Übergangsgeld

von
susanne

Hallo,
ich bin seit 2004 arbeitslos, erst in ALG I dann über Hartz 4 unterstützt. Durch meine Sehbehinderung kann ich in meinem erlernten Beruf nicht mehr arbeiten. Seit 9/08 mache ich eine Blindentechnische Grundqalifizierung, eine berufliche Reha. Mein Übergangsgeld wurd auf grund einer 3 wöchigen Tätigkeit für eine Leiharbeitsfirma zwischen 2003 - 2005 bemessen; dies ist natürlich weitaus geringer als mein sonst üblicher möglicher Verdienst in meinem erlernten Beruf.
Das Übergangsgeld liegt nun für mich unter dem Satz von Hartz 4.
Ist diese Berechnung der DRV korrekt!?
Danke für ihre Antwort.

von
???

Mit Ihren Angaben ist eine konkrete Antwort schwierig. Bei der Übergangsgeldberechnung wird normalerweise der letzte Verdienst herangezogen. Dieser muss allerding innerhalb der letzten 3 Jahre vor Maßnahmenbeginn liegen. Außerdem erfolgt noch ein Vergleich mit der Berechnung aus dem Tariflohn Ihres Reha-Berufs. Wurde das durchgeführt?

von
Reha-Göttle :-)

Ich gebe meinem Vorredner recht. Ihre Angaben sind für eine Prüfung in diesem Forum recht dürftig. Ich würde eine Überprüfung bei Ihrem zuständigen RV-Träger beantragen.

Weiterhin empfehle ich, bei korrekter Berechnung evtl. Hartz 4 in Form einkommensergänzender Leistung zu beantragen. Dies könnten Sie schon vorab
machen, da Hartz 4 Leistungen nicht rückwirkend bezahlt werden, da sonst davon ausgegangen wird, dass keine Bedürftigkeit vorlag.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass ich noch keinen Fall hatte, indem der ÜG-Satz bei beruflicher Reha unter dem Hartz 4 Satz lag.

Es könnte natürlich auch sein, dass im ersten Monat ein Erstattungsanspruch noch verrechnet wurde. Aber auch hier kann Ihnen Ihr RV-Träger Auskunft geben.

von
susanne

Danke für Ihre Reaktion.
Mein letzter Verdienst lag in den letzten 3 Jahren vor Beginn der Reha.Es war aber eine Helertätigkeit von 3 Wochen. Meine Beschäftigung bis 2003 in meinem Beruf war deutlich höher entlohnt. Dies ´wird aber nicht als Bemessungsgrundlage heran gezogen.
Es gibt keine Tarifliche Einstufung meines Rehaberufes, da es sich um eine Arbeitserhaltenden maßnahme handelt. Ich lerne Blindentechniken ( Braille u.a. EDV Techniken für die Arbeit als Blinder).
Ergänzendde Leistungen kann ich wohl beantragen, nur möchte ich erst wissen, ob diese Berechnung rechtens ist.

Experten-Antwort

Hallo Susanne,

den Folgebeiträgen kann dahingehend beigepflichtet werden, dass mit den vorhandenen Angaben keine abschließende Antwort zu Ihrer Frage der konkreten Berechnung des Übergangsgeldes abgegeben werden kann.

Bitte nehmen Sie mit Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger Kontakt auf. Dieser wird Ihnen die Berechnung des Übergangsgeldes anhand der bei Ihnen zugrundegelegten Berechnungsgrundlagen ausführlich erläutern können.
Insbesondere wird er die Vergleichsberechnung mit dem Tarifentgelt bzw. ortsüblichen Entgelt darstellen. Hierzu kann grundsätzlich festgestellt werden, dass Berechnungen aufgrund des Tarifentgeltes bzw. ortsüblichen Entgeltes regelhaft über dem Leistungssatz des Arbeitslosengeldes II liegen.

Unabhängig von der Überprüfung der Höhe des Übergangsgeldes durch den Rentenversicherungsträger empfehle ich Ihnen beim Arbeitslosengeld II-Träger unmittelbar einen Antrag auf ergänzende Leistungen zu stellen.

von
Nix

Ihre Angaben sind sehr dürftig:
1) Was haben Sie für eine Tätigkeit vor der Leiharbeitsfirma und damit vor 2003 bzw. bis 2003 für eine Arbeit verrichtet?
2) Haben Sie eine abgeschlossene Berufsausbildung oder haben Sie in der Tätigkeit vor 2003 überwiegend gearbeitet, z.B. 10 Jahre lang selbe Tätigkeit?
Grundsätzlich muss eine Vergleichsberechnung mit dem aktuellen Tarifentgelt von heute/bzw. vor Beginn der Umschulung erfolgen. Die Tarifverträge für Leiharbeitsfirmen sehen nur niedrige Löhne vor, niedrigere als im tatsächlichen Berufszweig des tatsächlich ausgeübten Berufs.

Hier müssen Sie bei Ihrem Sachbearbeiter nachhaken.
Tun Sie dies schriftlich. Schreiben Sie am Besten auch eine Art Lebenslauf mit Angabe der einzelnen Firmen und Zeiträume, in denen Sie dort gearbeitet haben. Damit ermöglichen Sie Ihrem Sachbearbeiter eine ordentliche Einstufung nach dem richtigen Tarifentgelt.

P.S. Einen Anspruch auf Übergangsgeld oberhalb des Sozialhilfebedarfssatzes besteht nicht. Unter Umständen müssen Sie tatsächlich ALG II beantragen.

Dies ist aber meistens nicht der Fall, wenn Sie ordnungsgemäss/richtig vom Tarifentgelt her - eingestuft wurden.

Haken Sie bitte bei Ihrem RV-Träger - schriftlich - wie oben beschrieben - nach.

Viel Erfolg!

Nix