Umdeutung rechtmässig ?

Experten-Antwort

Hallo Scottie, hallo Gabriele2504,
die Krankenkasse kann auch rückwirkend das Dispositionsrecht einschränken! In der Regel wird sie dies meiner Erfahrung nach auch tun! Es empfiehlt sich also, die Krankenkasse über den Widerspruch zu informieren. Sie wird es spätestens über die Mitteilung des Rententrägers über die Rentenbewilligung erfahren.
Wenn Sie den Weg des Widerspruchs jetzt allein gehen und die Krankenkasse das Dispositionsrecht rückwirkend einschränkt, wird das Verfahren wieder aufgerollt und Sie sind genauso weit wie jetzt. Ggf. bereits überzahlte Rentenbeträge (aus der höheren Zurechnungszeit wegen Rentenbeginn 2019) müssen Sie dann zurückzahlen.

Experten-Antwort

Hallo Stefan,
da die Krankenkasse Sie aufgefordert hat, innerhalb von 10 Wochen eine Reha zu beantragen, ist damit Ihr Dispostionsrecht aufgehoben. Sollte die Reha abgelehnt werden, weil Ihre Erwerbsfähigkeit aufgehoben ist oder die Durchführung der Reha Ihre Erwerbsfähigkeit nicht erhalten oder wiederherstellen sollte, gilt der Reha-Antrag als Rentenantrag.
Kommen Sie der Aufforderung der Krankenkasse nicht nach, wird diese Ihnen die weitere Krankengeldzahlung verweigern.
Sollte der medizinische Dienst jetzt zu dem Ergebnis kommen, dass Ihre Erwerbsfähigkeit bereits seit ca. Anfang 2018 eingeschränkt ist, könnte auch der damalige Reha-Antrag als Rentenantrag gelten.
Was war denn aus dem damaligen Antrag geworden? Haben Sie die Reha durchgeführt? Ggf. mit welchem Ergebnis?

von
Scottie

Zitiert von: Experte/in
Hallo Scottie, hallo Gabriele2504,
die Krankenkasse kann auch rückwirkend das Dispositionsrecht einschränken! In der Regel wird sie dies meiner Erfahrung nach auch tun! Es empfiehlt sich also, die Krankenkasse über den Widerspruch zu informieren. Sie wird es spätestens über die Mitteilung des Rententrägers über die Rentenbewilligung erfahren.
Wenn Sie den Weg des Widerspruchs jetzt allein gehen und die Krankenkasse das Dispositionsrecht rückwirkend einschränkt, wird das Verfahren wieder aufgerollt und Sie sind genauso weit wie jetzt. Ggf. bereits überzahlte Rentenbeträge (aus der höheren Zurechnungszeit wegen Rentenbeginn 2019) müssen Sie dann zurückzahlen.

Bisher ist noch kein Bescheid ergangen, daher möchte ich aktiv werden und das Blatt möglichst jetzt noch wenden.
Ich habe lediglich die Abfrage über Hinzuverdienst ab 1.6.2018 für mich und den Arbeitgeber erhalten.
Leistungsfall wäre der 4.5.18.

von
Gabriele2504

Meine EMR-Werdegang: REHA Antrag aus eigenem Antrieb gestellt ohne Krankmeldung 12.06.2018. REHA 21.08.2018-19.09.2018, REHA Bericht erwerbegemindert unter 3 Std.. Weitergearbeitet bis 04.01.2019. Bis zum 02.01.2019 noch nichts wegen Umdeutung von DRV gehört, vorsorglich der Umdeutung schriftlicht widersprochen (ohne der KK Bescheid zu geben). Ab 04.01.2019 krank geschrieben. Im Februar Bescheid der DRV, dass mir volle befristete EMR rückwirkend ab 01.06.2018 zusteht (Umdeutung), ich aber widersprochen hätte und daher Rentenantrag nichtig, ich könnte aber jederzeit neuen Antrag stellen. am 11.04.2019 Renten Antrag gestellt. Am 29.05.2019 Schreiben der KK, dass sie mich in meinem Dispositionsrecht einschränkt und zwar in Bezug auf den Rentenantram 2019 sowohl auf den REHA Antrag 2018. Teilwiderspruch gegen die Einschränkung des Dispositionsrechts des REHA Antrags bei der KK reingelegt mit Kopie an DRV. Am 15.06.2019 Bescheid der DRV vom 06.06.2019 über volle befristete EMR ab dem 01.04.2019. Erwerbegemindert ab dem 01.06.2018 aber da verspätete Antragstellung im April 2019 erst ab diesem Datum. Am 22.06.2019 Schreiben der KK, dass sie dem Widerspruch nachgeben und der Rente ab dem 01.04.2019 zustimmen. Scottie sollte sich den Widerspruch überlegen. Wirklich das Schlimmste was passieren kann ist, das der evtl. die zu hoch berechneten Rentenbezürge zurückzahlen muss. Für diesen Fall das Geld zurücklegen. Ich denke, es besteht eine größere Chance, dass er die Höher4e Zurechnungszeit erreichen kann. Versuch macht kluch!!!!
Frage an den Eperten: Sie sind sich sicher, das die KK das Dispositionsrecht auch dann nachträglich einschränken kann, wenn Scottie schon widersprochen hat? Das bezweifle ich aber stark!

