Dann rechnen Sie mal richtig.
Sie machen in Umschulung, weil Sie gesundheitlich nicht mehr in der Lage sind, Ihren bisherigen Beruf auszuüben.
In diesem 'neuen' Beruf haben Sie aber weder Ahnung noch Berufserfahrung. Und erwarten dafür 100%??
Vorübergehend werden Sie also mit Übergangsgeld unterstützt. Zusätzlich sind Sie Kranken-/Pflege-/AlV versichert. Das ÜG wird bei Ihren späteren Rentenansprüchen berücksichtigt, ohne dass Sie dafür Beiträge bezahlen. Versteuern müssen Sie das ÜG auch nicht.
Und es werden die Lehrer/Ausbilder bezahlt und die Unterrichts-/Arbeitsmaterialien.
Außerdem haben Sie einen persönlichen Coach, der für all Ihre Fragen zur Verfügung steht und Sie dann auch in der Bewerbungsphase unterstützt. Auch der muss bezahlt werden.
Allerdings nicht von Ihnen.
Und Irgendwann steht dann die Prüfung an. Die notwendigen Prüfungsgebühren werden bezahlt.
Allerdings nicht von Ihnen.
Haben Sie mal die Leistungen, die Sie erhalten, mit einem 'völlig Gesunden' verglichen, der aus Eigeninteresse einen Berufswechsel anstrebt und welche Kosten der dann zu bezahlen hat? Ohne dass er dafür von irgendjemanden unterstützt wird, außer vielleicht einer geringen Steuerersparnis, weil er es dort als Fortbildung geltend machen kann. Aber wovon, wenn er doch während seiner 'gesunden' Berufsänderung gar keine Einkünfte hat. Die KV/PV-Beiträge muss er trotzdem bezahlen, aus eigener Tasche ohne Zuschuss von irgendwem.
Und falls er einen Coach benötigt, der ihm Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern verschafft und bei den Bewerbungen hilft, muss er den richtig teuer auch selbst bezahlen.
Und wenn er scheitert, dann steht er da mit nichts, weil er durch die Prüfung gerasselt ist und vergessen hatte, auch Beiträge zur AlV zu bezahlen. Und aus lauter Frust wird er fürchterlich krank, beantragt nun EM-Rente, bekommt aber nichts, weil er die 3/5 Belegung nicht erreicht hat aufgrund seiner privaten Fortbildung.
Dumm gelaufen, für den. Und etwas überspitzt dargestellt auch, klar.
Aber Sie brechen nach 1 Jahr einfach die Umschulungsmaßnahme ab, weil es Ihnen dann doch zu viel wird. Und haben Anspruch auf ALGI. 'Einfach so'. Oder auf Krankengeld. 'Einfach so'. Oder Sie beantragen dann doch EM-Rente. Da wird aber dieses eine miese Jahr nicht mitgerechnet, es wird so getan, als hätten Sie weiter richtig gut verdient. 'Einfach so'.
Das haben nämlich die, die dafür gesorgt haben, dass Sie jetzt nur 68% bekommen, auch geregelt...
Und nun dürfen Sie noch mal nachdenken und sich dann vielleicht einfach darüber freuen, dass Ihnen diese Chance überhaupt geboten wird und Sie damit dann eben vielleicht nicht schon früh in EM-Rente gehen müssen sondern noch einige Jahre gutverdienend weiter arbeiten können.
Bleiben Sie gesund und ärgern Sie sich weniger, das macht nämlich auch krank.