Teilhabe am Arbeitsleben

von
Katrina

Hallo! Also kurz zur Vorgeschichte: wegen Panikattaken voriges Jahr 8 wöchiger stationärer Aufenthalt; aufgrund der dort festgestellten Diagnosen (Persönlichkeitsstörung, soziale Phobie, mittelgradig depressive Episoden, Angst- und Panikstörung) ein paar Monate später dann noch Tagesklinikaufenthalt. Zwischenzeitlich habe ich mich immer gesund schreiben lassen, da ich hoffte, dass die Agentur für Arbeit mir eine Umschulung bewilligt, da ich mit meiner psychischen Problematik meinen Beruf nicht noch länger ausüben kann, da ich mich in diesem schon 11 Jahre lang durchgequält habe, was zur psychischen Problematik erheblich beigetragen hat. Werde auch nicht mehr im alten Beruf vermittelt(nach Untersuchung beim Arzt des Arbeitsamtes), aber es gibt für mich laut Vermittlerin auch keine Umschulung da ich die Vorraussetzungen nicht erfüllen würde, also werde ich als Hilfsarbeiter, Verkäufer und dergleichen vermittelt. Anfang des Jahres dann eine medizinische Reha, da ich die 15 Beitragsjahre noch nicht ganz voll habe und nur so an eine berufliche Reha ran komme. Bin gesund entlassen, da ich gesund gekommen bin. Psychologe dort meinte im Abschlußgespräch dass im Entlassungsbericht stehen wird, dass mir eine Teilhabe am Arbeitsleben empfohlen wird. Wie sehen Sie meine Chancen dass es klappt? Habe wahnsinnig Angst dass ich komplett abrutsche, da mir nur noch 2 Monate Arbeitslosengeld zustehen und ich danach ArbeitslosengeldII beantragen muss(und das nur weil ich jetzt warten muss und nicht mal weiß ob es wirklich Erfolg hat), aber die Bearbeitung meines Antrages wird eben auch noch so lange dauern. Was mach ich wenn der Antrag zur Teilhabe am Arbeitsleben abgelehnt wird (von der Rentenversicherung)? Dann wäre das Arbeitsamt dafür zuständig? Aber dort wurde mir ja jetzt schon die ganze Zeit gesagt dass es für mich nicht möglich ist! Können beide Stellen ablehnen? Und dann? War es falsch mich immer wieder gesund schreiben zu lassen, bin ich deshalb jetzt nicht `krank`genug und dadurch irgendwelche Nachteile? Da mir langsam die Decke auf den Kopf fällt und ich sehr wenig Alogeld bekomme würde ich zumindest gern eine geringfügige Beschäftigung ausüben, das traue ich mir durchaus zu, bis eine Entscheidung gefallen ist. Wird auch dies evtl negativ bewertet? So nach dem Motto wie vom Arbeitsamt: "sie können doch noch in anderen Bereichen arbeiten, also brauchen sie auch keine Umschulung..."

von
Bumblebee

Hallo Katrina

Warum hat die AFA so entschieden?

Hast du bei der AFA einen Antrag schriflich gestellt und hast du eine Schriftliche Ablehnung erhalten? Dein SB bei der AFA kann dir nähmlich alles erzählen geprüft wird dass aber an einer ganz anderen stelle

Hast du wiederspruch eingelegt?

Die DRV übernimmt die Leistungen für eine LTA nur :

Wenn du 15 Jahre eingezahlt hast,

Im anschluss einer Med. Reha um das Gesamtziel der Wiedereingliederung zu erreichen

Oder wenn ohne eine Umschullung eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit zu zahlen währe.

Wenn die DRV nicht zuständig ist kann sie den Antrag an die AFA weiterleiten. Ich habe aber die erfahrung gemacht das dass nicht immer einwandfrei Funktioniert. Du kannst sicherheitshalber bei der AFA auch nochmal ein Antrag stellen.

von
Nix

Sie können Ihren alten Beruf nicht weiter ausüben, da dies nur mit gesundheitlichen Einschränkungen möglich ist.
Wenn das auch aus dem Entlassungsbericht der medizinischen Reha hervorgeht, steht nichts im Wege, eine Umschulung oder irgendeine andere Ihrer Qualifikation entsprechende Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben über den RV-Träger bewilligt zu bekommen,

Warten Sie einfach mal ab, bis der Entlassungsbericht dem RV-Träger vorliegt und von diesem ausgewertet wird.
Ich würde da an Ihrer Stelle nach der Reha alle 2 Wochen anrufen und nachfragen, ob der Entlassungsbericht vorliegt.

Dann wird dieser dem Fachberater für Rehabilitation vorgelegt und dieser lädt Sie ein zu einem Beratungsgepräch.
Hier bespricht man dann das weitere Vorgehen mit Ihnen.
Eine weitere Ablehnung durch den RV-Träger erscheint mir aufgrund Ihrer Schilderung - Psychologe: Teilhabe empfohlen - erscheint mir eher unwahrscheinlich.

