Übergang Krankengeld zur Nahtlosregelung

von
siba

Hallo,

hier kurz mein derzeitiger Istzustand.

57 Jahre
42 Jahre berufstätig davon die meiste Zeit Höchstbeiträge in die SV gezahlt.

Werde zum E. Oktober von der KK ausgesteuert.

Krankengeld war ca. 72,00 €/Tag

Gem. Angabe des AA wird die Zahlung für die Nahtlosregelung sich auf ca. 33 € / täglich belaufen.

Bemesungsgrundlage sei mein Einkommen in den letzten 12 bzw. 24 Monaten.
(Krankengeldbezug) nicht mein vorher gezahltes Gehalt.

Kann mir hier jemand helfen?
Mit einer Differenz in dieser Höhe (ca. 1200 Euro fehlen)
habe ich nicht gerechnet!

von
siba

Ergänzung zu meiner Frage

Habe die Erwerbsminderungsrente auf Anraten meiner Ärzte bei der DRV bentragt.

Siab

von
Corletto

Die Auskunft der AA ist nur teilweise korrekt.

Der Zeitraum 24 Monaten stimmt , aber ALG I wird nicht nach ihrem letzten Krankengeld bemessen !

Aus Einsparungsgründen hat man bei der letzten Arbeitsmarktreform , den Zeitraum der Ermittlung von Arbeitseinkommen auf 24 Monate gekürzt (vorher waren es noch 3 Jahre / 36 Monate )

Es wird zuerst nur 12 Monate
zurück geschaut ob Arbeitsentgeld bezogen wurde. Wenn nicht wird dieser Zeitraum auf 24 Monate ausgedehnt.

Wurde auch in diesem Zeitraum kein Arbeitseinkommen erzielt , wird ihr früheres Arbeitseinkommen definitiv n i c h t mehr berücksichtigt !

Diese Regelung trifft natürlich besonders Leute die 3-4 Jahrzehnte lang durchgehend gearbeitet haben, dann plötzlich unverschuldet schwer und langfristig erkrankt sind und ohne früher auch nur einen einzigen Tag ALG I bezogen haben, besonders hart .

Zur Ermittlung des ALG I wird dann aber n i c h t ihr Krankengeld herangezogen ( ist ja kein Arbeitseinkommen )sondern ihr ALG wird " fiktiv " berechnet !

Die " fiktive " Bestimmung ist relativ kompliziert ( 4 Stufenmodell - es geht nach Berufsausbildung, Schulabschlüssen und vor allem ihrer persönlichen , beruflichen ZUKUNFTSPROGNOSE und zwar Stand heute bei Antragsstellung !)

Allerdings wird regelmässig bei EM-Renten Antragsteller davon ausgegangen, das der erlernte und ausgeführte Beruf in Zukunft nicht mehr ausgeübt werden kann und sogar volle Erwerbsminderung vorliegt ( denn sonst hätten Sie ja keine EM-Rente beantragt... )
und man wird dann in die niedrigste - unterste Stufe 1 - ( ungelernt und ohne Ausbildung ) eingestuft, was ein ALG I von lächerlichen ca. 772 Euro pro Monat oder ca. 25,75 Euro pro Tag zur Folge hat.

Das heisst ein Professor , Arzt oder ein Topmanager würde genauso wie ein ungelernter Hilfsarbeiter ohne jegliche Ausbildung , in diesem Fall bei fiktiver Einstufung nur ca. 772 Euro an ALG I erhalten !ekommen.

Die Ihnen genannten 33 Euro pro Tag sind vielelicht nur das Leistungsentgeld ( Brutto )und nicht der Zahlbetrag ( Netto ) oder aber Sie haben " Glück " hegabt und ihr ALG Sachbearbeiter hat Sie in die höhere fiktive Stufe 2 eingruppiert.

von
siba

Danke für die leider schlechte Antwort.
Eingestuft wurde ich tatsächlich in die Stufe 2 "mit Ausbildung" .
Und tatsächlich war ich zuletzt Vertriebsleiter und für eine Menge Personal und einen recht hohen Umsatz verantwortlich.
Jetzt kann ich nicht mal mehr die Miete für mein Reihenhaus vom Arbeitslosengeld zahlen.

Jetzt holt es mich ein, daß ich für die Altersvorsorge ein wenig gespart habe. Sonst hätte ich vermutlich Anspruch auf Wohngeld usw.
Danke

Siba

von
Corletto

Das was sich die Herren Politiker bei dieser Arbeitsmarktreform und speziell bei der Ausgestaltung dieser fiktiven Einstufung in Bezug auf das Bemessungsentgeld nach Krankheit geleistet haben ,spottet wirklich jeder Beschreibung.

Sie und ich ( war mehr als 30 Jahre Leiter Logistik einer weltweit führenden Import/exportgesellschaft im Konsumgüterbereich mit Milliarden Euro Umsatz ) die Unsummen in die ALG Versicherung in ihrem Arbeitsleben eingezahlt haben, werden dann im Leistungsfall mit ALG 1 Bezügen , die noch unterhalb des Hartz 4 Satzes sind - abgespeist. Und das nur weil man schwer krank geworden ist
und die letzten 2 Jahre - leider - nicht mehr arbeiten konnte !

Ich bin auch ein Fan der Solidargemeinschaft ( der Starke tritt für den Schwachen ein ) sicherlich, aber das Ding mit der fiktiven Einstufung auf Niveau eines ungelernten Hilfsarbeiters geht so einfach nicht.

Alles Gute für Sie !

Experten-Antwort

Leider kann ich zur Berechnung des Arbeitslosengeldes I in Ihrem Sonderfall keine Stellungnahme abgeben. Bitte wenden Sie sich an Ihre Agentur für Arbeit.

Ansonsten bleibt das Rentenverfahren abzuwarten.