Teilweise Erwerbsgemindert

von
Paul54

Hallo Rentenexperten,
bin 56 Jahre alt und habe nach der Reha im August 2010 einen Rentenantrag gestellt, nachdem ich lt. Reha-bericht erwerbsunfähig entlassen worden bin.
Begutachtung erfolgte im Oktober 2010 und eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung zur Hälfte wurde bis zum Eintritt der Regelaltersgrenze durch die DRV jetzt erst bewilligt.
Ich übe noch eine Teilzeitbeschäftigung aus und bin jetzt arbeitsunfähig krank geschrieben schon seit 3 Monaten.
Gegen den Rentenbescheid habe ich Widerspruch eingelegt mit der Maßgabe, die Begründung nachzureichen nachdem ich Akteneinsicht genommen habe.
Die Akte habe ich jetzt bei der Beratungsstelle einsehen können.
Dabei konnte ich feststellen, dass das erstellte Gutachten von Herrn Dr. A. unterschrieben worden ist, obwohl ich diesen nie zu Gesicht bekommen habe. Die gutachterliche Untersuchung hat bei mir dessen Vater, der nicht mehr praktizierende Dr. B. durchgeführt.
Ist so was überhaupt zulässig?
Im Gutachten sind darüberhinaus einige meiner Beschwerden gar nicht aufgeführt und erwähnt.
In meinem Fall wurde weder mein Hausarzt, Diabetologe, Kardiologe noch mein Augenarzt angehört.
Die Entscheidung der DRV basiert damit nur auf den Reha-Bericht und dem Gutachter.
Soll ich hierzu nun von diesen Ärzten noch aktuelle Berichte mit Einreichen oder wie seht ihr das?

von
-_-

Zitiert von: Paul54

Soll ich hierzu nun von diesen Ärzten noch aktuelle Berichte mit Einreichen?

Die Unterzeichnung eines Befundberichts oder Gutachtens durch einen anderen Arzt ist zulässig, wenn dokumentiert ist, dass sie vertretungsweise bzw. in dessen Auftrag erfolgt (z. B. weil der Untersucher nach Diktat erkrankt oder in Urlaub ist). Nicht zulässig wäre, wenn ein Gutachten tatsächlich von einer ganz anderen Person erstellt wird, dies jedoch nicht aus dem Gutachten zu entnehmen ist. Ein solches Gutachten können Sie zu Recht beanstanden.

Wenn Sie anderslautende oder neuere Befundberichte besitzen, ist es sinnvoll, diese im Rahmen des Widerspruchsverfahrens auch vorzulegen, wenn sie Ihren Anspruch unterstützen.

von
Elisabeth

"Dabei konnte ich feststellen, dass das erstellte Gutachten von Herrn Dr. A. unterschrieben worden ist, obwohl ich diesen nie zu Gesicht bekommen habe. Die gutachterliche Untersuchung hat bei mir dessen Vater, der nicht mehr praktizierende Dr. B. durchgeführt."
Das geht natürlich nicht. Es ist natürlich die Pflicht eines Gutachters, sein Gutachten persönlich zu erstellen, § 613 BGB, § 407 a II ZPO.

von
Volker

Ihr Anwalt ( den Sie wohl hoffentlich haben .. ) sollte ihnen alle diese Fragen beantworten können.

Bei ihnen ist ja soviel schief - auch zeitlich - gelaufen, das dies nur noch durch einen Rechtsanwalt oder den VDK/SovD wieder hingebogen werden kann !

Experten-Antwort

1. Das Gutachten ist von dem Arzt zu unterzeichnen der auch die Begutachtung durchgeführt hat.
2. Sie sollten dem Rentenversicherungsträger die Ärzte mitteilen bei denen Sie sich aktuell in Behandlung befinden. Der Rentenversicherungsträger wird dann entscheiden, ob Befundberichte einzuholen sind oder ob eine weitere Begutachtung erfolgt.