Teilweise Erwerbsminderungsrente - Arbeitszeit

von
Christine B.

Liebes Expertenteam,

nach einer Krebserkrankung leide ich noch immer sehr an den Folgeerscheinungen, vor allem ein ausgeprägtes Erschöpfungssyndrom. Es kommt daher immer wieder zu au-Zeiten, auch aktuell bin ich krank geschrieben. Um in Zukunft wieder stabiler arbeiten zu können, habe ich meine Stunden bereits auf 50% (ca. 19h die Woche) reduziert. Ich möchte nun einen Antrag auf teilweise Erwerbsminderungsrente stellen.

Mit meinem Arbeitgeber bin ich gerade dabei, die optimale Verteilung der Arbeitszeit festzulegen.Von meiner Belastbarkeit her kann ich mir einen Arbeitstag mit 5,5h vorstellen, von 8-13:30h. Da ich Kunden berate, die teils mehrere Stunden bei uns verbringen, hat mein Arbeitgeber nun Sorge, was vor dem Hintergrund der Rente passiert, wenn ich in Ausnahmefällen länger arbeiten würde, z.b. 6-7h. Dies könnte dann passieren,wenn ich für einen Kunden länger brauche und ich es mir an diesem Tag auch gesundheitlich zutraue und dann z.b. in Ausnahmefällen eine Arbeitszeit von 7h hätte, von 8 - 15h. Hätte das negative Konsequenzen für meinen Arbeitgeber, das er dafür irgendwie "belangt" werden könnte? Könnte es negative Konsequenzen für mich haben? Dass mir dann eine bereits bewilligte teilweise Erwerbsminderungsrente wieder entzogen würde?

Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Antwort.

von
rentnerin

Ich habe ja auch eine teilweise Erwerbsminderungsrente seit einigen Jahren und bislang kam immer nur ein Formular zur Überprüfung des Zuverdienstes. Seit diesem Jahr kommt auch dieses nicht mehr, da das alles direkt der DRV gemeldet wird.

Nach einem Stundennachweis hat in meinem Fall noch keiner gefragt. Ich bleibe aber auch immer unter 6 Stunden, also für den Fall, dass jemand mal auf die Idee käme, da nachschauen zu müssen.

Hier habe ich schon unterschiedliche Antworten bekommen, deshalb denke ich, es kommt auf den Einzelfall an. Mal hieß es, interessant ist nur der Zuverdienst. Dann heißt es, auf alle Fälle die einmal vereinbarte Arbeitszeit einhalten, also nicht nur auf die 6 Stunden achten. Habe ich nicht verstanden, warum das so sein soll.

von
Schorsch

Zitiert von: rentnerin
Habe ich nicht verstanden, warum das so sein soll.

Die Antwort steht im Gesetz:
https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbvi/43.html

Zitat: "Teilweise erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein." (Zitat ende!)

Wie streng diese "unter sechs Stunden-Regelung" geprüft wird, entscheidet der zuständige Sachbearbeiter.

MfG

Experten-Antwort

Wenn Sie ausnahmsweise über die 6 Stunden täglich arbeiten, ist das kein Problem. Daraus kann man nicht auf Ihr grundsätzliches dauerhaftes Leistungsvermögen schließen. Anlass einer Prüfung Ihres Leistungsvermögens wäre eine entsprechende Selbstauskunft oder das Bekanntwerden von Sachverhalten, die darauf schließen lassen, dass die medizinischen Voraussetzungen für die Rente nicht mehr vorliegen. Solche Anhaltspunkte können sich unter anderem bei der Überprüfung des Hinzuverdienstes ergeben.

Ihr Arbeitgeber muss mit keinerlei Konsequenzen rechnen, egal in welchem Umfang Sie arbeitet.