Teilweise EM bewilligt, aber kein Geld, niemand stellt Ersatzansprüche, zu hoher fiktiver Hinzuverdienst

von
Markµ

Hallo,

folgende - ungewöhnliche (?) - Situation:

Mit aktuellem Rentenbescheid auf Erwerbsminderungsrente wird eine teilweise EM zuerkannt. Nach Aktenlage. Diese kommt aber nicht zur Auszahlung. So steht es im Anschreiben. Die Rentenbewilligung ist rückwirkend genehmigt worden.

Frage 1:
Es ergibt sich laut Bescheid eine Nachzahlung aus 2018 für verschiedene Zeiträume. Davon bin ich bisher NIE ausgegangen. Denn entweder habe ich Vollzeit gearbeitet oder war im Übergangsgeld oder hatte Krankengeld.
Nach der Aussteuerung bin ich derzeit im ALG-I-Bezug in der Nahtlosigkeit. Das ist noch gar nicht berücksichtigt. Das muss doch auch alles verrechnet werden? Und die Ämter sollten das doch untereinander klären/verrechnen? Zumindest die Krankenkasse bekommt doch alles, was mir an EM-Rente zusteht, zurück. Wie kann denn sowas sein, dem Versicherten plötzlich Geld zukommen zu lassen, und der weiß gar nicht, was wer wie viel bekommt? Kann ich also davon ausgehen, dass nicht MIR der nachzuzahlende Betrag zusteht?

Frage 2:
Der ganze Bescheid ist fragwürdig. Dass ich kein Geld trotz bestehender EM bekomme, liegt laut Rentenberechnung daran, dass mein Hinzuverdient viel zu hoch und sogar der Hinzuverdienstdeckel überschritten sei. Das ist nicht witzig.

Denn ich habe (a) gar keinen Hinzuverdienst aus Einkommen oder sonstwoher, (b) wurde von der Rentenberatungsstelle vor Ort vor einigen Wochen eine Nachfrage gestellt.
Ich bekam zunächst Hinzuverdienstantrag 1 im Frühsommer zugeschickt. Den habe ich auf Basis von 450,00-Euro monatl. für den Rest des Jahres 2019 angegeben auf Nachfrage bei der DRV, was dort anzugeben sei, wenn man noch nicht weiß, was man dort einzutragen hat, wenn man weiterhin AU geschrieben ist.
Danach kam lange Zeit nichts.
Irgendwann kam Hinzuverdienstantrag 2 von der DRV. Damit bin ich zur Rentenberatungsservicestelle gegangen, dass ich nicht wüsste, was ich hier eintragen soll, denn erstens sei ich immer noch AU, weil mein Gesundheitszustand sich verschlechtert hat, zweitens bereits in Nahtlosigkeit. Einkommen also gleich 0, das werde sich sicherlich auch bis Ende 2019 nicht ändern. Ergo hat der Rentenberater dort eine nette Anfrage an die DRV geschickt, dass man das aus genannten Gründen nicht ausfüllen könne, da Krankengeld- und ALG1-Bezug. Und er selbst sagte auch, das habe er noch nie erlebt, dass man einen Hinzuverdienstantrag VOR Bescheiderteilung bekäme und man natürlich dann nicht wüsste, was dort einzutragen sei.
Tja, und jetzt? Wieso geht die DRV trotz mehrfacher Nachfragen denn einfach von einem solch hohen Hinzuverdienst aus, den ich einmal in meinem Leben erwirtschaftet habe und danach nie mehr? Und 2019 noch gar nichts.

Nächste Woche gehe ich nochmals zur Rentenberatungsstelle in der Nachbarstadt und lasse das prüfen. Bis dahin hätte ich gern schon einmal, wenn möglich, ein paar Erklärungen, um Licht in das Dunkel zu bringen und schon einmal den Schock zu überwinden lt. Bescheid, in dem ja steht, dass ich GAR NICHTS bekomme.

