Überprüfung unbefristete Erwerbsminderungsrente

von
Jule

Hallo,
wegen einer unheilbaren schweren chronischen fortschreitenden Erkrankung wurde ich vor 1,5 Jahren unbefristet berentet. Da dies ziemlich unerwartet kam und mein Arbeitgeber mir mit anderem Arbeitsplatz und günstigeren reduzierten Zeiten entgegenkam, habe ich mich entschieden, vorerst noch weiter zu arbeiten. Ich bewege mich im Rahmen der zuläßigen Zuverdienstgrenzen (ich beziehe die Hälfte der Rente) und melde alles ordnungsgemäß an. Nun soll eine Überprüfung stattfinden - muß ich um die Rente, die mir eine gewisse Sicherheit bietet wenn einmal gar nichts mehr geht, bangen?
Herzlichen Dank für Antworten

von
Max

Zitiert von: Jule

Hallo,
wegen einer unheilbaren schweren chronischen fortschreitenden Erkrankung wurde ich vor 1,5 Jahren unbefristet berentet. Da dies ziemlich unerwartet kam und mein Arbeitgeber mir mit anderem Arbeitsplatz und günstigeren reduzierten Zeiten entgegenkam, habe ich mich entschieden, vorerst noch weiter zu arbeiten. Ich bewege mich im Rahmen der zuläßigen Zuverdienstgrenzen (ich beziehe die Hälfte der Rente) und melde alles ordnungsgemäß an. Nun soll eine Überprüfung stattfinden - muß ich um die Rente, die mir eine gewisse Sicherheit bietet wenn einmal gar nichts mehr geht, bangen?
Herzlichen Dank für Antworten

Müssen Sie zum Gutachter?

oder nur ein Selbstauskunftfragebogen....

von
Jule

heute den Selbstauskunftsbogen bekommen

von
EMRT-Prüfdienst

Wenn die Überprüfung ergeben sollte, dass Sie mindestens 3 Stunden täglich arbeiten können, haben Sie keinen Anspruch mehr auf eine VOLLE EM-Rente.

Und bei einem Leistungsvermögen von mindestens 6 Stunden täglich, wären Sie noch nicht einmal mehr TEILWEISE rentenrelevant erwerbsgemindert.

Es sei denn, der sozialmedizinische Dienst der DRV stellt eindeutig fest, dass Sie auf Kosten Ihrer Restgesundheit gearbeitet haben.

Die reine Behauptung, dass das so ist bzw. war, reicht nicht.
Es muß schon plausibel nachgewiesen werden.

Erwerbsminderungsrente und Erwerbsarbeit passen irgendwie schlecht zusammen und das ist den nicht rentenbeziehenden Arbeitnehmern auch kaum zu vermitteln!

von
Jule

Ich arbeite unter sehr großen gesundheitlichen und organisatorischen Aufwand und leiste volle Sozial- und Rentenabgaben, Steuern, gebe also meinen Beitrag an die Allgemeinheit zurück. Ich sehe das jetzt nicht als verwerflich an.
Ich hätte es leichter, mich um meine restliche Gesundheit zu kümmern, wenn ich mehr Zeit hätte. habe nicht damit gerechnet, es als Bummerang zurückzubekommen.

von
Moralprediger

Zitiert von: Jule

Hallo,
wegen einer unheilbaren schweren chronischen fortschreitenden Erkrankung wurde ich vor 1,5 Jahren unbefristet berentet. Da dies ziemlich unerwartet kam und mein Arbeitgeber mir mit anderem Arbeitsplatz und günstigeren reduzierten Zeiten entgegenkam, habe ich mich entschieden, vorerst noch weiter zu arbeiten. Ich bewege mich im Rahmen der zuläßigen Zuverdienstgrenzen (ich beziehe die Hälfte der Rente) und melde alles ordnungsgemäß an. Nun soll eine Überprüfung stattfinden - muß ich um die Rente, die mir eine gewisse Sicherheit bietet wenn einmal gar nichts mehr geht, bangen?
Herzlichen Dank für Antworten

Mit Ihrer Arbeitsaufnahme haben Sie die berühmten schlafenden Hunde geweckt.

Wie scharf diese Hunde sind, kann von hier aus niemand beurteilen.

