Überprüfung unbefristete Erwerbsminderungsrente

von
Jule

Nach Antrag auf teilweise EWR hat der Gutachter scheinbar auf volle EWR unbefristet plädiert und die DRV ist dem nachgekommen. Zuerst war ich entsetzt, später etwas erleichtert (ein riesiger Sorgendruck um meine Zukunft ist mir runtergefallen) - das Chaos bei meiner Arbeitsstelle war jedoch groß, da Entscheidungen kurz vor Weihnachten in wenigen Tagen fallen mußten. Ich, wir, haben es so wie jetzt geregelt und so langsam haben wir einen Arbeitsplatz und -zeiten gestrickt, in denen ich noch etwas arbeiten kann. Das ginge in meinem Beruf und meinen Einschränkungen nirgends anders mehr, daher bin ich auf meinen jetzigen Arbeitgeber angewiesen. Das alles ist jedoch sowieso von absehbarer Dauer, da sich alles verschlechtert. Doch ich dachte halt, noch so lange wie möglich einen Hauch "altes Leben" führen, nicht nur um die eigenen Defizite kümmern und verwalten müssen, noch etwas machen was ich noch kann. Ich bekomme 1/2 Rente-1/2Gehalt und mache kein Plus in keinem Bereich (Doppelminus dafür überall). Zusatzrente gibt es, stimmt, das wären dann bei Vollrente brutto 1100€+100€, hab ich vergessen...

von
Ex-Rentner

Also, zunächst wurde meine EM-Rente 8 Jahre lang problemlos gezahlt.

Problematisch wurde es erst, als ich eine Nebentätigkeit ausübte und bei der DRV angab.

Zunächst kam ein Fragebogen, dann wurde eine Arbeitsplatzbeschreibung von meinem Arbeitgeber angefordert.

Und weil der angegeben hat, dass ich theoretisch auch ganztags bei ihm arbeiten könnte, wurde die Rentenzahlung eingestellt, weil ich nach Auswertung der aktuellen Unterlagen nicht mehr erwerbsgemindert wäre.

Sogar das Sozialgericht folgte später der Argumentation der DRV.

Fazit: Hätte ich keine Arbeitsstelle angenommen, bekäme ich heute noch Rente.

Wie Ihr spezieller Fall ausgeht, kann von wildfremden Menschen hier im Forum nicht vorhergesehen werden.

Deshalb sind die "positiven" Wunschantworten genauso wenig hilfreich, wie überzogene Panikmache.

Füllen Sie Ihren Fragebogen wahrheitgemäß aus und warten Sie ab.

Mehr können Sie nicht tun!

Zitiert von: Jule

meine EWR ist 1100€ brutto
Wenn ich keinen Zuverdienst (ohne weitere Erläuterung, welche Kraft u Einbußen es mich fordert) habe: dann wäre ich ein "Aufstockerfall". Das kann es doch nicht sein, oder?

Nö, das kann tatsächlich nicht sein, da Sie als Alleinstehende erst dann bedürftig und somit "aufstockungsberechtigt" wären, wenn Ihr Haushaltseinkommen unter 700 bis 800 Euro netto liegt.

(391 Euro Regelbedarf + angemessene Kosten für Unterkunft und Heizung - unangemessene Vermögenswerte)

Mit 1100 Euro Brutto-Rente wären Sie noch lange nicht bedürftig!

von
Max

Zitiert von: Ex-Rentner

Also, zunächst wurde meine EM-Rente 8 Jahre lang problemlos gezahlt.

Problematisch wurde es erst, als ich eine Nebentätigkeit ausübte und bei der DRV angab.

Zunächst kam ein Fragebogen, dann wurde eine Arbeitsplatzbeschreibung von meinem Arbeitgeber angefordert.

Und weil der angegeben hat, dass ich theoretisch auch ganztags bei ihm arbeiten könnte, wurde die Rentenzahlung eingestellt, weil ich nach Auswertung der aktuellen Unterlagen nicht mehr erwerbsgemindert wäre.

Sogar das Sozialgericht folgte später der Argumentation der DRV.

Fazit: Hätte ich keine Arbeitsstelle angenommen, bekäme ich heute noch Rente.

Wie Ihr spezieller Fall ausgeht, kann von wildfremden Menschen hier im Forum nicht vorhergesehen werden.

Deshalb sind die "positiven" Wunschantworten genauso wenig hilfreich, wie überzogene Panikmache.

Füllen Sie Ihren Fragebogen wahrheitgemäß aus und warten Sie ab.

