Übergangsgeldberechnung LTA, Mindestbeitrag

von
Verwirrt

Hallo,

ich bin mittlerweile reichlich verwirrt bzgl. Informationen die ich zur Berechnung des Übergangsgeldes bei LTA bekommen habe.

Ich bin Selbstständig und habe den Mindestbeitrag in die DRV bezahlt in den letzten 4 Jahren. Vor ein paar Monaten hatte ich eine med. Reha. Das Übergangsgeld war entsprechend "dünn". Irgendwas um die 220€. Nun stellt sich die Frage nach einer Umschulung bzw. LTA zu beantragen. Ich versuche nun seit einiger Zeit herauszufinden, wie das Übergangsgeld bei LTA in meinem Fall berechnet wird und habe da komplett verschiedene Aussagen zu bekommen. Ein Sozialverband meint, das ich bei LTA auch nur die Übergangsgeld in Höhe von ca. 220€ bekommen würde (wie bei er med. Reha), bei der DRV bekomme ich da telefonisch einmal die Antwort "Vergleichberechnung" und ein mal auch "genau wie bei der med. Reha".

Ich habe Angst den Antrag vorher zu stellen, wenn ich nicht weiss ob ich überhaupt eine Umschulung machen kann bzw. mit dem Geld überhaupt über die Runden komme.

Anbei mal das Schreiben vom Sozialverband, welches (wenn ich es richtig verstehe) komplett Widersprüchlich ist zu den Aussagen der DRV am Telefon. Kann mir hier irgendjemand helfen und verlässliche Aussagen tätigen?

Nochmal zu den Fakten:
Selbstständig, freiwillige Beiträge seit 4 oder 5 Jahren (Mindestbeitrag), aktuell Krank geschrieben, (freiwillig pflichtversicherter in der gesetzlichen Krankenkasse)

Danke für die Hilfe

von
Verwirrt

da das mit dem Foto anhängen wohl hier nicht gestattet ist, tippe ich den Auszüge aus dem Schreiben des Sozialverbandes kurz ab:

"
Bei Selbstständigen errechnen sich die Leistungen zum Lebensunterhalt aus dem Arbeitseinkommen. Die Berechnung des Regelentgelts aus dem Arbeisteinkommen erfolgt bereichsbezogen nach den in den jeweiligen Leistungsgesetzen speziellen Vorschriften. Für die Übergangsgeldberechnung in der gestzl. Rentenversicherung gilt demgegenüber nach §21 Abs 2 SGB VI als Berechnungsgrundlage für Versicherte, die Arbeitseiinkommen erzielt haben, ein Prozentsatz von 80% des Einkommes das vor Beginn der Leistungen für das letzte Kalenderjahr gezahlten Beiträge zugrunde liegt. Dieser Beitrag stellt die Obergrenze für das Übergangsgeld dar.

.....

Die Berechnungsgrundlage für das Übergangsgeld bei LTA wird gem. § 21 Abs. 2 SGB VI wie bei Leistungen zur med. Reha ermittelt, wenn der Versicherte zuletzt freiwillig Beiträge oder Pflichtbeiträge auf Grund einer selbstständigen Tätigkeit entrichtet und entsprechende Erwerbseinkünfte bezogen hat. Bemessungzeitraum ist dabei immer das letzte Kalenderjahr vor Beginn der Leistung. Die 3-Jahresfrist nach § 48 SGB IX ist insoweit ohne Bedeutung. Für die Übergangsgeldhöhe sind die Beiträge in Einnahmen/Entgelte umzurechnen, in dem die für das letzte Kalenderjahr gezahlten Beiträge mit 100 multipliziert und durch den Beitragssatz nach §158 SGB VI, der zum Zeitpunkt der Entrichtung gegolten hat, geteilt werden. "

Für mich liest sich das erstens komisch und zweitens doch komplett widersprüchlich zu den Aussagen die ich hier lesen kann inpunkte Vergleichsberechnung.

von
Verwirrt

Guten morgen,

weiss niemand Rat? Ich blicke da leider selbst nicht durch.

Grüsse

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Verwirrt,

nach § 48 SGB IX sind für Teilnehmer an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben bei der Ermittlung des Übergangsgeldes zwei Berechnungen durchzuführen. Zum einen die Berechnung aus dem versicherten Arbeitsentgelt bzw. den gezahlten freiwilligen Beiträgen, zum anderen aus dem tariflichen/ortsüblichen Entgelt. Das höhere der beiden Übergangsgelder wird dem Versicherten gezahlt.

Nach § 21 Abs. 2 SGB VI ist als Bemessungszeitraum bei freiwillig Versicherten oder pflichtversicherten Selbständigen immer das letzte Kalenderjahr vor Beginn der Leistung zur Rehabilitation vorgesehen. Sind keine Beiträge im letzten Kalenderjahr vor Beginn der Leistung zur Rehabilitation entrichtet, kommt ausschließlich eine Berechnung nach § 48 SGB IX aus einem tariflichen bzw. ortsüblichen Arbeitsentgelt in Betracht.

Grundlage für die Berechnung des Übergangsgeldes aus dem ortsüblichen/tariflichen Entgelt ist das tarifliche Arbeitsentgelt, das für den vom Rentenversicherungsträger vorgegebenen Beruf für den letzten Kalendermonat vor Beginn der Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben gilt. Damit wird sichergestellt, dass das aktuelle tarifliche Entgelt berücksichtigt wird.
Es ist das Tarifentgelt/ortsübliche Entgelt für Vollzeitbeschäftigte zugrunde zu legen, auch wenn der Versicherte zuletzt teilzeitbeschäftigt war.

Von dem so berechneten jährlichen Tarifentgelt sind 65 v.H. zu ermitteln. Das ist ein fester, vom Gesetzgeber vorgegebener Wert, der berücksichtigt, dass ein Arbeitnehmer normalerweise mindestens 35 Prozent Entgeltabzüge durch Steuern, Sozialabgaben und andere Abzüge hat.

Für eine detailliertere individuelle Beratung wenden Sie sich am Besten direkt an Ihren zuständigen Rentenversicherungsträger bzw. einer seiner Auskunfts- und Beratungsstellen.