umdeutung reha-antrag in renten-antrag?

von
Tim

guten tag,

ich bin seit mitte september 2011 arbeitsunfähig und beziehe seit 11.10.2011 krankengeld. das arbeitsverhältnis ist ungekündigt.

ich habe freiwillig, d.h. ohne aufforderung durch die krankenkasse, eine reha beantragt. sie wurde bewilligt, ich habe sie absolviert, wurde aber arbeitsunfähig ohne möglichkeit der wiedereingliederung entlassen.

stehe nun, wie die reha-klinik, empfohlen hat auf einer warteliste für eine stationäre behandlung in einem krankenhaus (kostenträger krankenkasse). dass ich diese behandlung benötige und davon eine wiederherstellung der arbeitsfähigkeit zu erwarten ist, wird auch im entlassungsbericht stehen.

nun meine fragen:

kann unter den beschriebenen umständen mein reha-antrag in einen rentenantrag umgedeutet werden?

kann ich dem widersprechen oder wird mir dann das krankengeld gestrichen?

wie muss ich mich während der wartezeit auf die behandlung verhalten, damit ich weiterhin leistungen erhalte, um meinen lebensunterhalt zu bestreiten?

danke.

von
Glasklar

Solange Du nicht von der KK gem. § 51 SGB V aufgefordert wurdest, ist deine Dispositionsbefugnis nicht eingeschränkt, d. h. Du kannst tun und lassen was Du willst.

von
Tim

Zitiert von: Glasklar

Solange Du nicht von der KK gem. § 51 SGB V aufgefordert wurdest, ist deine Dispositionsbefugnis nicht eingeschränkt, d. h. Du kannst tun und lassen was Du willst.

nein, keine aufforderung durch die KK. habe freiwillig nen reha antrag gestellt. die KK hat den nur auf meine bitte hin als eilantrag an die DRV geschickt.

du meinst, wenn ich der umdeutung des reha antrages in einen renten antrag nicht zustimme, läuft das krankengeld weiter?

danke.

von
Krämers

Vorsichtig !

Die Krankenkasse kann das Dispositonsrecht auch nachträglich noch nachschieben und zwar ab dem Datum der Rehaantragstellung. Das der Rehaantrag also freiwlllig damals gestellt wurde ist nur solange von Bedeutung bis die Kasse das Dispositionsrecht (noch ) nicht nachgeschoben hat. Die Kasse macht dies fast immer dann noch nachträglich nach einer Reha , vor allem wenn weiterhin AU besteht und sich abzeichnet , das länger weiterhin Krankengeld zu zahlen ist. Die Kasse macht dies deshalb natürlich um eben dann noch Herr des Verfahrens zu werden und das Heft des Handelns in die Hand zu bekommen. Viele meinen mit der freiwilligen Rehaantragstellung der Kasse zuvorkommen zu können und somit für immer das Verfahren in eigener Hand behalten zu können. Dem ist ganz und gar nicht so....

Die Beurteilung ihrer Erwerbsfähig kann und wird sicher dann erst nach ihrem stationärem Akutklinik Aufenthalt final beurteilt werden. Das könnte dann tatsächlich in eine Umdeutung des Rehaantrages in einer EM-Antrag hinauslaufen. " Widersprechen " können und sollten Sie der EM Festellung insofern nicht, da die Kasse ab Zeitpunkt der EM Festellung kein Krankengeld mehr zahlen muss und auch wird. Wer EM ist kann kein Krankengeld mehr bekommen , sondern bekommt dann ja eine EM-Rente.

Wenn Sie natürlich wieder arbeiten gehen, können Sie so ihrer EM widersprechen. Dann bekommen Sie natürlich aber auch weder eine EM-Rente ( beziehungsweiese nur eine gekürzte, wenn Sie die Hinzuverdienstgrenzen überschreiten ) , noch Krankengeld.

Solange wie Sie auf die Behandlung in der Akutkliunik warten und von ihrem Arzt auch weiter AU geschrieben werden bekommen Sie natürlich Krankengeld . Natürlich nur solange Sie noch Anspruch auf Krankengeld haben, aber das läuft ja erst seit September. Theoretisch könnte die Kasse auch jetzt den MDK einschalten um ihrer Arbeitsfähigkeit prüfen zu lassen. Das wird aber nur dann passieren wenn seitens der Kasse Zweifel an ihrer AU Schreibung bestehen.