Da müssen Sie jetzt durch.....

von
Moralprediger

Zitiert von: Jule

....und leiste volle Sozial- und Rentenabgaben, Steuern, gebe also meinen Beitrag an die Allgemeinheit zurück.

Was geben Sie denn zurück, wenn Sie, wie jeder andere Arbeitnehmer auch, Sozialabgaben und Steuern bezahlen?

Im Gegensatz zu "normalen" Arbeitnehmern bekommen Sie neben Ihrem Arbeitslohn auch noch Rente gezahlt.
Haben also vermutlich unterm Strich trotz geringerem Arbeitsaufwand mehr Geld zur Verfügung.

Ich kenne die Hinzuverdienstregelungen und weiß daher, wovon ich rede!

von
W*lfgang

Hallo Jule,

wenn sich Ihre gesundheitlichen Einschränkungen in der kurzen Zeit nicht verändert haben (und die Hinzuverdienstgrenzen eingehalten werden), gibt es eigentlich keinen Zweifel daran, dass die bisherige Rente weiter bewilligt wird.

Folgt dennoch Ablehnung: Widerspruch, Aktenanforderung - Auswertung und ggf. 'Fachpersonal' zur Begründung einschalten.

@EMRT-Prüfdienst: "Erwerbsminderungsrente und Erwerbsarbeit passen irgendwie schlecht zusammen und das ist den nicht rentenbeziehenden Arbeitnehmern auch kaum zu vermitteln!"

...das ist dann wohl eher den 'Vermittlern' zuzurechnen, wenn sie nicht in der Lage sind, die Unterschiede 'wider der eigenen Gesundheit' darstellen zu können - klar, den 'Stammtisch der Jammernden' erreicht man damit auch nicht ;-)

Aber ich sehen Ihren Hinweis eher als allgemein, warum wieso weshalb da zu differenzieren ist.

Gruß
w.

von
W*lfgang

Hallo Jule,

wenn sich Ihre gesundheitlichen Einschränkungen in der kurzen Zeit nicht verändert haben (und die Hinzuverdienstgrenzen eingehalten werden), gibt es eigentlich keinen Zweifel daran, dass die bisherige Rente weiter bewilligt wird.

Folgt dennoch Ablehnung: Widerspruch, Aktenanforderung - Auswertung und ggf. 'Fachpersonal' zur Begründung einschalten.

@EMRT-Prüfdienst: "Erwerbsminderungsrente und Erwerbsarbeit passen irgendwie schlecht zusammen und das ist den nicht rentenbeziehenden Arbeitnehmern auch kaum zu vermitteln!"

...das ist dann wohl eher den 'Vermittlern' zuzurechnen, wenn sie nicht in der Lage sind, die Unterschiede 'wider der eigenen Gesundheit' darstellen zu können - klar, den 'Stammtisch der Jammernden' erreicht man damit auch nicht ;-)

Aber ich sehen Ihren Hinweis eher als allgemein, warum wieso weshalb da zu differenzieren ist.

Gruß
w.

von
Jule

Schön wär's! Ich habe mit meiner schweren Erkrankung kein Plus gemacht. Schon vor Feststellung der Rente habe ich arbeitszeitreduzieren müssen, weil es mir gesundheitlich nicht mehr möglich war (und ist), 100% zu arbeiten. Das habe ich auf "eigene Kosten" gemacht. Ich verbringe meinen täglichen (!) Feierabend mit Arzt- und Therapieterminen - wollen Sie trauschen?

von
Jule

Zitiert von: Jule

Schön wär's! Ich habe mit meiner schweren Erkrankung kein Plus gemacht. Schon vor Feststellung der Rente habe ich arbeitszeitreduzieren müssen, weil es mir gesundheitlich nicht mehr möglich war (und ist), 100% zu arbeiten. Das habe ich auf "eigene Kosten" gemacht. Ich verbringe meinen täglichen (!) Feierabend mit Arzt- und Therapieterminen - wollen Sie trauschen?

das war an moralprediger gerichtet

von
Jule

Zitiert von: Jule

Schön wär's! Ich habe mit meiner schweren Erkrankung kein Plus gemacht. Schon vor Feststellung der Rente habe ich arbeitszeitreduzieren müssen, weil es mir gesundheitlich nicht mehr möglich war (und ist), 100% zu arbeiten. Das habe ich auf "eigene Kosten" gemacht. Ich verbringe meinen täglichen (!) Feierabend mit Arzt- und Therapieterminen - wollen Sie trauschen?

