Übergangsgeld Abzüge

von
Annett

Ich bin zur Zeit in einer REHA Umschulung. Das ÜG-Geld wurde berechnet: Beginn der Maßnahme 7.7.14 und letzter Sozialversicherungspflichtiger AT war der 30.6.11. Nun wurde mit dem Tarif Verkäuferin gerechnet. In meiner Maßnahme sind noch andere Verkäuferinnen und es wurden unterschiedliche Tarife bzw. Entgelte berechnet. Ist so etwas rechtens? Bei 1800 € Brutto kommt nur 770 € netto (68%) raus. Wie soll ich meine Kosten decken?

von
???

Den Tarif "Verkäuferin" gibt es so nicht. Auch wenn Sie alle im Bereich Einzelhandel gearbeitet haben sollten, gibt es dort verschiedene Einstufungen. Berücksichtigt wird z.B. ob eine Ausbildung absolviert wurde, wie lange die Betriebszugehörigkeit war, Sitz des Arbeitgebers ... .
Eine Änderung können Sie nur erreichen, wenn Sie nachweisen, dass die bisherige Einstufung fehlerhaft ist. Einfach auf andere verweisen reicht nicht aus, weil Sie nie die genauen Umstände kennen (es sei denn zufälligerweise hätte eine von den anderen genauso lange wie Sie beim gleichen Arbeitgeber gearbeitet).
Außer dem Übergangsgeld erhalten Sie ja noch Verpflegungsgeld und Fahrtkosten oder eine Internatsunterbringung inklusive Verpflegung. Das sind zwar auch keine großen Summen, aber entlasten Ihr Budget doch. Falls es dann immer noch nicht reicht, besteht die Möglichkeit bei der Arge mit AlG II aufzustocken.

von
-/-

Ob die Berechnung des Übergangsgeldes rechtens ist, wird hier niemand abschließend beurteilen zu können. Ein Vergleich mit anderen Bescheiden macht nur dann Sinn, wenn alle Faktoren, die sich auf die Berechnung auswirken können, bei allen Bescheiden sprich Teilnehmerinnen, identisch sind.

Machen Sie sich einfach mal den Spaß und werfen einen Blick in die einschlägigen Gesetze und den Rechtlichen Anweisungen der DRV dazu ;-))

Experten-Antwort

Hallo Annett,
die Feststellung des Tarifentgeltes wird von den Rentenversicherungsträger sehr sorgfältig vorgenommen. Es ist in der Tat sehr kompliziert, denn Tarifverträge können sehr unterschiedlich und feingliedrig sein. Es ist Ihr gutes Recht die Berechnungsgrundlage des Übergangsgeldes von Ihrem Rentenversicherungsträger überprüfen zu lassen. Aus einem Jahrestariflohn von ca. 1.800 Euro kommen aber in der Tat ca. 770 Euro netto heraus.
Viele Grüße

Interessante Themen

Altersvorsorge 

Mit wenig Geld fürs Alter vorsorgen

Viele Geringverdiener sorgen nicht zusätzlich für den Ruhestand vor. Dabei reichen oft schon ein paar Euro, um sich attraktive Zuschüsse und Zulagen...

Altersvorsorge 

Steuererklärung in Corona-Zeiten

Wie sich die Corona-Pandemie auf Ihre Steuererklärung auswirkt, worauf Sie achten müssen und wo Sie Steuern sparen können.

Altersvorsorge 

Was die Dax-Erweiterung für Sparer bedeutet

Von 30 auf 40: Deutschlands wichtigster Börsenindex wird erweitert. Für Anleger lohnt es sich, deshalb einmal genau auf den Dax zu schauen.

Gesundheit 

Berufsunfähig: tückische 50-Prozent-Klausel

Die 50-Prozent-Klausel erweist sich oft als Hürde, wenn es um die Anerkennung einer Berufsunfähigkeit geht. Was es mit der Klausel auf sich hat.

Rente 

Erwerbsminderungsrente rechtzeitig verlängern

Eine Erwerbsminderungsrente wird meist nur befristet gewährt. Das Ende des Bewilligungszeitraums sollten Sie immer im Blick haben und rechtzeitig...