Frage 3:
Wenn ich dann einen Widerspruch schreibe, dann sozusagen mit Mehrfachbegründung?
Einmal wegen der Falschberechnung, dann wegen der Nachzahlung, die ja wegen Frage 1 und Frage 2 nicht stimmen kann, und zum letzten wegen der nur Teil-EM-Bewilligung? Denn ich bin weiterhin nahtlos AU, nahtlos arbeitslos (mit ruhendem Beschäftigungsverhältnis) gemeldet. Und ich gehe davon aus, dass ich dann sowieso einen Antrag auf volle EM stellen muss binnen eines Monats, wenn ich weiterhin ALG1 als reguläre Versicherungsleistung, für die ich gearbeitet habe, bekommen soll. Und davon ab ist mittlerweile sowieso absehbar, dass ich auch im Teilzeitjob auf unabsehbare Zeit nicht mehr werde arbeiten können, insofern würde ich den Antrag ohnehin stellen. Mit entsprechenden neuen Arztberichten.

Vielen Dank für weiterführende Antworten.

von
W°lfgang

Zitiert von: Markµ
Nach der Aussteuerung bin ich derzeit im ALG-I-Bezug

Hallo Markµ,

ganz kurz und auf den Punkt gebracht, auch ALG 1 ist Einkommen ...nicht etwa der erhaltenen ALG1-Auszahlungsbetrag, sondern das sogenannte 'Bemessungsentgelt' für diese Leistung. Auch hier gilt, dass dieser Hinzuverdienst über das volle Rentenjahr im Rahmen einer möglichen Teilrente/keine Rente zu berücksichtigen ist.

> Nächste Woche gehe ich nochmals zur Rentenberatungsstelle in der Nachbarstadt und lasse das prüfen

Wenn die zugrunde gelegten Einkünfte/Hinzuverdienst richtig erfasst und berechnungstechnisch nachvollziehbar im Bescheid umgesetzt worden sind, erhalten Sie auch da eine kostenfreie 'Vorlesestunde' ;-)

Schaden kann es nicht, ggf. sind tatsächlich/andere Fehler im Rentenbescheid gemacht worden ...

Gruß
w.

von
Markµ

Lieber W°lfgang,

danke, aber darum ging es nicht - ALG1 erhalte ich erst seit einem Monat. Seit 2018 wird aber ein sehr hohes Bemessungsentgelt zugrunde gelegt in diesem furchtbaren Bescheid, das ich weder mit meinem Gehalt noch mit KG geschweige denn ALG1 erwirtschaftet und mitnichten jemals so angegeben habe.

Wie gesagt, 2018 Vollzeit, ein paar Wochen Ü-Geld, ein paar Wochen Krankengeld. Seit 2019 nur und ausschließlich bis zur Aussteuerung KG.

Ich bitte dann nochmals um Beantwortung meiner Fragen dahingehend, warum ich bis 2029 (steht so im Bescheid!) bei einem imaginären Bemessungsentgelt keinerlei EM erhalten soll. Und wenn möglich an die Experten, auch die anderen Fragen zu beantworten.

von
Markµ

Zur Ergänzung: Der Bescheid geht von einem Bemessungsentgelt aus, dass ich exakt in 2016 verdient habe. Das hat nichts mit irgendwelchen anderen Entgeltersatzleistungen zu tun. Man nimmt also an, was ich niemals so angegeben habe. Im Gegenteil: Noch mehrmals bei der DRV nachgefragt habe. Und sogar der Servicemitarbeiter hat dort nachgefragt. Was dabei rausgekommen ist, sieht man nun. Keine Antwort auf Fragen, statt dessen bis 2029 keine Rente, obwohl bewilligt und kein Einkommen.

von
Kurz vor 12

Dann setzt man sich hin und verfasst einen entsprechenden Widerspruch.
Niemand hier im Forum kann, ohne genaue Aktenlage, etwas konkretes zu Ihrem Fall sagen und Vermutungen und Spekulationen helfen auch nicht weiter. Sie erwarten Antworten, die hier logischerweise niemand geben kann.

Gute Nacht.

von
Paul

Zu deiner 1. Frage: richtig, du erhältst nichts von der Nachzahlung. Das klären die Kostenträger untereinander.
Zu deiner anderen Frage: da die halbe Erwerbsminderungsrente jetzt bewilligt ist, wird dein Alg1 in Folge auch um die Hälfte gekürzt werden.
Dein Jahreshinzuverdienst ist dann vielleicht überschritten, das wird aber jedes Jahr gleich ab Januar neu berechnet.
Es wird immer Kalenderjährlich berechnet von Januar bis Dezember.