Mehr können Sie nicht tun!

Zitiert von: Jule

meine EWR ist 1100€ brutto
Wenn ich keinen Zuverdienst (ohne weitere Erläuterung, welche Kraft u Einbußen es mich fordert) habe: dann wäre ich ein "Aufstockerfall". Das kann es doch nicht sein, oder?

Nö, das kann tatsächlich nicht sein, da Sie als Alleinstehende erst dann bedürftig und somit "aufstockungsberechtigt" wären, wenn Ihr Haushaltseinkommen unter 700 bis 800 Euro netto liegt.

(391 Euro Regelbedarf + angemessene Kosten für Unterkunft und Heizung - unangemessene Vermögenswerte)

Mit 1100 Euro Brutto-Rente wären Sie noch lange nicht bedürftig!

EX-Rentner

Sie haben einen Minijob angenommen oder war es eine Halbtagstätigkeit?

Was für Einschränkungen haben Sie den das Sie überhaupt eine volle EM- Rente/EU-Rente bekommen haben?

Jule

Ihre Erkrankung ist wohl fortschreitend.....also arbeiten Sie auf Kosten Ihrer Gesundheit auch wenn das heute wohl nicht mehr so formuliert wird.....und der DRV ist das ja schon lange bekannt.....also sollte wohl nicht viel passieren.....aber mit einem Minijob + Voller Rente und Zusatzrente würden Sie wohl kaum schlechter dastehen sehe ich das richtig.....so nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben!

MfG

Max

von
Jule

@Max
Ja, Sie sehen es richtig. Ich könnte mir auch viel Umstände ersparen, wenn ich einfach einen Minijob suchen würde und meine bisherige Arbeit ganz aufgebe. Allerdings ist das eben nicht so einfach mit meinen Einschränkungen (ich zähl sie nicht hier auf). Da bin ich für fast alle Angebote (durchaus habe ich schon geguckt) nicht fähig und für potentielle Arbeitgeber zu unattraktiv. Daher die "Liebe" zu meinem bisherigen AG. Und dort mit Minijob geht (bisher) nicht. Ich muß damit rechnen, wenn ich dort nicht mehr sein kann, dass wenn überhaupt nur sporadisch was gehen würde. Und dann wird es einfach sehr käpplich mit dem Netto. Ich lebe in Ba-Wü=alles richtig teuer.

von
Aufstocker

Zitiert von: Jule

Und dann wird es einfach sehr käpplich mit dem Netto. Ich lebe in Ba-Wü=alles richtig teuer.

Mit ca. 1000 Euro Netto EM-Rente und 100 Euro Zusatzrente (also 1100 Euro Netto gesamt) liegen Sie 300 - 400 Euro über dem Grundsicherungs-Satz.

Und dieser ist in BW nicht anders als in anderen Bundesländern.

Jeder Hartz 4-Empfänger muß mit erheblich weniger Geld auskommen, als Ihnen an Renteneinkommen zur Verfügung steht.

Sie jammern auf ziemlich hohem Niveau!

von
Aufstocker

Nachtrag:

Außerdem haben Sie bestimmt noch Anspruch auf Wohngeld!

von
Uwaga

Zitiert von: Jule

Ich frag noch mal, mir ist die "Ämterlogig" nicht ganz klar: meine EWR ist 1100€ brutto (nach über 30 Jahren Vollzeitjob in der günstig vergüteten "Med.-Sozialbranche"). Wenn ich keinen Zuverdienst (ohne weitere Erläuterung, welche Kraft u Einbußen es mich fordert) habe: dann wäre ich ein "Aufstockerfall". Das kann es doch nicht sein, oder? Mir ist nicht klar, warum im Rentenbescheid seitenlange aufgelistete Berechnungen zum "möglichen" Zuverdienst aufgeführt werden, wenn man den letztendlich nicht machen darf. Dann dürfte es doch nicht drin stehen?

