Termin-Mitteilung Reha-Beginn

von
oddo

Von der Krankenkasse wurde ich überaus deutlich zur Stellung
eines Reha-Antrages innerhalb 10 Wochen aufgefordert.
Dies habe ich getan und sämtlich notwendigen Unterlagen komplett
und vollständig ausgefüllt fristgerecht am 12.10.2009 persönlich bei
der Krankenkasse eingereicht. Am 20.10.2009 erhielt ich von der
Deutschen Rentenversicherung Bund die Eingangsbestätigung und
ein Aktenzeichen. Am 02.11.2009 erhielt ich von gleicher Stelle den
"Bescheid im Eilverfahren" mit der Bewilligung für drei Wochen und
Angabe der Klinik. Diese schnelle Bewilligung hat mich verwundert,
ich werde nämlich in wenigen Tagen 63 Jahre alt und bin zu 100 %
schwerbehindert. Arbeitsunfähig seit fast genau einem Jahr.

Die reichlich beigefügten Formulare und Hinweise der DRV Bund
hatte ich noch nicht vollständig durchgearbeitet, da kam anderen
Tages bereits Nachricht von der Rehaklinik: "...einer bevorzugten
Aufnahme...einer kurzfristigen Einladung...Wir bitten Sie, sich schon
jetzt darauf einzurichten. Teilen Sie uns bitte umgehend mit, unter
welcher Nummer wir Sie tagsüber telefonisch erreichen können,
um Ihnen den Anreisetermin mitzuteilen..."

Ich bin etwas verunsichert, was ich von dieser ungewohnten Eile
halten soll. Selbst die Krankenkasse als Auslöser des Reha-Antrages
ist über alle Maßen verwundert. Und muss ich denn wirklich meine
Telefon-Nummer jetzt schon nur deshalb angeben, dass man mich
telefonisch zur sofortigen "Mobilmachung" verdonnern kann?

Die paar Stunden Brieflaufzeit wird es doch wohl noch reichen.
Außerdem braucht der Reha-Gast ja auch etwas Zeit, um die von
der Klinik gewünschten Unterlagen wie z.B. vom Arzt usw. zeitnah
wie vorgeschrieben zu besorgen, persönliche Dinge sind vorab zu
erledigen, Einkäufe stehen an, Koffer packen und vieles mehr.

Also wenn mir jemand ein paar nützliche Tipps hätte, wäre ich froh.
Hinweise und auch Meinungen nehme ich gerne an, denn ich war
noch nie in der Lage, dass ich eine so tolle Urlaubsreise geschenkt
bekommen habe - eigentlich wollte ich diesen Urlaub gar nicht.

Wenn auch ein Experte eine Meinung dazu hätte, wäre es toll.

von
Jack

Hallo Oddo,
teilen Sie Ihrer Reha-Klinik genau dies mit (ein wenig Zeit zum Reagieren, Einkaufen, Kofferpacken, usw.).
Dort wird man sich sicherlich nach Ihnen richten können, wenn dies im vernünftigen Zeitrahmen bleibt.
Beachten Sie jedoch, dass Sie nicht ausgerechnet über die Feiertage (Weihnachten / Neujahr) Ihre Reha bekommen, da erfahrungsgemäß dort (außer gutem Essen) nichts abläuft und Sie daher von der Reha nicht viel haben werden.

von
-_-

Niemand ist verpflichtet, einen Telefonanschluss zu haben. Die Angabe der Telefonnummer ist auch nicht obligatorisch.

Offenbar bestehen freie Kapazitäten, dass man es so eilig hat. Wer will schon im November oder Dezember in "Kur" wenn die Tage kurz sind und das Wetter schlecht ist?

von
???

"Wer will schon im November oder Dezember in "Kur" wenn die Tage kurz sind und das Wetter schlecht ist?"

Sie haben Recht, da bucht man ja in Deutschland auch keinen Urlaub.

von
Peter

Die Eile steht mit der Aufforderung durch die Krankenkasse und einem besonderen Verfahren im Zusammenhang (§ 51 SGB V). Daraus ergibt sich denn auch die kurze Bearbeitungszeit. Hinsichtlich einer Terminvereinbarung sollten Sie entsprechend Ihres Gesundheitszustandes daran interessiert sein, entsprechend kurzfrstig die Reha anzutreten. Bei einer Terminverschiebung ist dies nur mit Zustimmung der Krankenkasse möglich.