Experten-Antwort

Hallo Markµ,

um in Ihrem Fall Licht ins Dunkle zu bringen, ist Ihr Gang zur Rentenstelle nächste Woche genau das Richtige. Lassen Sie sich zunächst persönlich Ihre Fragen von Ihrer Rentenversicherung, die ja als einzige den genauen Sachverhalt kennt, erklären. Auch kann erst dann in Ihrem speziellen Fall entschieden werden, welche Schritte, in welcher Form weiter veranlasst werden müssen bzw. sollten.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Markµ

Lieber Paul,
danke für Deine Anmerkungen.

Zitiert von: Paul
Zu deiner 1. Frage: richtig, du erhältst nichts von der Nachzahlung. Das klären die Kostenträger untereinander.

Leider eben NICHT, wie oben geschrieben. Die Nachzahlung wird auf MEIN Konto überwiesen. Sehr dubios.
Hier müssten aber auch die Experten etwas zu sagen können ...

Zitiert von: Paul
Zu deiner anderen Frage: da die halbe Erwerbsminderungsrente jetzt bewilligt ist, wird dein Alg1 in Folge auch um die Hälfte gekürzt werden.[quote=334316]

Gut zu wissen. So im Allgemeinen. Das hatte ich zwar geahnt nach eigener Recherche, aber so ganz klar war es nicht. Zumal auf gar keinen Fall nach diesem denkwürdigen Bescheid. Demnach bekomme ich nichts, nur eine Nachzahlung, die mir nicht zusteht. Die Träger, die Lohnersatzleistungen geleistet haben, wie die KK, bekommen auch nix. Wenn ich also NIX bekomme nach Bescheid, kann mir ergo auch nicht das ALG1 gekürzt werden, wenn die DRV komplett falsch berechnet hat. Welch Paradoxie!

Zitiert von: Paul
Dein Jahreshinzuverdienst ist dann vielleicht überschritten, das wird aber jedes Jahr gleich ab Januar neu berechnet.
Mein Jahresverdient kann gar nicht überschritten sein, weil ich erst ein einziges Mal ALG1 bekommen habe - dieses ist nicht berücksichtigt im Bescheid. Auch die Lohnersatzleistungen der KK nicht. Die gehen von einem fiktiven Verdienst (= Einkommen) aus. Und zwar von einem Hinzuverdienst, den ich irgendwann vor Jahren mal einmal hatte auf's Jahr hochgerechnet. Das schreiben sie auch.
Allerdings hatte ich ja in Absprache mit dem Servicemitarbeiter beim ersten Mal nur 450,00x12, beim zweiten Mal gar nichts eingetragen zum Hinzuverdienst, weil ja AU und Krankengeld. Das liegt denen auch alles vor - auch sämtliche Krankmeldungen und sämtliche Zahlungen der KK.

Zitiert von: Paul
Es wird immer Kalenderjährlich berechnet von Januar bis Dezember.
Auch davon steht nichts; es wird zum 01.07. jeden Jahres neu berechnet, so mein Bescheid.

Poststempelungsdatum ist übrigens der 11.11. - Alles klar. Alaaf & Helau. Auch wenn in Berlin doch eher weniger Karneval gefeiert wird. Aber ich empfinde den Bescheid zunehmend als Lachnummer.

von
???

Wenn eine Lohnersatzleistung bei der Rente als Einkommen berücksichtigt wird, dann kann der leistende Träger für den Anrechnungszeitraum keinen Erstattungsanspruch mehr auf die Rente erheben. Es geht nur ein was: Entweder Erstattungsanspruch auf die Rente oder Einkommensanrechnung bei der Rente. Für mich klingt das im Augenblick so, als ob die DRV das Krankengeld als Einkommen angerechnet hat. Dann kann die Krankenkasse keinen Erstattungsanspruch mehr geltend machen und die Nachzahlung (kriegen Sie die jetzt oder nicht?) wäre in Ordnung. Ob ggf. die Einkommensanrechnung an sich so richtig ist, kann ich allerdings nicht sagen.

Die Einkommensanrechnung erfolgt immer im Bezug auf das Kalenderjahr. Der 01.07. ist meines Wissens der Stichtag, zu dem, grob gesagt, die Einkommensanrechnung überprüft wird. Insofern sollte das auch passen.

von
Markµ

Zitiert von: ???
Wenn eine Lohnersatzleistung bei der Rente als Einkommen berücksichtigt wird, dann kann der leistende Träger für den Anrechnungszeitraum keinen Erstattungsanspruch mehr auf die Rente erheben. Es geht nur ein was: Entweder Erstattungsanspruch auf die Rente oder Einkommensanrechnung bei der Rente. Für mich klingt das im Augenblick so, als ob die DRV das Krankengeld als Einkommen angerechnet hat. Dann kann die Krankenkasse keinen Erstattungsanspruch mehr geltend machen

Das wäre äußerst nett. Gibt es da eine entsprechende Gesetzesgrundlage?
Auch wenn ich das derzeit nicht sehe aus dem Bescheid. Der schweigt sich ja darüber aus, aus was der Mega-Hinzuverdienst resultieren soll. Aber kann ja sein ...