von
Stefan

Zitiert von: Experte/in
Hallo Stefan,
da die Krankenkasse Sie aufgefordert hat, innerhalb von 10 Wochen eine Reha zu beantragen, ist damit Ihr Dispostionsrecht aufgehoben. Sollte die Reha abgelehnt werden, weil Ihre Erwerbsfähigkeit aufgehoben ist oder die Durchführung der Reha Ihre Erwerbsfähigkeit nicht erhalten oder wiederherstellen sollte, gilt der Reha-Antrag als Rentenantrag.
Kommen Sie der Aufforderung der Krankenkasse nicht nach, wird diese Ihnen die weitere Krankengeldzahlung verweigern.
Sollte der medizinische Dienst jetzt zu dem Ergebnis kommen, dass Ihre Erwerbsfähigkeit bereits seit ca. Anfang 2018 eingeschränkt ist, könnte auch der damalige Reha-Antrag als Rentenantrag gelten.
Was war denn aus dem damaligen Antrag geworden? Haben Sie die Reha durchgeführt? Ggf. mit welchem Ergebnis?

Ja ich habe die Reha durchgeführt und weiter als AU entlassen.Aktuell ist meine Erwerbsfähigkeit zusätzlich wegen neurologischen und psychischen Krankheiten gefährdet,die Reha 2018 war eine orthopädische Reha.
Gruß Stefan

von
Scottie

Der SOVD hat mir angeboten, ein Schreiben aufzusetzen.
Grundsätzlich wäre eine Umdeutung rechtens, aber für mich zum Nachteil. Wir können nur darum bitten, den Reha-Antrsg von Juni 2018 nicht als Rentenantrag zu werten sondern meinen Antrag vom März 2019 als verspäteten Antrag.
Gleichzeitig möchte er darauf hinweisen, dass mein Disposotionsrecht durch die KK nicht eingeschränkt wurde.
Ich warte jetzt ab
LG Scottie

von
BroSis

Zitiert von: Vera_44

Es handelt sich hier um ein seriöses Beratungsforum der Deutschen Rentenversicherung und nicht um eine Austauschplattform für Kochrezepte.

Na jetzt lass mal die Kirche im Dorf.

Von "Beratungsforum" steht hier nirgends etwas und selbst die "Experten" verweisen auf die Beratungsstellen der DRV für rechtsverbindliche Auskünfte und Beratungen.

Und dann sind ja sogar die Experten hier Namenslos, nicht einmal liest man hier etwas mit einem persönlichen Namen.

von
W°lfgang

...bleibt mal 'locker'!

Wer eine mit Sarkasmus /Ironie /oder sonst wie 'gewürzte' Antwort bemängelt, ignoriert schlicht den Sachverhalt + die zutreffenden Antworten - und macht sein Fenster für entsprechende Gegenreaktionen ohne Mehrwert selbst ganz weit auf.

Wer sich dann darauf einlässt - obwohl nur die Ausgangsfrage im Raum steht - muss sich nicht wundern/eigentlich selbst hinterfragen, warum er/sie das bemängelt?! Nur um den Nonsens noch breiter zu treten? *g

Ein Forum ist Leben - neben dem Leben, gibt einen Mehrwert an Erkenntnis ...aber niemals eine rechtliche/absolute Bewertung!

