Teilw. EM-Rente + vorübergehend Vollzeitjob! Möglich?

von
sunnyboy

Guten Tag.
Ich beziehe eine teilweise EM-Rente.
Nun hätte ich die Möglichkeit aus ALG1 heraus eine Vollzeitarbeit (also statt max. 30 Stunden nun 38Stunden pro Woche) zu arbeiten.
Gesundheitlich würde ich den Job packen.

Doch darf ich ja nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten!

Meine Frage:
Was passierte, wenn ich wirklich den Job probiere, jedoch diesen nur z.B. 6 Monate (bis Ende Probezeit) ausüben werde
Ich hätte dann ja 6 Monate gegen die EM-Regelung verstossen.
Würde dann ja wieder ins ALG1 fallen.

Kann man dies probieren???

Danke

von
Harald Seitz

Ich würde, wenn dies geht, mit dem Arbeitgeber vereinbaren, dass weniger als 30 Std./Woche -erst einmal- gearbeitet werden sollte und die Entgeltgrenze (HZV) eingehalten wird. Schaffen Sie die Arbeit und klappt alles während der Probezeit, dann kann immer noch die Stundenanzahl erhöht werden, was allerdings dazu führen könnte, dass die EM-Rente niedriger ausfällt bzw. ganz wegfällt.

von
???

Zitiert von: sunnyboy

Nun hätte ich die Möglichkeit aus ALG1 heraus eine Vollzeitarbeit (also statt max. 30 Stunden nun 38Stunden pro Woche) zu arbeiten.
Gesundheitlich würde ich den Job packen.

Wenn das so stimmt, sind Sie nicht mehr erwerbsgemindert und beziehen Ihre Rente zu Unrecht. Sie dürfen dann nicht nur mehr als 30 Stunden die Woche arbeiten, sondern müssten das sogar, um einen Sozialleistungsbezug (gleich welcher Art) zu verhindern. Alles andere ist ein Ausruhen in der sozialen Hängematte.
Die Frage ist eher, ob Sie Ihre Leistungsfähigkeit richtig einschätzen. Da Sie anscheinend derzeit nicht arbeiten, ist es logisch, dass sich Ihr Gesundheitszustand subjektiv verbessert hat. Sie können ja derzeit auf Ihre Einschränkungen Rücksicht nehmen, haben wenig Stress, ... . Bevor Sie die Arbeit aufnehmen sollten Sie sich mit Ihrem behandelnden Arzt unterhalten, was er dazu meint. Auch ein Praktikum mit 38 Std./Wo. könnte Klarheit bringen. Es sollte aber mindestens einen Monat dauern, damit die Belastung auch spürbar wird. Und es hätte den Vorteil, dass sowohl Sie als auch der Arbeitgeber wissen, was Sache ist, ohne dass Ihr Rentenanspruch gefährdet wird.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo sunnyboy,

ich bin etwas im Zweifel, was ich dazu antworten soll. Wenn Sie selber sagen, dass Sie gesundheitlich in der Lage sind, einen Vollzeitjob auszuüben, dann liegt es ja nahe, dass Sie nicht mehr erwerbsgemindert sind.

Allerdings weicht die subjektive Einschätzung auch manchmal vom tatsächlichen Sachverhalt ab. Deshalb kommt es für den Anspruch auf EM-Rente auch letztlich nicht auf die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit an, sondern darauf, wie die Sozialmediziner Ihre Erwerbsfähigkeit objektiv einschätzen. D.h. können (!) Sie auch aus ärztlicher Sicht diese 38 Stunden arbeiten, ohne dass dies auf Kosten Ihrer Restgesundheit geht? Sofern Ihre Rente unbefristet ist, kann diese nur wegfallen, wenn eine Besserung Ihres Gesundheitszustandes festgestellt wird. Allerdings - und hier schließt sich der Kreis - kann die Aufnahme einer (dauerhaften)Vollzeittätigkeit natürlich Anlass für Überprüfungen sein. Das entscheidet der zuständige Rententräger nach den Umständen des Einzelfalles.

Sie sehen - eine eindeutige Antwort können wir Ihnen hier im Forum leider nicht geben. Sie sind aber in jedem Fall verpflichtet, die Aufnahme der Tätigkeit Ihrem Rententräger zu melden.