Teilrente und Abschläge

von
Werner

Fall:
Eine 50-prozentige Teilrente bei 7,2 % Rentenabschlag ist beantragt. Durch einen höheren Hinzuverdienst erfolgt eine Kürzung auf 40%. Zur Regelaltersgrenze soll eine Vollrente beantragt werden.
Frage:
Werden dann 50% oder 60% ohne Abschlag berücksichtigt.

von
senf-dazu

Hallo Werner!

Ich würde sagen, dass sich der Abschlag nur auf die inanspruchgenommenen Entgeltpunkte geziehen kann.
Das müsste so aus dem § 66 SGB VI (persönliche Entgetpunkte) hervorgehen

von
W*lfgang

Hallo Werner,

die Frage ist doch vor ein paar Tagen hier schon mal gestellt worden ...

60%+ natürlich, da auf die bisher nicht in Anspruch genommen 60% ja noch die neuen EP oben drauf kommen und somit das Teilverhältnis der ungekürzten EP nach oben 'verschoben' wird - sofern zwischen bisheriger Rentenfeststellung und künftiger nicht gravierende Berechnungsmodifikationen erfolgen (z. B. ab morgen wird die Lehrzeit nicht mehr auf-/die Fachschule nicht mehr bewertet).

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo Werner,

für die Entgeltpunkte, die während des vorzeitigen Rentenbezugs (im sogenannten Verminderungszeitraum) nicht in Anspruch genommen werden, wird der Zugangsfaktor wieder erhöht. Da in Ihrem Beispiel 60 % der Entgeltpunkte bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze wegen Hinzuverdienstes nicht beansprucht werden, wird der Abschlag für diese 60 % der Entgeltpunkte wieder rückgängig gemacht.

Ob dann mehr als 60 % der Entgeltpunkte nach Erreichen der Regelaltersgrenze abschlagsfrei sind – wie W*lfgang geschrieben hat –, hängt davon ab, ob zwischenzeitlich weitere Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden / ob Ihr Hinzuverdienst versicherungspflichtig ist.

Noch ein Hinweis zum Schluss:
Die Teilrente in Höhe von 50 % kann im Übrigen nicht gewählt werden, wenn sich nach Anrechnung von Hinzuverdienst eine niedrigere Teilrente ergibt (§ 42 Abs. 2 S. 2 SGB VI).