Zitiert von: ???
und die Nachzahlung (kriegen Sie die jetzt oder nicht?) wäre in Ordnung.

Die DRV schreibt, dass die Nachzahlung für 2018 (für 2019 bis lfd. und vorerst die nächsten 10 Jahre gibt es ja nix wegen des angeblich so hohen Hinzuverdiensts) auf mein Konto in Kürze überwiesen werde. Wird man sehen.

Zitiert von: ???
Ob ggf. die Einkommensanrechnung an sich so richtig ist, kann ich allerdings nicht sagen.

DAS ist die große Frage.

Danke für Ihre Überlegungen dazu.

von
?!?

Ich habe noch nie einen Rentenbescheid gesehen, in dem die Rentenhöhe für die nächsten 10 Jahre angegeben wird!?!

von
****

Hallo Marku,

beruht ihre Teilw. EM auf einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit und hat ihnen die zuständige BG anstatt einer lfd. BG-Rente auf Antrag eine Abfindung gezahlt?

Diese Konstellation wäre nämlich die einzige Erklärung für die Berücksichtigung als Einkommen für die nächsten 10 Jahre ab Rentenbeginn lt. Bescheid.

Noch einen schönen Abend

von
Markµ

Nein, auch nicht - 2029 wäre der reguläre Beginn der Altersrente.
Also, Sie zerbrechen sich schon den Kopf mit mir; danke! Nächste Woche weiß ich hoffentlich mehr, wenn der Serviceberater hoffentlich in der Lage sein wird, mir das Dingen zu erklären.

Und wie es sich mit der KK verhält. Die einzige Idee, die ich gerade noch habe, ist, wie schon ein Vorposter schrieb, dass tatsächlich das KG zur Anrechnung gebracht sein könnte. Scheint mir aber auch zu viel zu sein, um damit den horrenden Hinzuverdienst erklären zu können. Ich las aber auch hier von Experten in einem anderen thread, dass es schon richtig sein kann, für den Fall dass die AU, die letztlich zum KG geführt hat, erst NACH Bewilligung der nun festgestellten rückwirkenden teilweisen EM eingetreten ist. So ganz verstehe ich das aber auch nicht, denn natürlich gab es schon vorher immer mal wieder eine AU, aber die letzte von knapp einem Jahr ist wirklich erst danach eingetreten.

Und letztlich auch der Vorgang mit der AfA. Denn aktuell beziehe ich ALG-1 nach Aussteuerung. Irgendwie wollen die ja einen Bescheid von mir, denke ich mal. Habe zwar nichts dahingehend unterschrieben, aber man weiß ja nie. Ich denke schon, dass ich verpflichtet bin, denen das zu melden (falls es die DRV nicht tut, was ich auch nicht weiß). Nur, was soll ich denen sagen? Teilweise EM ist bewilligt, aber Geld gibt es nicht, also dürfen Sie mir auch nichts kürzen? Es bleibt dubios.

Was die sich in Berlin wohl dazu denken, wird wohl auf immer ein Geheimnis bleiben ...

von
Gespannt

was daraus wird.
Halten Sie uns doch bitte auf dem Laufenden, wenn Sie bei der Beratung waren.
Schönes Wochenende!

von
Markµ

Ja, ich werde weiter berichten.
Update: Netterweise ist tatsächlich die Nachzahlung da.
Die wird erst mal geparkt, bis wir Näheres wissen.

von
Markµ

Hallo ans Forum!

Ein leider nur unvollständiges update:

1) Das mit der Nachzahlung an meine Adresse hat seine Richtigkeit. Das ist ja mal nett. Da mir eine teilweise EM bewilligt wurde, so der Servicemitarbeiter, hat die Krankenk. keinen Ersatzanspruch für das betreffende Jahr. Außerdem hat diese Lohnersatzleistung zus. mit meinem Einkommen in dem betreffenden Jahr die Hinzuverdienstgrenze unterschritten. Meine eigene Recherche in den letzten Tagen hat das bestätigt.