Experten-Antwort

Hallo Tim,

z. Zt. ist Ihr Reha-Antrag wohl eher nicht in einen Rentenantrag umzuwandeln, da für Sie eine weitere stationäre Maßnahme durch die Krankenkasse bewilligt wurde. Von dieser Behandlung ist wie Sie dargestelt haben, voraussichtlich auch die Wiederherstellung Ihrer Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Damit dürfte die Krankenkasse auch weiterhin für Sie Krankengeld zahlen und das Ergebnis der bevorstehenden Maßnahme abwarten. Sofern Sie die vorgesehene Maßnahme nicht durchführen möchten, sollten Sie das weitere Vorgehen mit Ihrer Krankenkasse besprechen. Ob und inwieweit die Krankenkasse dann weiterhin Krankengeld für Sie zahlt und Sie dann ggf. auffordert einen Rentenantrag zu stellen, können wir im Vorgriff nicht beurteilen.

von
Tim

Zitiert von: Glasklar

Hallo Tim,

z. Zt. ist Ihr Reha-Antrag wohl eher nicht in einen Rentenantrag umzuwandeln, da für Sie eine weitere stationäre Maßnahme durch die Krankenkasse bewilligt wurde. Von dieser Behandlung ist wie Sie dargestelt haben, voraussichtlich auch die Wiederherstellung Ihrer Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Damit dürfte die Krankenkasse auch weiterhin für Sie Krankengeld zahlen und das Ergebnis der bevorstehenden Maßnahme abwarten. Sofern Sie die vorgesehene Maßnahme nicht durchführen möchten, sollten Sie das weitere Vorgehen mit Ihrer Krankenkasse besprechen. Ob und inwieweit die Krankenkasse dann weiterhin Krankengeld für Sie zahlt und Sie dann ggf. auffordert einen Rentenantrag zu stellen, können wir im Vorgriff nicht beurteilen.

die weitere maßnahme ist von der krankenkasse noch nicht bewilligt worden. die reha klinik schreibt nur in ihrem entlassungsbericht, dass diese erforderlich ist. so wurde es mir mündlich mitgeteilt. mein arzt wartet noch auf den entlassungsbericht. natürlich möchte ich diese maßnahme auch machen, aber die wartezeit liegt bei 6-12 monaten. stehe auf der warteliste.

wie wahrscheinlich ist es, dass die krankenkasse den MDK einschaltet, wenn sowohl mein arzt als auch die reha klinik sagen, dass ich arbeitsunfähig bin?

ich bin wohl erstmal zum abwarten verdammt?

danke.

von
Krämers

Naja, Sie wären nicht der erste dem man mündlich in einer Rehaklinik etwas anderes sagt ( oder der es anders verstanden hat, als es gemeint war. .. ) , als dann letztlich im Entlassbericht auch wirklich steht. Und nur das was schriftlich vorliegt zählt. Warten Sie den ausführlichen rehaabschlussbericht jetzt erstmal ab - dann sind Sie schon schlauer..

6-12 Monate Wartezeit auf einen Klinikaufenthalt ist aber auch sehr sehr lange . Ob die Kasse solange still hält und treu und brav bis dahin weiter das Krankengeld zahlt ? Ich glaube kaum...

Das könnte durchaus Probleme geben, denn zeitnah ist nun anders und jede Krankenkasse ist nunmal bestrebt die Leute schnellstens wieder aus der Krankengeldzahlung zu bekommen. Die Frage wird ja auch so, ob sich die Kasse der Empfehlung - mehr ist es ja nun nicht - aus dem Rehabericht ( falls es dann auch so drinsteht) überhaupt auch anschliesst. Bindend ist dies nun überhaupt nicht für die Kasse und vielleicht hält die Kasse diesen Aufenthalt in ihrem Fall für gar nicht notwendig. Vielleicht erklärt Sie dann der MDK in dem Zusammenhang auch wieder für Arbeitsfähig. Dann haben Sie ein Riesenproblem und quasi den Supergau...

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird in ihrem Fall jetzt also der MDK dies genauestens alles noch einmal überprüfen und dann wird eine Entscheidung dazu gefällt.

Komplizierter Fall wo Probleme eigentlich vorprogrammiert sind. Stellen Sie sich darauf ein, dann sind Sie gewappnet. Die RV wird ja auch erstmal abwarten ob überhaupt ein erneuter Klinikaufenthalt ansteht und wie das Ergebnis dann daraus sein wird. Eine finale Beurteilung ihrer EM scheint ja in der Reha jetzt nicht stattgefunden zu haben bzw. konnte nicht vorgenommen werden.

Passen Sie also auf, das Sie letztlich nicht zwischen allen Stühlen landen und das ganze auf eine viel zu lange Zeitschiene kommt.