TEM + Krankengeld +dann?

von
Pfleger

Hallo,
ich bin seit Mai 2007 Arbeitsunfähig und beziehe Krankengeld bis noch bis November 2008, dazu bekomme ich seit Dezember 2007 eine Teilerwerbsminderungsrente. Wie geht es nach der Aussteuerung bei der Krankenkasse weiter? bekomme ich dann Alg I zu meiner TEM Rente ?, mein Arbeitsverhältnis besteht noch immer und die DRV ist nicht sonderlich daran iteressiert mich in eine neue Ausbildung zuschicken. O Ton des Sachbearbeiters: mit 51 Jahren lohnt sich das nicht mehr.... maximal eine Weiterbildung mit einer Laufzeit von 12 Monaten könnte für mich noch drin sein.
Wie steht es nach der Aussteuerung mit mir und meinen Einkünften, die TEM Rente wird weiterhin gewährt da keine Änderung meiner Gesundheit eintreten wird.

Worauf muss / kann ich mich einstellen?

von
Schade

entweder melden Sie sich dann arbeitslos
oder
Sie finden eine entsprechende Teilzeitbeschäftigung.

Was sind Ihre Pläne, haben Sie einen konkreten (realistischen) Wunsch, bzw. ein Ziel was "Ihre neue Ausbildung" betrifft?

Haben Sie beim bisherigen Arbeitgeber bereits abgeklärt, ob es dort Beschäftigungsmöglichkeiten für Sie gibt?

Was streben Sie für die kommenden 14 Jahre bis 65 an und was haben Sie getan um dieses Ziel zu erreichen?

von
Pfleger

So wie es derzeit aussieht, melde ich mich wohl ersteinmal arbeitslos, eine adäquate Teilzeitbeschäftigung ist nicht in Sicht. Ich bin seit über 20 Jahren im öffentlichen Dienst als Altenpfleger beschäftigt, eine andere Beschäftigung ist bei meinem Arbeitgeber nicht möglich, es gibt nur Pfegeheime. Nach mehreren Gesprächen beim BfW in Oberhausen habe ich mich für einige Berufe entschieden und diesen Wunsch bei der DRV vorgetragen. Berufswünsche sind: Immobilienkaufmann, Verwaltungsangestellter Kommunal, Sachbearbeiter Personaldienstleistung. Die Vermittlungschancen durch das BfW sind nach Gesprächen relativ gut, in diesen Berufen zwischen 60%-85%. Falls ich keine Ausbildung durch die DRV finanziert bekomme, bleibt mir nur eine adäquate Teilzeitbeschäftigung, sieht aber nicht gut aus ( derzeitige Bewerbung scheitern meistens am Krankheitsbild) alternativ bleibt dann wohl nur noch die Teilerwerbsminderungsrente während der Arbeitslosigkeit in eine Erwerbsminderungsrente umzuwandeln. Mit den dann bestehenden finanziellen Einußen kann ich mich arrangieren und irgendwie noch klarkommen. Oder gibt es eine Möglichkeit auf die DRV einzuwirken bezüglich einer qualif. Ausbildung?

von
Rosanna

Hallo Pfleger,

beantragen Sie doch bei der DRV eine entsprechende Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben. Wird sie abgelehnt, geschieht dies mit einer Begründung. Dagegen können Sie Widerspruch einlegen.

In der Tat wird es natürlich schwierig, Sie nach Abschluss der Ausbildung, wenn sie länger als 12 Monate andauert, mit 53 oder 54 Jahren in diesen neuen Beruf zu vermitteln. Wo die Chancen jetzt noch relativ gut stehen, kann es in 2 oder 3 Jahren ganz anders aussehen. Das ist für die DRV als Leistungsträger natürlich schon riskant. Denn eine Ausbildung (LTA) ist nicht billig. Wenn Sie es vielleicht einmal aus dieser Sicht betrachten, ist an den Aussagen des Sachbearbeiters schon was dran.

Aber probieren können Sie es allemal!