2) Den m.E. viel zu hohen Hinzuverdienst konnte sich der Service-Mitarbeiter auch nicht erklären. Zugriff auf meine Daten hatte er auch nicht - Telefonate (niemanden erreicht) blieben erfolglos. Beides echt unmöglich - So darf es eigentlich nicht laufen!
Ich selbst habe schon mit allen möglichen Bemessungsentgelten bzw. -grenzen, die mir so vorliegen, jongliert und gerechnet - und komme nicht auf diesen Betrag. Anfrage an die DRV Berlin läuft; ein zusätzlicher neuer Versicherungslauf wird angefordert. Ich freue mich schon sehr auf die Wahlwiederholung nach Berlin (wären Flugtauben nicht schneller?) bis Weihnachten in den nächsten Wochen.
Denn der Rentenbescheid stoppt ja leider im Versicherungslauf exakt an der Stelle, wo die EM beginnt, so dass man selbst als Betroffener keine Möglichkeit hat, das mal vernünftig nachzuprüfen.

Könnten da vielleicht mal die Experten etwas zu sagen, welchen Sinn ein solches Procedere hat?

Eine Krankenkassenbescheinigung für das lfd. Jahr fordere ich morgen wg. des Bemessungsentgelts übrigens auch an, die steht schon seit September aus. Vielleicht sagen die Zahlen mir was - und entsprechende Beträge sind eventuell als Hinzuverdienst herangezogen worden. Woher soll man das denn alles wissen, wenn nirgendwo was steht?

3) Außerdem wurde mir dort gesagt, dass die Arbeitsagentur quasi mein volles ALG weiterzahlt, falls ALG 1 als Einkommen angerechnet wurde.
Das mag und kann ich nicht so wirklich glauben. Warum soll die AFA quasi meine EM finanzieren? Sollte es nicht umgekehrt sein?
Und ich bin ja nun lt. Feststellung der DRV teilweise erwerbsgemindert, stehe also (mit ungekündigtem Arbeitsplatz übrigens) dem Arbeitsmarkt nicht mehr voll zur Verfügung - so müsste doch auch die zur Verfügung stehende Arbeitszeit entsprechend gekürzt werden? Allerdings bin ich auch noch AU, weil nicht plötzlich seit Aussteuerung wundersam genesen.
Man wird es sehen, wenn die Veränderungsmitteilung für ALG 1 kommt.

4) Ich überlege gerade, frist- und formwahrend einen Widerspruch noch ohne Begründung an die DRV zu schreiben, denn falls irgendwas darin angefochten werden muss, hätte ich die 4-Wochen-Frist verloren. Einen neuen Termin in der Nachbarstadt (zur weiteren Überprüfung des Hinzuverdienstes) habe ich erst in etwa 3 Wochen. Und auch eventuell für einen Umwandlungsantrag von teilweise in die volle EM. Es wäre aber auch möglich, dort nächste Woche noch mal aufzuschlagen.
Muss ich in diesem Fall überhaupt einen Widerspruch schreiben - oder kann auch im Nachhinein noch um Überprüfung gebeten werden? Es geht ja erst mal "nur" um die etwaige falsche Berechnung.

5) Es ist übrigens eine teilweise EM bis zur Altersrente, also unbefristet.

Für weitere Ideen, Anregungen, sachdienliche Hinweise bin ich dankbar!

von
Meine Güte

Jetzt waren Sie schon bei einer Beratung und machen schon wieder hier ein Fass auf.
Schreiben Sie Ihren Widerspruch und gut iss!
Niemand hier hat Akteneinsicht und wird daher auch nicht konkret antworten können.
Auch der beste Experte ist kein Hellseher und kann nur Vermutungen anstellen.
Wenden Sie sich direkt an Ihren Rententräger, denn nur dann werden Sie eine Lösung herbeiführen können.
Viel Erfolg.

von
???

"Denn der Rentenbescheid stoppt ja leider im Versicherungslauf exakt an der Stelle, wo die EM beginnt, so dass man selbst als Betroffener keine Möglichkeit hat, das mal vernünftig nachzuprüfen."