Noch ein paar weitere Erklärungen:

Sofern Sie aus der Reha arbeitsunfähig entlassen werden, wird seitens des Rentenversicherungsträgers geprüft, ob ggf. eine Erwerbsminderungsrente in Betracht kommt. Als Rentenantragstellung gilt dann die Reha-Antragstellung.

von
Nix

Sie wurden von der Krankenkasse zur Reha-Antragstellung aufgefordert.
Rufen Sie bitte in der Klinik an und fragen Sie nach einer kurzen Terminverschiebung um eine Woche.
Will man erst das "O.k." der Krankenkasse, dann setzten Sie sich mit der Krankenkasse in Verbindung und auch diese wird einverstanden mit einer Verschiebung um eine Woche sein.

Da sitzen bestimmt keine "Unmenschen".

Mit freundlichen Grüssen
Nix

von
Auskenner

Ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht, was an der Bearbeitungszeit des Rehaantrages so ungewöhnlich schnell sein soll.

Meine med. Reha wurde seinerzeit innerhalb von
1 Woche genehmigt und schon knapp 3 Wochen später habe ich diese dann angetreten.

Verstehe auch nicht was da jetzt gross von ihnen noch organisert werden muss. Sie wissen doch jetzt schon seit dem 2.11. - also immerhin jetzt schon sei 9 Tagen - das ihre Reha genehmigt wurde.

Eben Koffer packen und los gehts. Für einen Sommerurlaub packen Sie ihre 7 Sachen ja nun auch nicht schon an Ostern...

Experten-Antwort

Hallo oddo,

bevor ich zu dem von Ihnen angesprochenen Thema des Aufnahmetermins in die medizinische Rehabilitationseinrichtung eingehe möchte ich auf folgendes hinweisen.

Eine wesentliche Zielsetzung der Rehabilitation besteht darin, die Betroffenen - also Sie - zu befähigen, mit ihrer Krankheit adäquat und selbstbestimmt umzugehen und trotz Einschränkungen vor allem ihre Funktionen im Beruf wahrzunehmen sowie ihre Rollen in Familie und Gesellschaft so weit wie möglich auszuüben.

Die medizinische Rehabilitation ist daher von der Kur im traditionellen Sinn zu unterscheiden:
Bei Kuren steht die Anwendung von ortsgebundenen Heilmitteln, wie z. B. Quellen, Salinen, Höhen- oder Meereslagen, im Vordergrund. Vom Ziel her betrachtet sollen Kuren durch unspezifische Reize die Gesundheit stärken und Regulationsstörungen beseitigen. Bei der medizinischen Rehabilitation werden zwar, soweit sich die Einrichtungen in Kurorten befinden, traditionell in einzelnen Indikationsbereichen auch ortsgebundene Heilmittel angewendet, im Zentrum steht aber die gezielte diagnostische und therapeutische Arbeit an den Fähigkeitsstörungen und Beeinträchtigungen in Beruf und Alltag sowie die Motivierung zur aktiven Krankheitsbewältigung und der Aufbau eines eigenverantwortlichen Gesundheitsbewusstseins.

Keinesfalls handelt es sich bei einer Rehabilitationsleistung um einen von der Sozialversicherung finanzierten Urlaub.

Nun zu dem von Ihnen angesprochen Aufnahmetermin. Eine bevorzugte Aufnahme im Rahmen eines Eilfalles sollte auch in Ihrem Interesse sein. Nur so ist eine zeitnahe Wiedereingliederung in den Erwerbsprozess möglich.

Ist gegebenenfalls der von der Klinik ausgewählte Aufnahmetermin zu kurzfristig, empfehle ich Ihnen direkt Kontakt mit der Rehabilitationseinrichtung aufzunehmen. Eine einvernehmliche Lösung wird sich sicherlich hierbei finden lassen.

von
...

Mich wundert nur, dass die Reha überhaupt bewilligt worden ist.

Im Reha-Antrag ist die Frage enthalten, ob Sie beabsichtigen innerhalb der nächsten 6 Monate eine Altersrente zu beantragen.

Sie haben den Reha-Antrag im Oktober gestellt werden jetzt 63 Jahre alt und wollen (zumindest habe ich es so aus Ihren Worten herausgelesen) aufgrund der Schwerbehinderung die Rente beantragen.

Bei Angabe dieser Tatsache wäre die Reha normalerweise abgelehnt worden und an die Krankenkasse als zuständige Stelle weitergeleitet worden.