Umdeutung Rehaantrag

von
Berrit

Hallo.
War 2018 lange krankgeschrieben und auf Reha, welche ich auf eigene Initiative beantragt habe. Mit dem Entlassungsbericht, gegen den ich auch eine Gegendarstellung geschrieben habe, wurde ich voll arbeitsfähig entlassen. Das war völliger Quatsch. In 2019 bin ich stundenweise wieder arbeiten gegangen und habe EM Rente beantragt, mit Ziel mindestens einer Teilerwerbsminderung. Genau das ist mir auch zugesprochen worden.

Warum bekomme ich diese Rente jetzt erst ab Rentenantrag (bzw. 7 Monate danach naturlich) und nicht ab Rehaantrag? Ich war vorher und nachher nie voll arbeitsfähig, auch wenn der Rehabericht das behauptet.

Kann ich dagegen Widerspruch einlegen? Oder ist ein Jahr zwischen Reha und em-antrag zu lange, so dass angenommen werden könnte mein Zustand habe sich jetzt erst verschlechtert?

Danke!

von
Max4.0

Hallo Berrit,
wenn ich mich nicht täusche, ist es viel besser, dass die EM später als früher bewilligt wurde. Das heißt, es werden mehr Zurechnungszeiten berücksichtigt, und das bedeutet in aller Regel auch mehr Rente.
Ich würde dagegen sicherlich keinen Widerspruch einlegen und mich freuen.
Hätte das gerne gehabt, aber bei uns wurde bei ähnlichen Voraussetzungen (KK hat nachträglich zum Rehaantrag aufgefordert, obwohl schon längst selbst gestellt, bewilligt, angetreten) de facto das Rehaantragsdatum aus 2018 und leider nicht das Rentenantragsdatum aus 2019 genommen. Summiert auf's Jahr ist das schon leider ein finanzieller Verlust zusätzlich zu den 10,8%-Abzügen.

von
Schade

Letztlich können Sie gegen alles Widerspruch einlegen solange Sie sich in der Monatsfrist bewegen.

Mehr lässt sich hier im Forum nicht sagen, keiner kennt die genauen Gegebenheiten, etc.

Ob ein früherer Rentenbeginn sinnvoll wäre weiß auch niemand, weil keiner die Versicherungszeiten kennt.

Meine Frage: jetzt wollen Sie eine frühere Rente - warum haben Sie den Antrag dann nicht früher gestellt, wenn Sie heute glauben schon früher erwerbsgemindert gewesen zu sein?

von
Berrit

Danke für die Antworten.

Zur erklärung: Auf der Reha hat man mir gesagt ich wäre zu jung für eine em rente. Das könne ich sein lassen.
Da sieht man schon wie gut ich beraten wurde. Wurde immerhin arbeitsunfähig entlassen und als das Krankengeld auslief habe ich notgedrungen eine Wiedereingliederung für 10 wochenstunden gemacht. Ich habe gemerkt, dass mich das total überfordert und ich sicher nicht mehr arbeiten kann und deswegen dann sofort den Rentanantrag gestellt.
Krank bin ich schon seit 15 Jahren, davon mindestens 6 im jetzigen Zustand, nur habe ich jetzt endlich die Konsequenz der Rente gezogen...

von
Schade

...dass Sie zu jung für eine Rente seien hat Ihnen aber garantiert so kein Berater der DRV gesagt - diese "Parole" haben Sie sicher von jemand anderem gehört.

Jetzt ein Gedanke am Rande: Sie sind seit 6 oder seit 15 Jahren gesundheitlich eingeschränkt?
Da liegt es vielleicht ziemlich nahe dass die DRV dann den Rentenantrag - also den Zeitpunkt an dem der Kunde Rente verlangt - als Anhaltspunkt nimmt??????

Experten-Antwort

1. In Ihrer Darstellung führen Sie aus, dass Sie "voll arbeitsfähig" aus der Rehabilitation entlassen wurden; dann schildern Sie weiterhin, dass Sie "arbeitsunfähig" aus der Rehabilitation entlassen wurden. Auf Jeden Fall beziehen Sie zzt. eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung. Bevor Sie jetzt die zzt. bezogene Rente rentenrechtlich überprüfen lassen, sollten Sie bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle überprüfen lassen, ob ein früherer Rentenbeginn vor dem 01.01.2019 wirtschaftlich ist (z. B. wegen der verlängerten Zurechnungszeit ab dem 01.01.2019).
2. Sie können gegen den Rentenbewilligungsbescheid Widerspruch einlegen, sofern die Frist noch nicht verstrichen ist. Ansonsten besteht jederzeit die Möglichkeit einen Antrag auf Überprüfung nach § 44 SGB X zu stellen.

von
Schorsch

Zitiert von: Schade
...dass Sie zu jung für eine Rente seien hat Ihnen aber garantiert so kein Berater der DRV gesagt - diese "Parole" haben Sie sicher von jemand anderem gehört.

Das wurde ihr/ihm in der Reha-Einrichtung erzählt, was ich mir auch sehr gut vorstellen kann.

Während meiner damaligen Reha kannte die für meine Station zuständige Oberärztin noch nicht einmal den Unterschied zwischen den früheren Erwerbsunfähigkeits- u. Berufsunfähigkeitsrenten.
Und sie erzählte mir, dass "junge Burschen" wie ich höchstens eine berufliche Umschulungsmaßnahme bewilligt bekämen.

Gut, dass ich nicht auf die gehört habe.

MfG