Übertragung Erziehungszeiten

von
Lars0807

Hallo,
ich bin vom 01.04.-ca 31.08.2018 (ohne feste Beschäftigung) "zu Hause" und an der Erziehung unserer drei kleinen Kinder beteiligt.
Meine Frau ist Beamtin und bis August 2018 in Elternzeit.
Ich bin kein Beamter, sondern unterliege der gesetzlichen Rentenpflicht.
Meine Frage:
Was für Auswirkungen hätte es für die Altersvorsorge (Pension) meiner Frau, wenn sie mir die Erziehungszeiten für die gesetzliche Rentenversicherung vom 01.04.-31.08. überträgt?
Vielen Dank und freundliche Grüße
Lars

von
Rentencrack

Hallo Lars,

über die Auswirkung auf die Pension Ihrer Ehefrau kann ich leider keine Aussage treffen, da ich nicht weiß, in welchem Bundesland Sie verbeamtet ist oder ob Sie Bundesbeamtin ist.

Zu der Sache mit der Übertragung der Kindererziehungszeit: Reichen Sie SCHNELL einen Antrag auf übereinstimmende Erklärung (Vordruck V0820) bei der Rentenversicherung ein. Nur so können Ihnen die Kindererziehungs- und Kinderberücksichtigungszeiten ab der Zukunft und rückwirkend für die letzten zwei Kalendermonate berücksichtigt werden, wenn Sie in zwanzig oder dreißig Jahren nicht mehr nachweisen können, dass Sie die Kinder überwiegend erzogen haben. Denn diese Zeiten werden von Amts wegen grundsätzlich immer der Mutter zugeordnet, wenn Sie die überwiegende Erziehung nicht nachweisen können und keine übereinstimmende Erklärung abgegeben haben.

von
Fastrentner

Bezüglich der Auswirkungen auf die spätere Pension wenden Sie sich bitte an den Dienstherrn Ihrer Frau!

von
Rentenschmied

Hallo,
ohne die sogenannte "Übereinstimmende Erklärung" über die Zuordnung der Zeiten der Kindererziehung zum Vater werden Sie diese in der Zukunft nicht mehr bekommen können. Wenn beide Elternteile gemeinsam zuhause bei den Kindern sind, liegt nach der objektiven Beweiswürdigung (ja so heißt das) eine sogenannte "gemeinsame Erziehung" vor und dann bekommt die Zeit immer die Mutter. Ob die Mutter diese Zeiten dann in der gesetzlichen Rentenversicherung tatsächlich angerechnet bekommt, oder auch als Beamtin eben nicht, ist dabei völlig unwichtig.
Also hurtig die Frage klären und bis spätestens 31.05.2018 die Erklärung abgeben, weil wie schon vorstehend erwähnt, sie gilt nur für die Zukunft und maximal zwei Monate in die Vergangenheit.
Beste Grüße

von
Schade

Na dann ran ans Werk und sich bei der Dienststelle Ihrer Frau (Träger der Beamtenversorgung) schlau machen ob und ggfls welchen finanzielen Nachteil es hat, wenn 1 oder 2 oder alle 3 Kinder für die fraglichen 5 Monate nicht der Beamtin sondern Ihnen zugeordnet werden. (Die werden eine Freude haben)

Und wenn Sie das dann wissen geht das gleiche Spiel für Sie bei der DRV los.

Solange Sie noch Kinder unter 3 Jahren haben bringt jeder Monat Kindererziehungszeit den Sie zusätzlich bekommen etwa 2,50 € mehr Bruttorente - bei einem Kind macht das immerhin 12,50 € bei 5 Monaten.

Und hoffentlich ist das alles auch noch so wenn Sie und Ihre Beamtin dann in vielen Jahren (?) mal in rRnte oder Pension sind.

von
W*lfgang

Zitiert von: Rentenschmied
ohne die sogenannte "Übereinstimmende Erklärung" über die Zuordnung der Zeiten der Kindererziehung zum Vater werden Sie diese in der Zukunft nicht mehr bekommen können.

Ergänzend:

Dürfte hier kein Problem sein, dass @Lars0807 die überwiegende Erziehung für den fraglichen Zeitraum nachweislich auch später erbringen könnte - aufgrund der geschilderten Umstände, um die KEZ/BÜZ in seinem Rentenkonto dann mal anrechnen lassen zu können, ohne auf die 'gemeinsame Erklärung' aufspringen zu müssen.

Ansonsten bin ich bei den anderen Antworten: was bringen Erziehungszeiten in der Beamtenversorgung überhaupt, wenn der höchstmögliche Versorgungssatz rein aus den Dienstzeiten vorausschauend erworben wird. Es gibt da so was wie Kindererziehungsergänzungszuschlag ...aber das klären BeamtInnen doch besser mit der eigenen Dienststelle, ob es da ontop noch was oben drauf gibt.

Gruß
w.

Experten-Antwort

Zu den Auswirkungen auf die Pension können in diesem Forum keine Aussagen gemacht werden. Für die Berücksichtigung in der gesetzlichen Rentenversicherung ist ein Antrag/eine gemeinsame Erklärung notwendig. Unabhängig vom Umfang der tatsächlichen Erziehung können gemeinsam erziehende Eltern durch Abgabe einer solchen übereinstimmenden Erklärung bestimmen, bei welchem Elternteil die Kindererziehungszeit anerkannt werden soll. Rückwirkend kann diese Zuordnung jedoch nur für bis zu zwei Kalendermonate vor Abgabe der Erklärung erfolgen.