Viele Grüße
Nix

Viele Grüße
Nix

Experten-Antwort

Hallo Katrina,

bitte setzen Sie sich mit der Rehabilitationssachbearbeitung Ihres Rentenversicherungsträgers in Verbindung. Die Sachbearbeitung wird erst bei Eingang des Entlassungsberichtes aus der medizinischen Reha zu der Frage einer Teilhabe am Arbeitsleben für Sie Stellung nehmen können. Bis dahin müssten Sie sich bitte gedulden. Sofern sich Leistungen/Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation bestätigen, können Sie dann um einen kurzfristigen Termin beim Rehablitationsberater bitten. Ggf. müssten Sie in der Zwischenzeit Arbeitslosengeld II beantragen, wenn Ihr Lebensunterhalt nicht anderweitig sichergestellt wäre. Das weitere Verfahren wird sich erst zeitnah aus den Ergebnissen der medizinischen Maßnahme entwickeln.

von
Katrina

Erstmal vielen Dank für eure Antworten!
@Bumblebee: Ganz ehrlich gesagt hab ich mich drauf verlassen was meine Vermittlerin mir sagt, ist schließlich ihr Job, und dass es mir in meinem Beruf nicht sonderlich gut ging wusste Sie von Anfang an, schon bevor alles so "eskaliert" ist. Von nem schriftlichen Antrag war da nie die Rede. Sie hat gesagt, dass sie sich auch mit der Reha des Amtes in Verbindung gesetzt hat und es auch von dieser Seite aus hieß, ich könne ja noch in anderen Bereichen arbeiten, deshalb keine Umschulung.(weiß nich ob es ein Fehler war bei der ärztlichen Untersuchung des Arbeitsamtes anzugeben dass ich mir durchaus vorstellen kann z. B. im Verkauf zu arbeiten, da ich dort nicht mehr so sehr mit den Problemen wie im alten Beruf konfrontiert wäre. Aber mich da jetzt einfach so reinzuschubsen ist ja auch nicht die Lösung, schließlich hätte ich gern ne Grundlage, also Ausbildung, um zukünftig überhaupt ne Chance auf dem Arbeitsmarkt zu haben) Die Vorraussetzung die ich nicht erfülle um ne Umschulung zu bekommen sei unter anderem, dass ich nicht 4 Jahre lang in ner Hilfstätigkeit gearbeitet hab oder Mutterschaftsurlaub hatte und dergleichen.

von
Bumblebee

Kallo Katrina

Ohwe da ist wohl einiges bei der AFA nicht Richtig verlaufen. Ich empfehle dir bei der AFA erneut einen Antrag zu stellen schadet nicht. Bei dem Antrag wird auch gefragt ob du schon bei einem Kostenträger einen Antrag gestellt hast dort kannst du ja den Antrag bei der DRV erwähnen. Die Zuständigkeit können die dann unter sich ausmachen.

Bei der AFA wird man sehr schlecht beraten und das was du schilderst erinnert mich an meinen Kampf.

Ich war 25 und meldete mich bei der AFA und schilderte dort das ich meine Tätigkeit nicht weiter ausüben kann zu diesem zeitpunkt war ich bereits über 5 Monate Krankgeschrieben.
Ich bekamm ein Termin beim Reha berater der AFA und schilderte dort das ich laut meines behandelten Arztes keine Körperlichen Arbeiten mehr machen soll aber für Leichte tätigkeiten in einer Sitzenden Position warscheinlich vollzeitfähig einsatzfähig währe.
Bei der Rehaberaterin stellte ich den Antrag zur teilhabe am Arbeitsleben.

Mein Arbeitgeber kündigte mich aufgrund der Langen Krankmeldung. 2 Monate Später wurde ich von der AFA begutachtet. Der Gutachter beführwortete die Umschullung und schloss sich der Beurteilung meines Arztes an. Jedoch kamm er zum Entschluss das ich am besten erstmal vor Arbeitsaufnahme eine Reha machen soll.

Ich bekam ein erneuten Termin bei dem Reha Berater der AFA dort Teilte man mir mit das ich erstmal die Reha machen soll und das dann die DRV für meine Umschullung zuständig ist aus diesem Grund wir der Antrag abgehlehnt. Zudem könne ich die Kranlmeldung beenden da ich ja Büro Arbeiten machen kann.

Ich wusste es nicht besser und hielt mich an diese Aussage was eine Totale fehlentscheidung war.

Die Reha wurde überraschend schnell von der DRV bewilligt da war ich aber nicht mehr AU und ging Somit Arbeitsfähig in die Reha. In der Reha kamm man auch sehr schnell zu dem entschluss das meine Letzte tätigkeit nicht mehr geht und eine Besserung meines gesundheitszustandes nicht mehr möglich ist man konzentrierte sich auf die Risikofaktoren. Mann gab mir dort auch den Antrag zur Teilhabe am Arbeitsleben den ich Ausfüllte. Die Stationsärztin teilte mir mit ich werde unter 3 Stunden Arbeitsfähig im Letzten Beruf entlassen und somit AU. Später suchte sie mich erneut auf und sagte man müsse die AU verwerfen da ich Arbeitsfähig in die Reha kamm und somit auch wieder Arbeitsfähig entlassen werde.

Weil ich noch keine 15 Jahre eingezahlt hatte und Arbeitsfähig war somit eigentlich die AFA für mich zuständig.

Logischerweisse erhielt ich von der DRV eine ablehnung und wurde an die AFA verwiessen dies teilte ich der AFA mit. Hier wurde mir mitgeteilt ich solle ein wiederspruch schreiben. Damals kannte ich die voraussetzungen nicht und schrieb den wiederspruch. Ich wurde erneut zu einem Gutachter geladen und im Anschluss daran wurde der Antrag dann doch von der DRV bewilligt.

Ich wurde Später dann zu einem Reha Berater der DRV geladen um die LTA massnahmen zu besprechen. Er hat sich gewundert das mein Antrag bewilligt wurde da eigentlich die AFA für mich zuständig währe warscheinlich wolle man den Zuständigkeitsstreit nich auf meinen Rücken austragen.

Wie ich sagte erzählen kann die AFA viel ob es stimmt steht auf einen Anderen Blatt. Beantrage alles schriftlich und verlasse dich auf keine Mündlichen aussagen und Fahre am besten Zwei Gleissig.

LG

von
Katrina

Na das klingt ja genau so, wie ich mir vorstelle, wie das bei mir laufen wird... Danke dir ganz sehr für die Infos! LG zurück :)