Übergangsgeld

von
jenny

Hallo!
Ich soll demnächst von der Rentenversicherung eine Praktikumsmaßnahme machen und ich möchte wissen, wie sich genau das Übergangsgeld zusammensetzt.
Wird es genau so viel wie Arbeitslosengeld sein, also bei mir 260,- Euro im Monat.
Denn während ich zur Kur war bekam ich das als Übergangsgeld.
Ich bekomme nur so wenig Arbeitslosengeld, weil ich zuletzt in einem Callcenter mit 3,- Euro Stundenlohn gearbeitet habe.
Aber ich würde es für einen 8 Stunden Tag mit 260,- Euro im Monat zu wenig finden.
Kann mir jemand da weiter helfen?

von
Nix

Die Berechnung von Übergangsgeld bei Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben berechnet sich aus folgenden Werten.
1) Berechnung des Übergangsgeldes aus dem tatsächlich zuletzt erzielten Entgelt aus dem zuletzt ausgeübten Vollzeitbeschäftigungsverhältnis

2). Berechnung des Übergangsgeldes aus dem Tarifentgelt, welches unmittelba vor Beginn der Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben massgebend war.
Von diesem letzten Tarifentgelt werden 65% genommen.

Diese beiden Werte 65% aus Tarifentgelt und letzter abgerechneter Entgeltabrechnungszeitraum(nicht länger als 2 Jahre zurückliegend) werden miteinander verglichen. Der höhere Betrag ist massgebend und wenn Sie Kinder unter 18 Jahren haben, wird dieser Betrag auf 75% gekürzt bzw. 68%, wenn sie keine Kinder haben.

So berechnet sich das Übergangsgeld.
Ausserdem wird überprüft: Was haben sie vor diesem Job eigentlich richtig gelernt(erlernter Beruf oder langjährig ausgeübte Tätigkeit).

Dieser Beruf wird für die Ermittlung des Tarifentgeltes berücksichtigt. Es gilt also der Tarifvertrag aus der letzten richtigen Beschäftigung.

Irgendwelche - vorübergehender Minijobs etc - fallen da raus.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihnen

Nix

von
Nix

Liegt der letzte abgerechnete Entgeltabrechnungszeitraum nicht länger als 3 Jahre zurück, dann wird auf jeden Fall eine Vergleichsberechnung zwischen Aktuellem Tarifentgelt und tatsächlichem Arbeitsentgelt - letzter Entgeltabrechnungszeitraum - vorgenommen.

Gemäss § 22 Absatz 2 SGB VI wird die Berechnungsgrundlage für das Übergangsgeld aus 65 vom Hundert des auf ein Jahr bezogenen tariflichen oder wenn es an einer tariflichen Regelung fehlt, des ortsüblichen Arbeitsentgeltes ermittelt, das für den Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort gilt, wenn
1) die Berechnung nach dem tatsächlichen Entgelt zu einem geringeren Betrag führt oder
2) der letzte abgerechnete Entgeltabrechnungszeitraum länger als 3 Jahre zurückliegt.

Hier habe ich Ihnen noch einen weiteren Link reinkopiert, da diese Frage des öfteren hier im Forum vorkommt.
Einfach mal bei Themensuche "Nix" eingeben.

"Sie sehen:
Der Gesetzgeber hat auch hierfür vorgesorgt:
Notfalls wird die Übergangsgeldberechnung aus dem Ihnen zustehenden Tarifentgelt unmittelbar vor Beginn der Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben berechnet."

Einen schönen Sonntag und einen guten Wochenstart wünscht Ihnen

Nix

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Jenny ,

während der Teilnahme an einer Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben ist die Höhe des Übergangsgeldes auf 68 % bzw. 75 % des letzten Nettoarbeitsentgelts beschränkt. Der höhere Prozentanteil wird dann geleistet, wenn ein minderjähriges Kind vorhanden ist, ein Kind dass volljährig ist aber noch lfd. Kindergeld gezahlt wird oder bei Pflegebedürftigkeit des Versicherten oder Ehegatten. Wurde in den letzten 3 Jahren vor Beginn der beruflichen Rehamaßnahme keine versicherungspflichtige Beschäftigung ausgeübt oder war das letzte Arbeitsentgelt deutlich niedriger, erfolgt ein Vergleich aus dem aktuellem Tarifentgelt aus der letzten Beschäftigung, die aufgrund der Behinderung nicht mehr ausgeübt werden kann mit dem letzten niedrigerem Arbeitsentgelt. Das dann höhere Entgelt wird dann mindestens Berechnungsgrundlage.