das war an moralprediger gerichtet

von
Jule

Zitiert von: W*lfgang

Hallo Jule,

wenn sich Ihre gesundheitlichen Einschränkungen in der kurzen Zeit nicht verändert haben (und die Hinzuverdienstgrenzen eingehalten werden), gibt es eigentlich keinen Zweifel daran, dass die bisherige Rente weiter bewilligt wird.

Folgt dennoch Ablehnung: Widerspruch, Aktenanforderung - Auswertung und ggf. 'Fachpersonal' zur Begründung einschalten.

@EMRT-Prüfdienst: "Erwerbsminderungsrente und Erwerbsarbeit passen irgendwie schlecht zusammen und das ist den nicht rentenbeziehenden Arbeitnehmern auch kaum zu vermitteln!"

...das ist dann wohl eher den 'Vermittlern' zuzurechnen, wenn sie nicht in der Lage sind, die Unterschiede 'wider der eigenen Gesundheit' darstellen zu können - klar, den 'Stammtisch der Jammernden' erreicht man damit auch nicht ;-)

Aber ich sehen Ihren Hinweis eher als allgemein, warum wieso weshalb da zu differenzieren ist.

Gruß
w.


Vielen Dank, das beruhigt etwas!
Was ich nicht verstehe: warum wird im rentenbewilligungsbescheid die ganzen Zuverdienstgrenzen angegeben, wenn man sie nicht machen dürfte? Wenn man dann, nach ordungsgemäßer Meldung derselbigen, später wieder benachteiligt und der Rente entzogen würde, wäre es ja fast schon mutwillige Täuschnung? Da muß man doch vorher drüber aufgeklärt werden?

von
W*lfgang

Zitiert von: Moralprediger
Zitiert von: Jule
....und leiste volle Sozial- und Rentenabgaben, Steuern, gebe also meinen Beitrag an die Allgemeinheit zurück.
geben Sie denn zurück, wenn Sie, wie jeder andere Arbeitnehmer auch, Sozialabgaben und Steuern bezahlen?
Im Gegensatz zu "normalen" Arbeitnehmern bekommen Sie neben Ihrem Arbeitslohn auch noch Rente gezahlt.
Haben also vermutlich unterm Strich trotz geringerem Arbeitsaufwand mehr Geld zur Verfügung.
Ich kenne die Hinzuverdienstregelungen und weiß daher, wovon ich rede!
Moralprediger,

wenn Sie schon das Wort 'Moral' in Ihrem Nick verwenden ...denken Sie mal darüber nach, ob eine 'Neiddebatte' (Krank + Rente + Entgelt) da hilfreich ist - so rein moralisch "DIE kann ja noch, also lass sie leiden, aber nicht auch noch Rente oben drauf" ...schöne Moralvorstellungen :-(

Sie mögen nur das eigene 'Schicksal' sehen, aber wenn andere mehr versuchen daraus zu machen, brennen sofort bei finanziellem Vorteil alle Beißreflexe durch ...

Gruß
w.

von
W*lfgang

Zitiert von: Jule
Vielen Dank, das beruhigt etwas!
Was ich nicht verstehe: warum wird im rentenbewilligungsbescheid die ganzen Zuverdienstgrenzen angegeben, wenn man sie nicht machen dürfte? Wenn man dann, nach ordungsgemäßer Meldung derselbigen, später wieder benachteiligt und der Rente entzogen würde, wäre es ja fast schon mutwillige Täuschnung? Da muß man doch vorher drüber aufgeklärt werden?
Jule,

zulässiger Hinzuverdienst ist das eine, eine (Wieder)Aufnahme/Fortführung einer Erwerbstätigkeit das Andere.

Sie müssen auch mal die DRV verstehen (bzw. die Gesetze, die sie 'nur' umsetzt). Eine Beschäftigung kann immer auch ein Indiz dafür sein, dass eine vormals seitens des med. Dienstes ermittelte Beschäftigungsmöglichkeit doch höher ausfällt, als zum Zeitpunkt der Begutachtung, oder bei bei Neubegutachtung nach 'neuesten' med. Erkenntnissen möglich ist.