Das muss auch so sein, da nur die Versicherungszeiten bis zum Eintritt der EM bei der Rentenberechnung zu berücksichtigen sind, und dann noch eventuell die Zurechnungszeit. Der Versicherungsverlauf im Rentenbescheid ist halt nicht dazu gedacht, eine in Einzelfällen stattfindende Einkommensanrechnung zu erläutern.

Wenn Sie keinen Widerspruch einlegen wollen ist nach Ablauf der Rechtsmittelfrist auch ein Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X möglich.
Wenn Sie eine schnelle telefonische Klärung für unwahrscheinlich halten, sollten Sie Ihre Fragen schriftlich stellen. Ob Sie das gleich im Rahmen eines Widerspruchs tun oder erst mal "bloß so", liegt ganz bei Ihnen. Sie haben übrigens auch Anspruch auf Akteneinsicht. Vielleicht hilft Ihnen die noch besser weiter.

von
W°lfgang

Zitiert von: Markµ
Für weitere Ideen, Anregungen, sachdienliche Hinweise bin ich dankbar!

Hallo Markµ,

> 5) Es ist übrigens eine teilweise EM bis zur Altersrente, also unbefristet.

nach schnellem Überfliegen Ihres Beitrags scheint das alles okay zu sein.

Und ja, bei einer nur teilweisen EMRT kann es sehr sehr hohe Hinzuverdienstgrenzen geben (ausgehend vom 'bestem' Einkommen der letzten 15 Jahre), die bei parallelem Einkommen auch/aus Sozialversicherungsleistungen (hier KG/ALG) schlicht nicht zu Kürzung der teilweisen EMRT führen.

In Ihrem Rentenbescheid ist das doch alles schon im Detail (vorhandener Hinzuverdienst/welcher Art, für welchen Zeitraum zu berücksichigen, was davon anrechnungsfähig ist, UND was die Hinzuverdienstgrenze nicht überschreitet, Ergebnis = teilweise und/keine Anrechnung) dargestellt.

Einfach nur ganz langsam lesen und verstehen ...oder sich in der nächsten Beratungsstelle vorlesen lassen - die warten geradezu vor Untätigkeit darauf, Ihnen das ABC beizubringen ... ;-)

Natürlich steht auch Ihnen/jedem die örtlich nachfragende Hilfemöglichkeit offen, um seine Zweifelsfragen ausräumen zu können ...und ein 'DRV-Plauderforum' ersetzt keine absolute Rechtsentscheidung!

Gruß
w.

von
Markµ

Hallo ???!

Zitiert von: ???

Das muss auch so sein, da nur die Versicherungszeiten bis zum Eintritt der EM bei der Rentenberechnung zu berücksichtigen sind, und dann noch eventuell die Zurechnungszeit. Der Versicherungsverlauf im Rentenbescheid ist halt nicht dazu gedacht, eine in Einzelfällen stattfindende Einkommensanrechnung zu erläutern.
Naja, wenn man damit aber keinerlei Möglichkeit hat, auch nur irgendetwas nachzuprüfen? Und weder ich noch DRV-Beratungsstelle in der Nachbarstadt sich den Hinzuverdienst für dieses Jahr erkären können? Finde ich jetzt nicht zu viel verlangt. Von Einzelfällen kann man da sicherlich auch nicht reden.
Heute war ich bei der Krankenkasse. Die sind NICHT in der Lage und NICHT befugt, mir mal eben auszudrucken, was als Bemessungsentgelt für 2019 für mich zugrunde gelegt wurde. Ein solcher Bescheid würde erst im Laufe von 2020 bei mir eintrudeln. Ätzend.

Zitiert von: ???
Wenn Sie keinen Widerspruch einlegen wollen ist nach Ablauf der Rechtsmittelfrist auch ein Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X möglich.
Wenn Sie eine schnelle telefonische Klärung für unwahrscheinlich halten, sollten Sie Ihre Fragen schriftlich stellen. Ob Sie das gleich im Rahmen eines Widerspruchs tun oder erst mal "bloß so", liegt ganz bei Ihnen. Sie haben übrigens auch Anspruch auf Akteneinsicht. Vielleicht hilft Ihnen die noch besser weiter.

Vielen Dank für den Tipp! Bevor man einen Widerspruch schreibt, sollte man erst einmal den Bescheid und die rechtlichen Grundlagen dazu verstehen und irgendwie nachvollziehen können, sonst macht es keinen Sinn. Akteneinsicht hatte ich nicht auf dem Schirm. Und Überprüfungsantrag ist sicherlich nicht die verkehrteste Idee.