Übungsleitervergütung

von
Rudi

Hallo,
ich beziehe volle Erwerbsminderungsrente und habe ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis im Rahmen der Hinzuverdienstgrenze. Darf ich zusätzlich Übungsleitervergütung beziehen, ohne dass sich diese auf die Rente auswirkt?
Für die Antworten schon mal vielen Dank!
Rudi

von
Fortitude one

Hallo Rudi,

Sie werden hier im Forum keine verbindliche Antwort erhalten. Der einfache Weg wäre Sie melden dies Ihrer zuständigen RV und warten ab. Laut Rentenbescheid sind Sie dazu verpflichtet.
Und achten Sie auf Ihre Restgesundheit.

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.

von
Angela

Zitiert von: Rudi
Hallo,
ich beziehe volle Erwerbsminderungsrente und habe ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis im Rahmen der Hinzuverdienstgrenze. Darf ich zusätzlich Übungsleitervergütung beziehen, ohne dass sich diese auf die Rente auswirkt?
Für die Antworten schon mal vielen Dank!
Rudi

Ja Du darfst.

Experten-Antwort

Hallo Angela,

viele ehrenamtlich Tätige erhalten für ihre Arbeit lediglich eine (gegebenenfalls pauschale) Entschädigung des ihnen tatsächlich entstandenen Aufwandes. Eine solche Aufwandsentschädigung ist steuerfrei, zum Beispiel nach § 3 Nr. 12, 26, 26a oder 26b EStG, und stellt weder Arbeitsentgelt noch Arbeitseinkommen oder vergleichbares Einkommen dar, sodass ein Hinzuverdienst nicht vorliegt.

Nach § 3 Nr. 26 EStG sind steuerfrei "Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbaren nebenberuflichen Tätigkeiten, aus nebenberuflichen künstlerischen Tätigkeiten oder der nebenberuflichen Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen im Dienst oder im Auftrag einer juristischen Person des öffentlichen Rechts, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem Staat belegen ist, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum Anwendung findet, oder einer unter § 5 Absatz 1 Nummer 9 des Körperschaftsteuergesetzes fallenden Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke (§§ 52 bis 54 der Abgabenordnung) bis zur Höhe von insgesamt 2400 Euro im Jahr.
Überschreiten die Einnahmen für die in Satz 1 bezeichneten Tätigkeiten den steuerfreien Betrag, dürfen die mit den nebenberuflichen Tätigkeiten in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang stehenden Ausgaben abweichend von § 3c nur insoweit als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden, als sie den Betrag der steuerfreien Einnahmen übersteigen.

Sofern also Ihre Aufwandsentschädigung nach § 3 Nr. 26 EStG steuerfrei ist, liegt kein Verdienst vor, der sich auf die Rente auswirkt.

[Dieser Beitrag wurde 3mal bearbeitet, zuletzt am 29.09.2017, 12:47 Uhr]

von
Fragender

Sehr geehrte Experten,

heißt das im Klartext, dass Einkünfte aus Übungsleitertätigkeiten im Verein,
bis zu einer Summe von 2400 € (steuerfei) nicht als Hinzuverdienst zu rechnen sind? Und muss ich dann diese Tätigkeit auch nicht bei der DRV anmelden?

Vielen Dank für Ihre Antwort

Zitiert von: Experte/in
Hallo Angela,

viele ehrenamtlich Tätige erhalten für ihre Arbeit lediglich eine (gegebenenfalls pauschale) Entschädigung des ihnen tatsächlich entstandenen Aufwandes. Eine solche Aufwandsentschädigung ist steuerfrei, zum Beispiel nach § 3 Nr. 12, 26, 26a oder 26b EStG, und stellt weder Arbeitsentgelt noch Arbeitseinkommen oder vergleichbares Einkommen dar, sodass ein Hinzuverdienst nicht vorliegt.

Nach § 3 Nr. 26 EStG sind steuerfrei "Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbaren nebenberuflichen Tätigkeiten, aus nebenberuflichen künstlerischen Tätigkeiten oder der nebenberuflichen Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen im Dienst oder im Auftrag einer juristischen Person des öffentlichen Rechts, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem Staat belegen ist, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum Anwendung findet, oder einer unter § 5 Absatz 1 Nummer 9 des Körperschaftsteuergesetzes fallenden Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke (§§ 52 bis 54 der Abgabenordnung) bis zur Höhe von insgesamt 2400 Euro im Jahr.
Überschreiten die Einnahmen für die in Satz 1 bezeichneten Tätigkeiten den steuerfreien Betrag, dürfen die mit den nebenberuflichen Tätigkeiten in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang stehenden Ausgaben abweichend von § 3c nur insoweit als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden, als sie den Betrag der steuerfreien Einnahmen übersteigen.

Sofern also Ihre Aufwandsentschädigung nach § 3 Nr. 26 EStG steuerfrei ist, liegt kein Verdienst vor, der sich auf die Rente auswirkt.

von
Fragender

Und heißt es somit, 2400€ Übungsleiterpauschale plus einen möglichen Hinzuverdienst von 6300€ jährlich per Flexirente. (Bei Einhaltung der Grenzen, bis 3 Std.täglich, nicht mehr als 15 Std.wöchentlich)?!

Zitiert von: Fragender
Sehr geehrte Experten,

heißt das im Klartext, dass Einkünfte aus Übungsleitertätigkeiten im Verein,
bis zu einer Summe von 2400 € (steuerfei) nicht als Hinzuverdienst zu rechnen sind? Und muss ich dann diese Tätigkeit auch nicht bei der DRV anmelden?

Vielen Dank für Ihre Antwort

Zitiert von: Experte/in
Hallo Angela,

viele ehrenamtlich Tätige erhalten für ihre Arbeit lediglich eine (gegebenenfalls pauschale) Entschädigung des ihnen tatsächlich entstandenen Aufwandes. Eine solche Aufwandsentschädigung ist steuerfrei, zum Beispiel nach § 3 Nr. 12, 26, 26a oder 26b EStG, und stellt weder Arbeitsentgelt noch Arbeitseinkommen oder vergleichbares Einkommen dar, sodass ein Hinzuverdienst nicht vorliegt.

Nach § 3 Nr. 26 EStG sind steuerfrei "Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbaren nebenberuflichen Tätigkeiten, aus nebenberuflichen künstlerischen Tätigkeiten oder der nebenberuflichen Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen im Dienst oder im Auftrag einer juristischen Person des öffentlichen Rechts, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem Staat belegen ist, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum Anwendung findet, oder einer unter § 5 Absatz 1 Nummer 9 des Körperschaftsteuergesetzes fallenden Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke (§§ 52 bis 54 der Abgabenordnung) bis zur Höhe von insgesamt 2400 Euro im Jahr.
Überschreiten die Einnahmen für die in Satz 1 bezeichneten Tätigkeiten den steuerfreien Betrag, dürfen die mit den nebenberuflichen Tätigkeiten in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang stehenden Ausgaben abweichend von § 3c nur insoweit als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden, als sie den Betrag der steuerfreien Einnahmen übersteigen.

Sofern also Ihre Aufwandsentschädigung nach § 3 Nr. 26 EStG steuerfrei ist, liegt kein Verdienst vor, der sich auf die Rente auswirkt.

Experten-Antwort

Richtig.

Solange der Übungsleiterfreibetrag nicht überschritten wird, muss dieses Einkommen nicht mitgeteilt werden.