Lassen Sie sich nicht wuschich machen, warten Sie die Entscheidung ab.

Gruß
w.

von
Jule

Ich frag noch mal, mir ist die "Ämterlogig" nicht ganz klar: meine EWR ist 1100€ brutto (nach über 30 Jahren Vollzeitjob in der günstig vergüteten "Med.-Sozialbranche"). Wenn ich keinen Zuverdienst (ohne weitere Erläuterung, welche Kraft u Einbußen es mich fordert) habe: dann wäre ich ein "Aufstockerfall". Das kann es doch nicht sein, oder? Mir ist nicht klar, warum im Rentenbescheid seitenlange aufgelistete Berechnungen zum "möglichen" Zuverdienst aufgeführt werden, wenn man den letztendlich nicht machen darf. Dann dürfte es doch nicht drin stehen?

von
Pror

wir leben von 900 netto - ohne aufstockung und zuverdienst - muss auch gehen....geht auch.
manchmal geht das halt nicht, ist auch in ordnung so...

von
???

Sie müssen unterscheiden zwischen "Liegt überhaupt eine Erwerbsminderung vor" und "In welcher Höhe bekomme ich die Rente, wenn Einkommen zu berücksichtigen ist".
Bei der 1. Frage kann es durchaus negativ ausgelegt werden, dass ein Rentner/Antragsteller noch arbeitet. Das kann nämlich ein Indiz sein, dass da durchaus noch was geht. Wichtig ist hier die Arbeitszeit. Je mehr jemand arbeitet, desto kritischer schauen die Gutachter schon hin. Bei Ihnen dürfte das aber kein Problem sein, da ja die Prüfung, ob Sie auf Kosten Ihrer Gesundheit arbeiten, bereits vor 1,5 Jahren erfolgt sein müsste.
Bei der 2. Frage ist klar, das ein grundsätzlicher Rentenanspruch besteht. Es geht nur noch darum, in welcher Höhe gezahlt wird. Dabei geht es nur noch um den Lohn!
Beispiel: Qualifizierte Kraft arbeitet 14 Stunden die Woche an 5 Tagen bei einem Monatslohn von 900,- €. Die volle EM-Rente ist damit überhaupt nicht in Gefahr, da sie/er unter 3 Stunden am Tag bleibt. Die DRV wird sich das bei diesem Lohn vom Arbeitgeber bestätigen lassen. Die volle Rente wird aber nicht mehr gezahlt, sondern nur noch die entsprechende Teilrente.

von
....

Die Frage ist ja auch, haben sie die volle oder nur die teilweise EM auf Dauer zugesprochen bekommen. Wenn Sie die Teilweise EM Rente haben, ist es ja sogar vom Gesetzgeber gewollt, dass Sie arbeiten. Die Rente soll ja nur den finanziellen Verlust auf Grund der verminderten Leistungsfähigkeit auffangen.

Außerdem ist der DRV ja ihre aktuelle Beschäftigung bekannt und im normalfall auch nach Aufnahme abgeprüft worden ob das mit der Rente im Einklang ist. Machen Sie sich also nicht so viele gedanken. Hoffe für Sie das alles so bleibt wie es ist. Überprüfung muss aber leider sein.

Und hören Sie nicht auf die ganzen Schwarzseher und Moralprdiger.

von
Max

Zitiert von: Jule

Ich frag noch mal, mir ist die "Ämterlogig" nicht ganz klar: meine EWR ist 1100€ brutto (nach über 30 Jahren Vollzeitjob in der günstig vergüteten "Med.-Sozialbranche"). Wenn ich keinen Zuverdienst (ohne weitere Erläuterung, welche Kraft u Einbußen es mich fordert) habe: dann wäre ich ein "Aufstockerfall". Das kann es doch nicht sein, oder? Mir ist nicht klar, warum im Rentenbescheid seitenlange aufgelistete Berechnungen zum "möglichen" Zuverdienst aufgeführt werden, wenn man den letztendlich nicht machen darf. Dann dürfte es doch nicht drin stehen?

Jule aber Sie bekommen doch noch eine Zusatzrente....VWL oder.....