Termin beim Gutachter der Deutschen Rentenversicherung

von
Tine

Hallo,

ich habe in einer Woche einen Gutachtertermin im Hause der Deutschen Rentenversicherung, bezüglich meiner Beantragung der EM-Rente. Bin sehr aufgeregt und habe ehrlich gesagt auch ziemliche Angst davor, da ich noch nie bei einem Gutachter/-in war. Nun zu meiner Frage, ist es sinnvoll der Gutachterin einen von mir selbst verfassten Tagesablauf und die Daten meiner Familie zum Termin schriftlich mit zu bringen, oder soll ich ihr diese Daten vor meinem Termin zuschicken? Über Erfahrungsberichte wäre ich sehr dankbar.
VG
Tine

von
Dolores

Hallo,

im Grunde genommen brauchen Sie keine Angst haben. Das sind ja auch nur Menschen wie Sie und Ich. Es wäre nicht schlecht wenn eine vertraute Begleitperson Sie begleiten würde. Ihre vorgefertigte Notizen würde ich dem Gutachter/-in persönlich überreichen. Und bleiben Sie ehrlich. Es wird bestimmt alles gut werden.

Gruß
Dolores

von
Tine

Ich bin halt auch sehr unsicher, ob ich überhaupt etwas schriftliches verfassen und mitbringen soll, da ich nicht weiß ob dies gern gesehen ist bei den Gutachtern.

Trotzdem danke für die nette Antwort Dolores.

von
Loni

Tine,
ich hatte mir Notizen gemacht, chronologisch und alles kurz gefasst. Ich war bei 3 Gutachtern, alle nahmen die Notizen weil sie gut zu lesen waren.

Geben sie sich natürlich übertreiben sie nicht. Überlegen sie was sie in den Rentenantrag schrieben. Wenn sie im Antrag nur noch 10 Minuten sitzen konnten, in der Praxis aber eine Stunde gelassen in Wartezimmer sitzen, mag die Aussage im Antrag nicht stimmen.
Mit betreten der Praxis kann es sein, dass sie beobachtet werden. Auch beim Verlassen kann es je nach Krankheit Beobachtungen geben. So wurde ein Patienten der im Rollstuhl kam, ihm aber nicht geglaubt wurde, schnell entlarvt. Beim Verlassen des Hauses, stand er vom Rollstuhl auf und ging ganz normal zu Fuß weiter, seine Frau schob den leeren Rollstuhl zum Auto.
Wünsche ihnen alles Gute.

von
Schade

Ob so ein Tagesablauf und die Faliliendaten wichtig ist oder nicht kann niemand hier im Forum beurteilen.

Das hängt sicher auch von den Erkrankungen ab.

Ein Bauarbeiter der durch einen Unfall blind geworden ist braucht sicher nicht den Tagesablauf schildern und da ist auch die familiäre Vorgeschichte relativ uninteressant.

Wollen Sie aus psychischen Gründen berentet werden, sieht das vielleicht ganz anders aus?

Wer im Forum soll beurteilen können welche Informationen der Gutachter von Ihnen benötigt und was völlig belanglos ist?

von
Dolores

Zitiert von: Tine

Ich bin halt auch sehr unsicher, ob ich überhaupt etwas schriftliches verfassen und mitbringen soll, da ich nicht weiß ob dies gern gesehen ist bei den Gutachtern.

Trotzdem danke für die nette Antwort Dolores.

Kein Problem. Machen Sie sich nicht so viele Gedanken. Ob das gern oder nicht gesehen wird ist erstmal nicht so wichtig. Ich habe mir damals auch Notizen über meinen Krankheitsverlauf, Familie ect. gemacht, da ich manchmal Konzentration Schwierigkeiten habe.

von
Tine

Danke Loni für die Antwort. Ich habe ein psychologisches Gutachten vor mir und habe dem Rentenantrag schon eine Auflistung meiner Einschränkungen auf einem gesonderten Blatt beigefügt.

Experten-Antwort

Das Sie im Vorfeld aufgeregt sind, ist nachzuvollziehen. Dem Grunde nach müssen Sie dies aber nicht, denn wirklich viel vorbereiten können Sie nicht. Es schadet sicher nicht, wenn Sie sich stichpunktartige Notizen machen und diese gegebenenfalls dem / der Gutachter(in) aushändigen können. Wie hilfreich die dann für die Begutachtung sind, kann man hier schlecht abschätzen. Viel Erfolg!

von
Tine

Vielen Dank.

von
Silvia

Hallo Tine

Eine chronologische Auflistung über meine diversen OPs nebst den OP-Diagnosen habe ich seit Jahren in meinem PC abgespeichert und so hatte ich die Auflistung auch zu jedem Gutachten ausgedruckt und dem Gutachter zur Vervollständigung seiner Akte überreicht.

Auch eine chronologische Auflistung über erfolgte Klinik-/ Fachklinik-/Reha-/AHB-Maßnahmen und die zur Zeit aktuelle Medikamentenliste legte ich jedesmal zur Aktenvervollständigung vor.

Meinen "stark angeknacksten" Gesundheitszustand und wie sich dieser im Alltag und im Berufsleben auswirkte, habe ich auch zusammenfassend (aus meinem Gesichtsfeld gesehen) schriftlich dargelegt und die Gutachter gebeten, sich das durchzulesen und mit mir auch gerne darüber zu sprechen.

Jeder mich zu begutachtende Gutachter hat meine zusammengestellten Schriftstücke dankend angenommen und sie dienten auch meist, nach kurzem Überfliegen, als Gesprächsgrundlage.

Außerdem habe ich später kaum zeitliche Unstimmigkeiten in meinen Gutachten vorgefunden, da die Gutachter diese Schriftstücke für sich gut als Dokumentationsvorlage nutzen konnten.

Ich ergänze diese Listen auch heute noch jedesmal, denn nicht nur zu den damals unzähligen Gutachten, sondern auch heute noch bei jedem neuen Facharztbesuch, in jeder Radiologie und vor allem bei jedem weiterem/zukünftigem OP-Vorbereitungsgespräch wird nach Voroperationen gefragt.

Mir wurden unzählige Gutachten im EM-Rentenverfahren auferlegt und auch ich war anfangs jedesmal nervös.
Doch ich traf durchweg auf mich respektvoll behandelnde Gutachter. sodass ich vor Ort schnell auch einen tragbaren Gesprächskontakt zu Ihnen herstellen konnte.

Wenn bereits eine ausreichend fachbezogene Dokumentation über ihren schlechten Gesundheitszustand vorliegt, sollte sie auch eine angemessene Würdigung finden.

Von daher, geben Sie sich im Gutachten so glaubwürdig wie es nur geht, d.h. nicht über- aber auch nicht untertreiben.

Alles Gute für Ihren Termin! Silvia

von
Tine

Vielen Dank Silvia, für die Ausführungen.