MfG Rosanna.

von
Pfleger

Danke, ich habe sicherlich auch ein gewisses Verständnis für den Sachbearbeiter der DRV, aber irgendwie muss ich auch an meine Situation denken. Letztendlich wurde mir die Rente bewilligt durch eine Kurmassnahme aus der ich AU entlassen wurde (Berufsunfähig). Es kann doch nicht sein das ich jetzt mein ungekündigtes Arbeitsverhältnis im öffentliche Dienst kündige bzw. kündigen muss um vielleicht als Teilzeitkraft bei MC Donald oder irgendwo anders tätig werde. Wie steht es mit dem Berufsschutz? Eine Teilhabe am Arbeitsleben ist mit bewilligt worden, einzulösen bis 08/2008. Aber mein Arbeitgeber hat kein Arbeitsplatz für mich trotz Lohnzuschüssen, auch bei aternativen Arbeitgebern wirkt dieser Lohnkostenzuschuss nicht, bisher. Es ist schon eine verzwickte Situation, andere kämpfen um ihre Rentenanträge und ich bekomme 4 Wochen nach Beendigung der Kur die Rentbewilligung ohne dies angestrebt zu haben. Vielleicht sollte ich meinen Beruf wieder aufnehmen und die Rente ablehnen, aber das wird sich sicherlich auch nicht vorteilhaft auswirken bei späteren Problemen, aber die Ärzte geben kein Grünes Licht für die Ausübung des Berufs.

von
Wolfgang Amadeus

Hallo Pfleger,

Deine Situation schätze ich wie folgt ein:

Da Du Deinen Beruf als Altenpfleger nicht mehr ausüben kannst, bekommst Du eine sogenannte teilweise (= halbe) Erwerbsminderungsrente wegen Berufsunfähigkeit.

Eine volle Erwerbsminderungsrente bekommst Du nicht, da bei der vollen Erwerbsminderungsrente der Berufschutz nicht gilt und Du auf den allgemeinen Arbeitsmarkt verwiesen werden kannst, also auf jedwede Beschäftigung.

Das heißt der Gesetzgeber verlangt, dass Du Dich von Deinem Beruf trennst und Dir eine andere Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt suchst, und die Erwerbsminderungsrente bekommst Du nur als Ausgleich für den "sozialen Abstieg" zu einer ungelernten oder angelernten Tätigkeit, wobei selbst dieser nicht mehr gezahlt wird, wenn Du aus einer neuen Beschäftigung bestimmte Verdienstwerte überschreitest.

Eine Umschulung zu einem neuen Beruf bekommst Du auch nicht gezahlt, weil die Rentenversicherung sagt, Du bist zu alt und Du hast deshalb keine Chance, nach erfolgreich durchgeführter Umschulung einen Arbeitsplatz zu bekommen, weil Du dann ja mit vielen jüngeren Ausbildungsabsolventen konkurrien müßtest.

Um nicht von der halben Rente leben zu müssen, müßtest Du zunächst kündigen, um Arbeitslosengeld zu bekommen (wobei dann vermutlich für diese Zeit die Rente komplett wegfällt). Jedoch auch das Arbeitslosengeld ist zeitlich begrenzt und nach dem Arbeitslosengeld bekommst Du zwar wieder die halbe Rente, aber das war's dann.

Und wie soll es dann weitergehen?

Einzige Rettung wäre, tatsächlich einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden, aber die Aussichten sind da sehr gering, wer nimmt schon einen Kranken und relativ Alten, wenn es genügend gesunde und jüngere Bewerber gibt.

So wie Dir geht es vielen und darin zeigt sich, dass etwas in unserem Sozialsystem nicht stimmt, dass unser Sozialsystem lückenhaft ist.

Gefragt ist hier die Politik, an dieser Situation etwas zu ändern und solche Lücken zu schließen.

Habe den Mut und wende Dich einmal an den Bundestagsabgeordneten Deines Wahlkreises, diese bieten regelmäßig Sprechstunden für die Bürger an, nur so besteht die Hoffnung und Möglichkeit, dass sich in der Zukunft etwas am System ändert.

Experten-Antwort

Hallo Pfleger,

den Antworten vom 24.04.2008 von Schade,Rosanna und Wolfgang Amadeus können wir leider nichts hinzufügen.

von
Pfleger

Hallo zusammen, danke für Eure Informationen. Ein besonderer Dank gilt hier mal Wolfgang Amadeus, du hast es auf den Punkt gebracht und exakt meine Situation dargestellt. Ich werde meinen Abgeordneten oder Abgeordnete ansprechen bzw. schreiben, mal sehen wie es weitergeht, Danke
Pfleger