tStudieren und als Dozent befriste arbeiten

von
Michael

Hallo,

ich habe recht viel im Forum gelesen aber habe doch noch detallierteren Informationsbedarf.

Meine Frau studiert zur Zeit. Für 3 Monate hat sie eine Honorarkraftstelle als Sprachlehrer bekommen (20 Std/ Woche) und verdient voraussischtlich
ca. 1600 Euro/ Monat (also insgesamt ca. 4800 €) Der Vertrag läuft auch Ende des Jahres ab. Eine Verlängerung ist nicht absehbar.

Grundsätzlich ist sie als Dozent was ich im Forum gelesen habe versicherungspflichtig. Hat hier der Studentenstatus eine Auswirkung auf die Versicherungspflicht?
Was gibt es dabei zu beachten? Welche Kriterien sind in diesem Fall für die Beitragspflicht bzw.die Befreiung davon maßgebend?
Wie sieht es aus mit der Beitragshöhe, falls Sie Beiträge bezahlen müsste?

Ist den ggf eine versicherungsfreie Beschäftigung bei der Bfa anzuzeigen bzw. ein Befreiung zu beantragen?

Falls relevant ich selbst bin sozialvericherungpflichtig angestellt.
Vielen Dank für Eure Antworten.

Michael

von
-_-

Hat hier der Studentenstatus eine Auswirkung auf die Versicherungspflicht?

Die entsprechende Broschüre finden Sie unter
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/nn_7112/SharedDocs/de/Inhalt/04__Formulare__Publikationen/02__info__broschueren/04__vor__der__rente/tipps__f_C3_BCr__studenten,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/tipps_f%C3%BCr_studenten

Wie sieht es aus mit der Beitragshöhe, falls Sie Beiträge bezahlen müsste?

Sie zahlt 19,9% Rentenversicherungsbeitrag vom Arbeitseinkommen (Gewinn).

Arbeitseinkommen ist der nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelte Gewinn aus einer selbständigen Tätigkeit. Einkommen ist als Arbeitseinkommen zu werten, wenn es als solches nach dem Einkommensteuerrecht zu bewerten ist.

http://bundesrecht.juris.de/sgb_4/__15.html

http://bundesrecht.juris.de/sgb_4/__8.html

Vordrucke: V020 (Anmeldung), V021 (Erläuterungen)

Die Vordrucke finden Sie, wenn Sie unter
http://www.deutsche-rentenversicherung.de
in die Suchfunktion oben rechts "V020" bzw. "V021" eingeben. In den Erläuterungen ist der Begriff "Arbeitseinkommen" auch noch näher erläutert.

Experten-Antwort

Die Krankenkasse entscheidet in ihrer Funktion als Einzugsstelle für den Gesamtsozialversicherungsbeitrag über die Versicherungspflicht und Beitragshöhe in sämtlichen Zweigen der Sozialversicherung (= Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung). Eine verbindliche Beurteilung des Sachverhalts Ihrer Frau kann daher nur deren Krankenkasse treffen.

Grundsätzlich ist zunächst festzustellen, ob Ihre Frau als Dozentin als Arbeitnehmerin beschäftigt oder selbständig tätig ist. Nach Ihren Ausführungen gehe ich eher davon aus, dass sie Arbeitnehmerin ist.
Sollte dies der Fall sein, dann wäre sie für die 3 Monate versicherungspflichtig in der Rentenversicherung, wobei sie die Hälfte des Rentenversicherungsbeitrages von 19,9 % aus Ihrem Arbeitsentgelt zahlen müsste. Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung wegen Geringfügigkeit besteht nach dem, was ich Ihren Ausführungen entnehmen kann, nicht, weil Ihre Frau einerseits mehr als 400 Euro monatlich verdient und andererseits die Beschäftigung nicht auf 2 Monate begrenzt ist.

von
Michael

Vielen herzlichen Dank für Ihre hilfreichen Antworten.

Sie arbeitet als freie Mitarbeiterin auf Honorarbasis. Der Vertrag legt nur die Stundenzahl/ Woche fest (20 Std.) Die Verteilung der Stunden auf Arbeitstage ist hierbei variabel.
Sie wird allerdings wahrscheinlich die 50 Tage-Grenze ( für befristete Tätigkeiten) nicht überschreiten. Dazu eine vielleicht dumme Frage, wir als Arbeitstag ein Tag gewertet an dem man tätig war (z.B. 2 Studen) oder wir hier eine bestimmte Stundenzahl zugrundegelegt.

Ich würde allg. annehmen (basierend auf dem Stundenplan), dass die 50 Tage nicht überschritten werden.

Ist dieses dann meldepflichtig oder legt das wieder die Krankenkasse fest?

Experten-Antwort

Ohne genaue Kenntnis der Details der Tätigkeit Ihrer Frau kann von mir nicht beurteilt werden, ob Sie als Dozentin Arbeitnehmerin oder selbständig Tätige ist. Ich kann auch nicht sagen, ob Sie als evtl. Arbeitnehmerin geringfügig wegen der 50 Tage-Regelung ist.
Diese Sachverhalte kann nur - wie in meinem letzten Beitrag bereits geschrieben - die Krankenkasse beurteilen. Sofern strittig ist, ob sie beschäftigt oder selbständig tätig ist, kann der Sachverhalt auch über die Clearingstelle bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, 10704 Berlin geklärt werden.
Ein Arbeitstag ist jeder Tag, an dem gearbeitet wird, unabhängig von der Stundenzahl. Sollte sich ergeben, dass die Beschäftigung Ihrer Frau wegen der 50 Tage-Grenze kurzfristig und damit geringfügig ist, dann wäre Ihre Frau versicherungsfrei in der Rentenversicherung. Es müssten dann weder von Ihrer Frau noch vom Arbeitgeber Beiträge gezahlt werden. Trotzdem müsste der Arbeitgeber den Zeitraum melden, damit der Sachverhalt bei einer späteren Betriebsprüfung überprüft werden kann. Die Meldung löst allerdings keine rentenrechtliche Zeit aus.

von
Michael

Zur Info:

Meine Frau arbeitet auf jeden Fall auf Honorarbasis selbtständig.
Der Arbeitgeber zahlt keine Beiträge für sie, so bekommt sie den Verdienst brutto ausgezahlt.

Vielen herzlichen Dank für Eure Hilfe.
Ich werde bei der Krankenkasse nachfragen.