Teilrente und Tariferhöhungen

von
Jürgen S.

Hallo Experten,
meine Frage betrifft das Thema Teilrente und Hinzuverdienstgrenzen.
Ich beziehe seit Januar 2016 eine 1/3 Teilrente und werde zweimal
(November und Dezember 2016) zulässig die Hinzuverdienstgrenze
überschreiten. Im Öffentlichen Dienst wurde eine Tariferhöhung von
2,4% im ersten Jahr beschlossen. Durch die Nachzahlung von März 16
bis Juni 16 voraussichtlich im Juli 2016 würde ich bereits jetzt zum
ersten mal die Hinzuverdienstgrenze überschreiten Ist es legitim,
die Nachzahlungen, die sich ja eigentlich auf den einzelnen Monat
beziehen, nach Absprache / Vereinbarung mit dem Arbeitgeber
auf zwei Monate aufzuteilen? Eine vorzeitige 1.Überschreitung der
Einkommensgrenze würde somit vermieden.Vorab danke für die Antwort.

Gruß Jürgen S.

von
Nahla

Es handelt sich bei der im Juli 2016 ausgezahlten Nachzahlung doch um die Nachverrechnung der Monate März bis Juni. d.h. Sie bekommen doch separate Verrechnungen für jeden einzelnen Monat.

Bei der Prüfung der Hinzuverdienstgrenze, die dann im Jahr 2017 für 2016 erfolgen wird, bescheinigt Ihnen doch dann der Arbeitgeber den "richtigen" Monatsbetrag, so dass der höhere Auszahlungsbetrag Juli 2016 keine "echte" Überschreitung der Hinzuverdienstgrenze darstellen sollte, also sollte eine Aufteilung dieser Nachzahlung nicht nötig sein.

von
W*lfgang

Ergänzend:

Wegen etwaiger Tarifanpassungen sollte man die Hinzuverdienstgrenzen nicht bis zum letzten EUR ausreizen. ca. 5 % 'Luft' durch entsprechende Std.-Wahl sollten m. E. bleiben, ggf. ist eine 'Sofort-Reduzierung' der Std.-Zahl erforderlich, um nicht Monat für Monat die Hinzuverdienstgrenze zu überschreiten. Kritisch wird es nur, wenn neben 2 Sonderzahlungen ein Einmalzahlung durch Tariferhöhung für einen bestimmten Monat erfolgt.

Bei mehrjährigen Tarifanhebungen - aktuell ÖD - ist zu bedenken, dass bereits zum 01.02.2017 die nächste Anhebung erfolgt. OK, zum 01.01. werden auch die Hinzuverdienstgrenzen wieder angehoben.

Gruß
w.

von
Aufmerksamer Nachbar

Zitiert von: Jürgen S.

Ich beziehe seit Januar 2016 eine 1/3 Teilrente und werde zweimal
(November und Dezember 2016) zulässig die Hinzuverdienstgrenze
überschreiten.

Warum beziehen Sie überhaupt eine Erwerbsminderungsrente, wenn Sie offenbar leistungsfähiger sind als Sie in Ihrem Rentenantrag behauptet haben?

Das schreit ja regelrecht nach einer Überprüfung!

von
W*lfgang

Zitiert von: Aufmerksamer Nachbar
Das schreit ja regelrecht nach einer Überprüfung!
...beobachten Sie weiterhin penibel Ihren Straßenzug ums Eck - um die zulässige Rechtslage kümmern sich aufmerksame Berater ;-)

Gruß
w.

von
Aufmerksamer Nachbar

Zitiert von: W*lfgang

Zitiert von: Aufmerksamer Nachbar
Das schreit ja regelrecht nach einer Überprüfung!
...beobachten Sie weiterhin penibel Ihren Straßenzug ums Eck - um die zulässige Rechtslage kümmern sich aufmerksame Berater ;-)

Gruß
w.


