Umdeutung RehaAntrag

von
Informatika Rita

Liebe Experten,
Ich hoffe dringend auf Ihre Antworten da ich zu meinem Fall keine Antworten finden kann und bemühe mich folgerichtig zu schildern:
Ich bin seit 14.03.2013 durchgehend AU geschrieben; habe am 11.03.2013 einen RehaAntrag ( Entwöhnungsbehandlung ) gestellt. Diese wurde genehmigt, durchgeführt und ich würde mit positivem Leistungsvermögen hinsichtlich meines Berufes aus der Reha entlassen, wegen einer akuten Erkrankung aber AU. Beim Ende dieser Reha wurde in meinem Resümee auf meine durchaus vorhandenen weiteren beruflichen Pläne von mir eingegangen und diese auch so abgegeben, keinerlei Rentenabsichten.
Am 13.03.2014 habe ich ein Einschreiben meiner Krankenkasse erhalten dass lt. Gutachten des MdK meine Reha nicht den erwarteten Erfolg gebracht hat und somit die RV entscheidet ob mein Antrag als Rentenantrag gilt oder weitere Maßnahmen einzuleiten wären.
Zudem dürfe ich nun ohne Zustimmung der Krankenkasse "den" Antrag nicht zurücknehmen,auf Rente etc verzichten etc.
da meine Reha längst vorbei war, ich in meinem beruflichen Leistungsvermägen auch über 6 Std. positiv beurteilt wurde, von mir auch keine weiteren Anträge gestellt wurden , habe ich dies zwar zur Kenntnis genommen, wußte aber damit nichts anzufangen.
Nun wurde ich mit einem Schreiben vom 13.06.2014 aufgefordert binnen 10 Wochen einen Antrag auf Leistungen zur med. Reha zu stellen.
Mittlerweile ging es mir psychisch und physisch wesentlich schlechter, vermutlich weil die" Suchtentlastung" nicht mehr vorhanden war. Deshalb habe ich Anfang August 2014 Antrag auf Erwerbsminderungrente gestellt, Mitte August den Reha-Antrag über die Krankenkasse wie gefordert.
Im Zuge des Reha-Antrages hat mir die RV im Sepember 2014 mitgeteilt dass mit Schreiben vom 13.08.2014 der KK eine Antragstellung unter Einschränkung des Gestaltungsrechtes erfolgt, die RV alle MdK Gutachten benötigt.
Im Oktober 2014 wurde ich wegen meines Rentenantrages gutachterlich untersucht : nicht arbeitsunfähig, über 6 Std. Im erlernten Beruf arbeitsfähig, Reha nicht notwendig da erst 2013 erfolgt (keine Aggravation, eher Dissimulation)
Nun bin ich im Februar 2015 erneut zur Reha (kein Rückfall; psychosomatische Reha) gekommen, neueste Befunde im Gepäck; Ergebnis:
Im erlernten Beruf unter 3 Std. Arbeitsfähig, auf dem allgem. Arbeitsmarkt aber über 6 Stunden unter Beachtung des neg. Leistungsvermögen.
Jetzt habe ich die halbe Erwerbsunfähigkeitsrente bewilligt bekommen, aber rückwirkend ab Reha- Antrag ( zur Entwöhnungsbehandlung!!!!) vom März 2013.
Meine Zurechnungszeit wird dadurch nur bis zum 60.sten Lebensjahr gerechnet!!!!!
Da ich zu meinen mittlerweile objektiv vorhandenen körperlichen Einschränkungen chronisch dysthym bin, dies sich im letzten Jahr massiv verstärkt und gezeigt hat , ich auch bei der letzten Reha 2015 eine ausgeprägte Depression, rezidivierend, gegenwärtig mittelgradiger Episode bescheinigt bekommen habe,möchte ich Widerspruch einlegen um volle
Erwerbslosenrente zu erhalten.
Die Krankenkasse untersagt mir Widerspruch gegen den Rentenbescheid:Krankengeld möglichst lange in Anspruch nehmend um finanzielle Abschläge bei Rentenhöhe zu vermeiden-und hierdurch kein berechtigtes und schützenswertes Interesse für die Krankenkasse darstellend!!???
(Ich habe die Krankenkasse aufgefordert mir die Gutachten des MdK zugänglich zu machen bzw. deutlich geschrieben dass sich meiner Ansicht nach die Einschränkung des Gestaltungsrechtes erst mit der Aufforderung vom 13.06.2014 binnen 10 Wochen Reha Antrag zu stellen bezieht und ich somit bei dem Rehaantrag bzw. dem Rentenantrag im August 2014 durch die neue Berechnung der Rentenbemessungsgrundlage bis zum 62.Lebensjahr anstelle 2013 bis zum 60.Lebensjahr lt. meinen Informationen im Internet eine deutlich bessere Rente erhalten würde. Und das ist bei der sowieso geringen Höhe wirklich wichtig, 20€ lassen einen immerhin einiges mehr leisten.
ist dies alles tatsächlich rechtmäßig??
Wenn dem so sein sollte zweifle ich langsam an Allem und Jedem!!!!
Setzt man voraus dass jeder Betroffene Sozialrecht studiert?????
Ich wurstle mich jetzt seit Erhalt des Rentenbescheides durch das Internet, die Paragraphen in stundenlangen Lesen ohne Verstehen.

