Übergangsgeld! Wie hoch?

von
hellokit

Hallo zusammen,

ich werde zum erstenmal in meinem leben übergangsgeld beziehen.
wohl für 4 monate.
kann mir jemand die formel hierzu sagen?
ich bin:
single,37,keine kinder, lsk1, habe brutto 3250,-+500brutto weihnachtsgeld + 500e brutto urlaubsgeld gezogen.
wieviel bekomme ich während dieser zeit übergangsgeld????
und ändert sich dadurch mein rentenanspruch? wird diese in zukunft geringer ausfallen???

danke
hellokit

von
Nix

Und wie hoch ist Ihr Nettoentgelt?
Das braucht man bei der Übergangsgeldberechnung auch.

Nix

von
Nix

Hallo Hellokit!

Hier kommt auch schon ganz flott die Übergangsgeldberechnung:
Bruttoentgelt EUR 3250,--
dividiert durch 30 Tage
= EUR 108,33 Bruttoarbeitsentgelt
Einmalzahlungen Urlaubs-Weihnachtsgeld = EUR 1.000,--
geteilt durch 360 Tage/Jahr
ergibt einen kalendertäglichen Hinzurechnungsbetrag aus Einmalzahlungen
= EUR 2,78 Brutto

Summe kalendertägliches Bruttoentgelt = EUR 111,11
Das ist das kalendertägliche Regelentgelt = EUR 111,11

Jetzt Vergleichsberechnung mit Nettoentgelt:

Nettoarbeitsentgelt EUR 1.890,--
dividiert durch 30 Tage
= Kalendertägliches Nettoarbeitsentgelt EUR 63,--
zuzüglich Hinzurechnungsbetrag aus Einmalzahlungen Urlaubs-Weihnachtsgeld ermittelt aus dem Verhältnis des kalendertäglichen Bruttoentgeltts zum kalendertäglichen Nettoentgelt und dem einmalig gezahlten Entgelt = EUR 1,61

= Kalendertägliches Nettoarbeitsentgelt EUR 64,61

Ermittlung der Berechnungsgrundlage

Die Berechnungsgrundlage beträgt 80% des kalendertäglichen Regelentgeltes und darf das kalendertägliche Nettoarbeitsentgelt nicht übersteigen

80% von EUR 111,11 = EUR 88,89

Das Nettoentgelt von EUR 64,61 ist niedriger und daher massgebend für die Übergangsgeldberechnung.

Sie sind ledig und haben keine Kinder. Deshalb beträgt das Übergangsgeld bei Ihnen 68% von EUR 64,61.

Das sind genau EUR 43,93 kalendertägliches Übergangsgeld.

Die Schwerbehinderung spielt keine Rolle und die Steuerklasse brauchen wir auch nicht.
Wird das Übergangsgeld vom 01.01. bis 31.01. eines Monats gezahlt, dann besteht ein Anspruch auf 30 Kalendertage ÜBergangsgeld im Monat

Also: EUR 43,93 x 30 Tage = EUR 1.317,90 monatliches Übergangsgeld

Das war also das, was Sie als "Formel zur Übergangsgeldberechnung" bezeichnet haben. :-)
Cool. Nicht? :-)
Selbstverständlich führt eine Übergangsgeldzahlung im Rentenversicherungsverlauf zu einer Minderung der späteren Rentenansprüche.
Jedoch ist diese minimal und wird durch verschiedene Vergleichsberechnungen und Durchschnittsbewertungen aus dem gesamten Versicherugnsleben bei der späteren Rente anders/höher/niedriger bewertet.

Machen Sie sich dazu "keinen Kopp", wie man im Rheinland zu sagen pflegt.

Viele Grüsse
Nix

von
Nix

Das Nettoentgelt, welches heutzutage Grundlage für die Sozialleistungsberechnung (Krankengeld,Übergangsgeld etc) massgebend ist, lässt sich erhöhe, indem man schön brav am Anfang eines Jahres dem Arbeitgeber eine Steuerkarte mit eingetragenen Steuerfreibeträgen z.B. für Fahrkosten, Kinder etc. vorlegt.
Also immer schön, wenn man die Steuerkarte bekommt, direkt zum Finanzamt laufen und Steuerfreibeträge eintragen, anstatt sich auf grosse Steuererstattungen am nächsten Jahresanfang zu freuen, wenn man die Steuererklärung macht.
Durch die Eintragung von Steuerfreibeträgen lässt sich das MonatsNettoentgelt erhöhen. Dann würde auch das Übergangsgeld in unserem Fall, mein Lieber hellokit, höher ausfallen.
Oder würden Sie im Laufe eines Jahres arbeitslos werden, so ist dann auch das Arbeitslosengeld etc. höher, also alle Sozialleistungen, die man beziehen kann und für die Grundlage das Nettoarbeitsentgelt ist.

Capito?

Gruss
Nix

von
Verschiedene Nettos?

Hallo Nix,

der Tipp ist super. Das muss man erstmal wissen und kapieren. Danke dafür.

Eine Frage. Ich habe mein monatliches Brutto aufgrund des Unterschreitens von Hinzuverdienstgrenzen wegen teilweiser Erwerbsminderungrente in Absprache mit meinem Arbeitgeber "angepasst". Ich beziehe 10 Monate Gehalt unter HZG und 2 Monate drüber. Das Nettogehalt unterscheidet sich somit auch an diesen beiden Monaten. Wie äußert sich denn solch eine Konstellation in Bezug auf die Berechnung von Sozialleistungen wie ALG I? Die beiden höheren Zahlungen sind ohne Angabe von "Gründen" einfach so im Arbeitsvertrag reingeschrieben.

Danke!