Wenn diese "aufmerksamen Berater" bzw. Sachbearbeiter tatsächlich immer aufmerksam genug wären, bräuchten die Rentenbezieher keine "aufmerksamen Nachbarn" fürchten.
Mein Gespür hat mich bisher, zum Ärger der Betroffenen, nur selten getäuscht.....;-)

von
Jürgen S.

Genau so ist es.
Ein "Abstandsgebot" also "Luft"zur Hinzuverdienstgrenze habe ich eingehalten.
Trotzdem würde mir eine Einmalzahlung für die Tariferhöhung Probleme
bereiten. Mir ging es darum, zu erfahren, ob der Rententräger sich einmischt, wenn
die Form der Nachzahlung frei zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbart
wird. Bei einer Aufteilung der Nachzahlung auf zwei Monate besteht keine Gefahr
die Hinzuverdienstgrenze zu überschreiten. Den "aufmerksamen Nachbarn"
verstehe ich nicht so ganz und möchte da gar nicht näher drauf eingehen.
Danke für die Info.

Gruß J.

von
Jürgen S.

Hallo Nallah,
zunächst danke für die Info.
Für mich ist das auch logisch, dass die Nachzahlungen den
einzelnen Monaten zugerechnet werden sollte. Nur wie gesagt:
"sollte". Ob der Rententräger das nicht doch später als Einmalzahlung
wertet, dass ist aus meiner Sicht ungewiss. Wenn man im November
und Dezember schon eingeplant zweimal die zulässige Grenze überschreitet,
können solche Dinge schon von schwerwiegender Bedeutung sein.
Mir ging es vor allen darum, zu wissen, ob der Rententräger sich einmischen
würde bei einer freien Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer
über die monatliche Aufteilung der Nachzahlung. Eine Aufteilung der Nachzahlung
über zwei Monate würde für mich kein Problem bezgl. der Hinzuverdienstgrenze
ergeben.

Gruß Jürgen S.

von
W*lfgang

Zitiert von: Jürgen S.
Mir ging es vor allen darum, zu wissen, ob der Rententräger sich einmischen würde
Jürgen S.

Sie missverstehen da vielleicht etwas. Die DRV mischt sich da nicht ein, Sie setzt nur unzulässigen 'Zuvielverdienst' in Minderrente um. Und der Mitteilungspflichige dabei sind Sie an erster Stelle - Sie aleinn mischen da die Karten, wenn Sie nicht 'hinterrücks' in Regress/Rückzahlungspflicht genommen werden wollen. Die Mitteilungspflichten aus Ihrem Rentenbescheid sind Ihnen sicher bekannt ...geben / hören / sagen ...Sie sagen an - 'weg' gilt da nicht ;-)

Gruß
w.

von
SozPol

Zitiert von: Aufmerksamer Nachbar

Zitiert von: W*lfgang

Zitiert von: Aufmerksamer Nachbar
Das schreit ja regelrecht nach einer Überprüfung!
...beobachten Sie weiterhin penibel Ihren Straßenzug ums Eck - um die zulässige Rechtslage kümmern sich aufmerksame Berater ;-)

Gruß
w.


Wenn diese "aufmerksamen Berater" bzw. Sachbearbeiter tatsächlich immer aufmerksam genug wären, bräuchten die Rentenbezieher keine "aufmerksamen Nachbarn" fürchten.
Mein Gespür hat mich bisher, zum Ärger der Betroffenen, nur selten getäuscht.....;-)

Sie sind wenigstens ein vorbildlicher Bürger - im Gegensatz zu diesem Sabbel-w. Wir werden diesen Fall genau unter die Lupe nehmen, denn Sie haben Recht: Das stellt sich höchst verdächtig dar!

Unser Motto lautet: Sozialbetrüger gebt nur Acht, überall die SozPol wacht!

Experten-Antwort

Grundsätzlich gilt bei Hinzuverdienst zu einer Rente:

10 x im Jahr maximal Hinzuverdienst nicht überschreiten
2x im Jahr maximal das doppelte des monatlichen Hinzuverdienstes.

Solange diese Regel befolgt wird, haben Sie nichts zu befürchten.