von
Informatika Rita

Bitte, es sind natürlich nicht nur Experten gefragt. ich bin für hilfreiche Antworten dankbar.
Meine Frist zum Widerspruch, der mir ja von der Krankenkasse untersagt wurde, läuft ebenfalls in 2 Tagen ab!!!!!!

von
Kalle

hallo,

also die kk hatte dass recht nach §51 sgb sie zur reha innerhalb 10 wochen auzufordern.

dem sind sie ja nachgekommen, und haben somit weiterhin anspruch auf kg.

alles weitere was sie mit der rv haben (widerspruch usw.) geht der kk nichts an warum hat denn die kk überhaupt kenntnis vom widerspruchsvorhaben????

verstehe ich eh nicht wenn sie seit 14.3.13 au sind ist doch ihr kg längst ausgelaufen???? 72 wochen wäre ca sept. 14 ?????

von
KSC

Sorry, nach 2 Jahren mit Rentenanträgen und Rehas sollten Sie doch längst ausberaten sein.

Nur eines: Die Krankenkasse hat kein Recht dazu Ihnen einen Widerspruch gegen einen Rentenbescheid zu verbieten (und kann Sie auch andererseits zu keinem Widerspruch im Rentenverfahren zwingen).

Allerdings vermutet die Kasse wohl taktische Spielchen Ihrerseits um das KG möglichst lange "zu retten", warum das aber noch nicht abgelaufen ist, wundert mich auch.

Generell denke ich dass Sie sich vor Ort beraten lassen sollten - vermute aber dass dies längst passiert ist und Sie inzwischen durch unzählige Beratungen, bzw. die unendliche Internetrecherche selbst nicht mehr "vor lauter Bäumen den Wald" sehen.

Vielleicht wäre es das Beste die Teilrente zu akzeptieren, sich eine leichte andere Arbeit zu suchen und nicht zu hirnen, wie Sie um Himmels willen vielleicht doch an die bessere Zurechnungszeit, etc. kommen können.

von
Informatikarita

Danke Kalle und KSC,
Ja, ich bekomme seit September 2014 im Zuge der Nahtlosigkeitsregelung ALG I.
Und ich taktiere nicht, bin auch nicht beraten worden bzw. zumindest unrichtig sonst würde ich ja jetzt nicht mit diesen Fragen dastehen.
Krankenkasse wurde von mir angeschrieben, da ich ja der Meinung war und bin dass erst mit Aufforderung zur Reha und meiner Antragstellung im August 2014 mein Dispositionsrecht bezüglich einer Rente etc. eingeschränkt wurde und ich gebeten habe dies der RV mitzuteilen!!
ich bin aus der " Entwöhnugsreha" nach 15 Wochen im Jahr 2013 in meinem Beruf voll arbeitsfähig entlassen worden. Zu diesem Zeitpunkt war der Leitungsfall ( EU) nicht eingetreten.
Übrigens, die Krankenkasse hat in den Jahren !!! vor Reha 2013 keine Leistungen für mich erbringen müssen, Krankengeld ab April 2013 bezahlt- mit den Unterbrechungen durch das Übergangsgeld der RV.

von
KSC

Und was konkret wollen Sie denn nun im Rentenforum wissen? Kurz und knackig und nicht in Romanlänge.

Die Frage: Ist das alles so rechtens? kann nämlich im Forum mangels Kenntnis des genauen Sachverhaltes eh nicht geklärt werden.....

von
Informatikarita ( 55 Jahre )

Wissen will ich:
1) kann mein Rehaantrag von 2013 tatsächlich durch Einschränkung meines Gestaltungsrechtes als Rentenantrag gelten???
Gründe dagegen habe ich ja bereits " in Romanform" geschrieben
2) Darf die Krankenkasse mir demzufolge einen Widerspruch untersagen
Ein langsam verzweifeltes Danke für ............

von
KSC

zu 1) das zu prüfen übersteigt die Grenzen eines Forums

zu 2) dieses Recht kann Ihnen die Kasse m.E. nicht absprechen.

von
Informatika Rita

Hilfreich war das leider nicht, aber Danke für's
Reindenken und Antworten.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Informatika Rita,

prinzipiell hat Ihnen KSC schon die zutreffenden Antworten gegeben. Aber um noch einmal auf Ihre beiden konkreten Fragen einzugehen:

zu 1.:
Die Krankenkasse darf prinzipiell jederzeit eine Einschränkung des Dispositionsrechts „nachschieben“. Ob dies in Ihrem konkreten Einzelfall in zulässiger Weise erfolgte, kann im Rahmen dieses Forums allerdings niemand beurteilen.

zu 2.:
Die Einschränkung des Dispositionsrechts durch die Krankenkasse bezieht sich nur auf die Fragen „ob“ und „ab wann“ sie die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen/beantragen wollen. Es schließt jedoch nicht aus, dass Sie sich gegen eine rechtswidrige Entscheidung mittels eines Widerspruchs zur Wehr setzen dürfen.

von
Informatika Rita

Lieber Experte,
Danke, jetzt " traue" ich mir zumindest den Widerspruch zu.