur noch 3 bis unter 6 Stunden arbeiten kann.
Jetzt habe ich meine Rentenauskunft bekommen. Aber mir ist immer noch nicht ganz klar, was für mich besser ist - soll ich den Antrag stellen oder ist es besser für mich und meine spätere Rente, dass ich die Stunden selber auf ca. 30 Stunden reduziere? Wenn ich die Teilerwerbsm.-R. kriegen würde, wäre das ja die Hälfte - und davon werden noch Krankenkasse und Pflegevers. abgezogen, außerdem auch noch 10,8 %. Dann dürfte ich ja auch noch dazuverdienen.
Oder ist es besser, selber auf 30 Stunden zu reduzieren, damit die Rentenpunkte weiter steigen und ggf. falls das dann nicht klappt, die Rente später zu reduzieren. Bei den örtl. Rentenauskunftsstellen bekomme ich frühestens in 3 Monaten einen Termin - ich muss aber jetzt wieder anfangen mit der Wiedereingliederung.
Für Antworten wäre ich super Dankbar.

Experten-Antwort

Hallo Bea,
die Arbeitszeit (und den Verdienst) "einfach so" zu reduzieren, hat für Sie zunächst folgende Nachteile:
- geringeres KG falls sie erneut erkranken
- geringeres AloGeld, falls die Beschäftigung beendet wird.
Außerdem ist eine Arbeitszeitreduzierung keine Garantie dafür, dass ein anschließender Rentenantrag zur gewünschten Rentenbewilligung führt. Daher würde ich die Arbeitszeitreduzierung zurückhaltend bewerten.
Eine Rentenantragstellung (begrenzt auf Teilerwerbsminderungsrente) kann da zielführender sein, da man anschließend weiß ob Rente gezahlt wird oder nicht. Arbeitszeitänderungen sind dann anders kalkulierbar, insbesondere die finanziellen Konsequenzen.
Auch volle Erwerbsminderung kann beantragt werden. Hier wären mögliche Auswirkungen auf arbeitsrechtlicher Seite zu berücksichtigen. Häufig führt die Bewilligung einer vollen Erwerbsminderungsrente zum Ruhen bzw. zur Beendigung eines bestehenden Beschäftigungsverhältnisses. Ist dies nicht gewünscht, so kann man seinen Antrag auf "nur die Teilerwerbsminderungsrente" begrenzen.