Übergang kleine - große Witwenrente

von
Gretel

Brauche Hilfe.
Unser Kind ist ende Febr. 18 Jahre geworden, mein Mann verstarb jetzt im März, ich werde im April 45 Jahre, verheiratet seit 1994.
Nach vielen lesen müsste ich jetzt die befr. kleine Witwenrente erhalten.
Habe ich dann Anspruch ab dem Alter von 45 Jahren auf die große Witwenrente oder bleibt es bei der befristeten kleinen W-Rente für zwei Jahre und dann ist für immer Schluss?

Es sei lieb wenn mir jemand licht ins dunkle bringt. DANKE

von
A. Lund

Sie haben dann ein Anrecht auf die große Witwenrente mit 45 Jahren und 4 Monaten.

von
Severin

Hallo Gretel,

sofern Ihr Mann nach dem 1.1.1962 geboren war, gilt für Sie das neue Hinterbliebenenrecht.
Für die Monate April, Mai und Juni wird die Rente noch in voller Höhe gezahlt - das s.g. Sterbevierteljahr. Falls Ihr Mann noch keine Erwerbsminderungsrente bezogen hat, auch noch anteilig für den März.
Für Juli und August steht Ihnen dann nur die kleine Witwenrente zu und ab September (45 Jahre und 4 Monate) haben Sie dann Anspruch auf die große Witwenrente. Ab Juli wird ggf. auch Ihr eigenes Einkommen angerechnet.
Sie sollten - falls noch nicht geschehen - baldmöglichst den Antrag stellen, damit die Deutsche Rentenversicherung Ihre Ansprüche prüfen kann.

von
Gretel

Zitiert von: A. Lund

Sie haben dann ein Anrecht auf die große Witwenrente mit 45 Jahren und 4 Monaten.

**
Ich bin noch irritiert da die kleine Witwenrente ja jetzt befristet ist gegenüber der vorherigen Regelung. **

Experten-Antwort

Hallo Gretel,

nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt haben Sie zunächst Anspruch auf die kleine Witwenrente und anschließend ab 45 Jahren und 4 Monaten Anspruch auf die große Witwenrente.

Zur Erläuterung:
Die kleine Witwenrente wird eigentlich nur maximal für 24 Monate gezahlt. Sofern aber mindestens ein Ehegatte vor dem 02.01.1962 geboren und die Ehe vor dem 01. Januar 2002 geschlossen wurde, wird auch die kleine Witwenrente unbefristet gezahlt.
Davon unabhängig besteht der Anspruch auf große Witwenrente bereits ab dem 45. Lebensjahr plus 4 Monaten, wenn der Ehegatte im Jahr 2015 verstorben ist.

Geregelt ist das in § 242a SGB VI als Übergangsregelung zu § 46 SGB VI.

Auch ohne diese Übergangsregelung besteht der Anspruch auf große Witwenrente, sobald sie die Voraussetzungen hierfür erfüllen, auch wenn die kleine Witwenrente zuvor befristet war.

Da Sie das maßgebliche Lebensalter für die große Witwenrente bereits vor Ablauf einer möglichen Frist für die kleine Witwenrente erreichen, ist es unerheblich, ob Sie die zuvor genannten Voraussetzungen zur Frist erfüllen.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 13.10.2021, 15:18 Uhr]

von
Gretel

Vielen lieben Dank für die Auskunft.
Lässt mich etwas beruhigen in der schweren verdammten Zeit.
Im Moment nicht vorstellbar wie es wird wenn der zweite Verdienst fehlt und das Kind in Ausbildung ist.
DANKE

von
santander

Wenn das Kind noch Inder Ausbildung ist kann Halbwaisenrente beantragt werden.

von
=//=

Außerdem erhöht sich der Freibetrag bei der Einkommensanrechnung (bei der Witwenrente) von derzeit 755,30 EUR um 160,22 EUR für das waisenrentenberechtigte Kind - auch wenn es älter als 18 Jahre alt ist, aber sich noch in Ausbildung befindet.

Bitte beantragen Sie umgehend die Witwen- und Waisenrente. Da Ihr Kind volljährig ist, sollte er den Waisenrentenantrag stellen oder zumindest unterschreiben.

Interessante Themen

Altersvorsorge 

Sparen mit ETF: Rürup-Rente clever nutzen

Rürup-Sparer können auch staatlich gefördert mit kostengünstigen Indexfonds (ETFs) für den Ruhestand sparen – und so von Steuervorteilen profitieren.

Gesundheit 

Wenn die BU-Versicherung nicht zahlen will

Berufsunfähig – aber die eigens für diesen Fall abgeschlossene Versicherung stellt sich quer. Wie Versicherte vorbeugen können.

Rente 

Kinderregelung in der KVdR nutzen

Freiwillig versicherte Rentner müssen für die Krankenversicherung tief in die Tasche greifen. Dabei muss das in manchen Fällen gar nicht sein.

Altersvorsorge 

Wann lohnt sich eine private Pflegeversicherung?

Im Pflegefall übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten. Also besser eine private Pflegezusatzversicherung abschließen?

Altersvorsorge 

Altersvorsorge: Börse für Einsteiger

Aktien und Fonds bieten langfristig bessere Renditechancen als sichere Zinsprodukte, aber sie bergen auch mehr Risiken. Wie Sie teure Fehler bei der...