Ihre Unwissenheit und Naivität in dieser Sache ist schon erschreckend.

von
W*lfgang

Zitiert von: Jule
Ich frag noch mal, mir ist die "Ämterlogig" nicht ganz klar: meine EWR ist 1100€ brutto (nach über 30 Jahren Vollzeitjob in der günstig vergüteten "Med.-Sozialbranche"). Wenn ich keinen Zuverdienst (ohne weitere Erläuterung, welche Kraft u Einbußen es mich fordert) habe: dann wäre ich ein "Aufstockerfall". Das kann es doch nicht sein, oder? Mir ist nicht klar, warum im Rentenbescheid seitenlange aufgelistete Berechnungen zum "möglichen" Zuverdienst aufgeführt werden, wenn man den letztendlich nicht machen darf. Dann dürfte es doch nicht drin stehen?
Jule,

wenn es (Hinzuverdienstmöglichkeiten mit der Folge teilweiser/gar keiner Rente) im Bescheid nicht drin stehen würde, würde die DRV ihre 'Hinweispflichten' verletzen - der/die nächste rennt vors Gericht: 'hat mir die DRV nicht gesagt' ...und im Umkehrschluss weist die DRV Sie darauf hin, was passiert, wenn neben der EM-Rente Hinzuverdienst läuft, wie die gesetzlichen Grenzen sind. Schlicht und einfach, damit Sie sich/Ihr Arbeitgeber im Rahmen der zulässigen Möglichkeiten daran orientieren können, was mit Rente und Arbeit(sverdienst) geht.

Aufstocken - das ist eine andere 'Baustelle', genau wie auch weitere Sozialleistungen bei kleinen Renten. Dafür ist die DRV 'nicht zuständig', die zahlt Ihre Rente nach den erarbeiteten Ansprüchen.

Gruß
w.

von
Rainer.S

@Aufstocker

Sicherlich hat ein Hartz 4 Empfänger weniger, als jemand der 30 Jahre in die Rentenversicherung einbezahlt hat.

Hartz 4 bzw. ALG II ist eine Sozialleistung, Erwerbsmiderungs- oder Altersrente nicht.

Versuchen eine Neiddebatte lostreten, dann aber keine Ahnung habe - so blamiert man sich

von
W*lfgang

Zitiert von: Rainer.S
Hartz 4 bzw. ALG II ist eine Sozialleistung, Erwerbsmiderungs- oder Altersrente nicht.
Rainer.S,

Rente wird nach dem _Sozial_gesetzbuch gezahlt (dem speziellen Teil, SGB 6) ...erkennen Sie da einen Unterschied zu _anderen_ Sozialleistungen, anderen SGB-Teilen?

Eben, auch Rente ist schlicht und einfach 'nur' eine Sozialleistung ...huch, bloß nicht erschrecken, davor muss man sich doch aber nicht fürchten ;-) Geschweige denn mit dem Finger auf andere Leistungsempfänger zeigen, die Sozialleistungsansprüche aus anderen Umständen/anderen Leistungsvoraussetzungen haben – bei Rente sind es eben nur ALTER, ERWERBSMINDERUNG, TOD!

Gruß
w.

von
Aufstocker

Zitiert von: Rainer.S

@Aufstocker

Sicherlich hat ein Hartz 4 Empfänger weniger, als jemand der 30 Jahre in die Rentenversicherung einbezahlt hat.

Hartz 4 bzw. ALG II ist eine Sozialleistung, Erwerbsmiderungs- oder Altersrente nicht.

Versuchen eine Neiddebatte lostreten, dann aber keine Ahnung habe - so blamiert man sich

Lernen Sie erst einmal richtig lesen und verstehen, Sie Genie!

Dass auch Renten Sozialleistungen sind, hat Ihnen der User W*lfgang ja bereits erklärt.

Im Übrigen wollte ich keine "Neiddebatte" lostreten, sondern lediglich der "Jule" erklären, dass sie als Alleinstehende mit 1.100 Euro Netto-Rente garantiert keinen Anspruch auf aufstockende Grusi-Leistungen hätte, was sie aber geglaubt hat.

Konnten Sie soweit folgen oder muß ich Sie noch mehr "blamieren"?

von
W*lfgang

Zitiert von: Aufstocker
(...) sondern lediglich der "Jule" erklären, dass sie als Alleinstehende mit 1.100 Euro Netto-Rente garantiert keinen Anspruch auf aufstockende Grusi-Leistungen hätte (...)
Aufstocker,

in extremen Fällen geht da sogar noch mehr (sehr schwer Erkrankte/ sehr schwer behinderte Menschen), die neben den normalen Regelsätzen + Miete/Heizung noch entsprechende Zuschläge zum Regelsatz erhalten können. Meine, so bei 1400 EUR ist dann Schluss - deswegen kann der Gang zum Sozialamt/Grundsicherung nie schaden, um das abzuklären (wird aber schon in der Wohngeldstelle 'geprüft' und ggf. weitergeleitet).

Gruß
w.
...bei ~ 800 EUR dürfte im 'Normalfall' Schluss mit ergänzenden Sozialleistungen sein. Trotzdem nachfragen, hängt von Region zu Region ab.