Gruß
w.
PS: Hier ist nicht Facebook/Twitter, um jedes Mal 'zwanghaft' auf eine Nachricht reagieren zu müssen ... außer - den allseits bekannten Usern ohne eigene Kontrollbremse ;-)

PPS: bis zum Morgengrauen werden hier weitere '150 'interessante' Beiträge zu diesem beliebten Thema/'ich hab da auch was gehört/oder finde ihren Beitrag wieder mal verdauungsfördernd' folgen ...

von
W°lfgang

Zitiert von: Duden
(...)

#1 ...noch/nur 149 ;-)

Gruß
w.

Experten-Antwort

Guten Morgen Stefan,
so wie ich das sehe, ist Ihr Dispostionsrecht tatsächlich eingeschränkt. Unter Umständen kann also tatsächlich der damalige Rehantrag bereits als Rentenantrag angesehen werden.

Experten-Antwort

Guten Morgen Gabriele 2504,
ja, ich bin sicher, dass die Krankenkasse das Dispositionsrecht auch nach einem möglichen Widerspruch bei der Rentenversicherungen gegen die Umdeutung noch einschränken kann. Dies wird auch vielfach praktiziert! In Ihrem Einzelfall (!) hat Ihre Krankenkasse Ihrem Widerspruch gegen die Einschränkung stattgegeben. Musste sich aber nicht…

von
Scottie

Zitiert von: Experte/in
Guten Morgen Gabriele 2504,
ja, ich bin sicher, dass die Krankenkasse das Dispositionsrecht auch nach einem möglichen Widerspruch bei der Rentenversicherungen gegen die Umdeutung noch einschränken kann. Dies wird auch vielfach praktiziert! In Ihrem Einzelfall (!) hat Ihre Krankenkasse Ihrem Widerspruch gegen die Einschränkung stattgegeben. Musste sich aber nicht…

Wenn dem so ist, dann frag ich mich allen Ernstes, ob dieses Dispositionsrecht dann nicht lediglich ein "Pseudorecht" ist.
Wenn die KK eh immer widersprechen kann und das, wie es den Anschein hat auch tut???

von
Kaiser

Zitiert von: Scottie
Zitiert von: Experte/in
Guten Morgen Gabriele 2504,
ja, ich bin sicher, dass die Krankenkasse das Dispositionsrecht auch nach einem möglichen Widerspruch bei der Rentenversicherungen gegen die Umdeutung noch einschränken kann. Dies wird auch vielfach praktiziert! In Ihrem Einzelfall (!) hat Ihre Krankenkasse Ihrem Widerspruch gegen die Einschränkung stattgegeben. Musste sich aber nicht…

Wenn dem so ist, dann frag ich mich allen Ernstes, ob dieses Dispositionsrecht dann nicht lediglich ein "Pseudorecht" ist.
Wenn die KK eh immer widersprechen kann und das, wie es den Anschein hat auch tut???

Dieser Thread war doch abgeschlossen. Zusätzlich geht es um Krankenkassenrecht. Es gibt ein Forum der Krankenkasse, da kannst Du ja Deine Meinung kundtun. Hier ist sie deplatziert!

von
Scottie

Zitiert von: Kaiser
Zitiert von: Scottie
Zitiert von: Experte/in
Guten Morgen Gabriele 2504,
ja, ich bin sicher, dass die Krankenkasse das Dispositionsrecht auch nach einem möglichen Widerspruch bei der Rentenversicherungen gegen die Umdeutung noch einschränken kann. Dies wird auch vielfach praktiziert! In Ihrem Einzelfall (!) hat Ihre Krankenkasse Ihrem Widerspruch gegen die Einschränkung stattgegeben. Musste sich aber nicht…

Wenn dem so ist, dann frag ich mich allen Ernstes, ob dieses Dispositionsrecht dann nicht lediglich ein "Pseudorecht" ist.
Wenn die KK eh immer widersprechen kann und das, wie es den Anschein hat auch tut???

Dieser Thread war doch abgeschlossen. Zusätzlich geht es um Krankenkassenrecht. Es gibt ein Forum der Krankenkasse, da kannst Du ja Deine Meinung kundtun. Hier ist sie deplatziert!

Nein, es geht um Rentenbeginn! Und
Ja, das Thema ist beendet, wenn es Sie dermassen belastet, Ihren Senf (nicht gezwungenermaßen) dazuzugeben ;-)