Umdeutung rentenantrag

von
nina

Warte schon lange auf EM-Rente. der momentane Status heisst: die KKasse und die DRV sollen untereinander was klären. Die KKasse informierte mich, dass das Datum meines Rentenantrages zurückgesetzt werden soll - mehr auch nicht - auf das Datum des vorangegangenen Rehaantrages - umgedeutet.

Was heisst und wie soll ich das interpretieren. Kann ich mit Bewilligung rechnen?

von
Reni

Wenn die KK Sie zum Rehaantrag aufgefordert hatte und der Antrag in einen Rentenantragumgedeutet wurde, gilt das Datum, das die KK beim Rehaantrag eingetragen hatte, als Datum des Rentenantrags, nicht der Tag, an dem Sie den Rehaantrag tatsächlich gestellt haben.
(aus leidvoller Erfahrung)

von
KSC

Wenn Sie die Rente bereits beantragt haben, sollte sich der Sachstand durch ein einfaches Telefonat bei der Sachbearbeitung des Rententrägers klären lassen.

Dort erfahren Sie ob noch etwas fehlt und warum noch nicht entschieden wurde und ob Sie dazu beitragen können das Verfahren zu beschleunigen....all das kann kein Forumsteilnehmer beurteilen.

Ob dann das Rehaantragsdatum oder das Datum, an dem Sie die Rente tatsächlich beantragt wurde als "offizielles Datum" genommen wird, ersehen Sie spätestens aus dem Rentenbescheid (bzw. müssten das eigentlich aus einem Anschreiben ersehen können, in dem Sie bereits darüber informiert wurden und gebeten wurden den Formantrag auf Rente zu stellen.)

Ein Anruf morgen früh erspart "Stochern im Neben".

von
nina

und was wird damit bezweckt? Der Reha-Antrag ist abgelehnt worden, ebenfalls der Widerspruch. Dann habe ich auf Drängen der Ärzte - während der Widerspruchsbescheid unterwegs war - den Rentenantrag gestellt.

von
KSC

Und aus welchem Grund wurde die Reha abgelehnt?

Sind Sie zu gesund oder zu krank für eine Reha?
Oder reichen die Versicherungszeiten nicht?

Aber wie bereits gesagt: morgen telefonieren und Sie sind vielleicht schlauer.

von
nina

der Sachbearbeiter kann mir doch nicht am Telefon sagen, ob mit Bewilligung zu rechnen ist oder nicht. Aber meine Frage wäre - kann ich aus der Umdeutung eine Bewilligung ableiten. Was macht das sonst für einen Sinn?

von
nina

Ich erfülle alle versicherungstechnische Voraussetzung.
reha abgelehnt aufgrund eines Gutachtens, dem meine Ärzte widersprochen haben. Aufgrund dessen musste ich erneut zum Gutachter.

von
KSC

Warum soll er das nicht sagen können? - es gibt auch am Telefon Möglichkeiten abzuklären, ob es tatsächlich der Kunde ist der anruft.

Wenn die RV Sie nach der erfolgreichen REHA angeschrieben hat und aufgefordert hat die Rente zu beantragen, dann sollten eigentlich auch die Voraussetzungen geklärt sein.

Kam der Anstoß zum Rentenantrag vom Arzt oder der Kasse, heißt das nicht viel.

von
KSC

Und was streben Sie an?

Eine Rente, weil Sie nichts mehr arbeiten können?

Oder eine Reha um Ihre Erwerbsfähigkeit zu verbesser?

Vielleicht dauert es ja, weil keiner bei der RV weiß, was getan werden soll, weil Ihre Ärzte einerseits die Reha und gleichzeitig die Rente befürworten?

Auch da kann ein Telefonat Klarheit für beide Seiten bringen.

von
ebenso

Hallo nina,
bei mir war das genauso.
Sollte bei der Reha festgestellt werden, dass keine Besserung in Aussicht ist, gilt das Datum des Reha-Beginns als Rentenantrag/beginn.
Sollte der Antragsteller erst später einen Rentenantrag stellen, gilt nicht dieses Datum als Rentenbeginn und die Krankenkasse erhält evtl. gezahltes Krankengeld von der RV zurück. M.E. geht es dabei wie immer nur ums Geld.

von
-_-

§ 116 Absatz 2 SGB 6:

"Der Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder zur Teilhabe am Arbeitsleben gilt als Antrag auf Rente, wenn Versicherte vermindert erwerbsfähig sind und

1. ein Erfolg von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder zur Teilhabe am Arbeitsleben nicht zu erwarten ist oder

2. Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder zur Teilhabe am Arbeitsleben nicht erfolgreich gewesen sind, weil sie die verminderte Erwerbsfähigkeit nicht verhindert haben."

http://bundesrecht.juris.de/sgb_6/__116.html

Die Rücknahme des als Rentenantrag geltenden Rehaantrags ist nicht möglich, wenn das Dispositionsrecht durch die Krankenkasse eingeschränkt worden ist oder nachträglich eingeschränkt wird.

Das Ganze hat letztlich den Sinn, Leistungsberechtigte zur Inanspruchnahme der Rente zu zwingen. Damit wird die Verzögerung des Rentenantrags zum Zwecke der Erlangung des meist höheren Krankengeldes bis zu dessen Ausschöpfung eingeschränkt. Fehlende Mitwirkung, z. B. die Verweigerung oder Verzögerung des formularmäßig nachzureichenden Rentenantrags, kann zur Leistungsversagung führen. Damit bekäme der Antragsteller dann keine der beiden Leistungen mehr.

Einen formularmäßigen Rentenantrag müssen Sie aber nur stellen, wenn Sie dazu durch den Rentenversicherungsträger zuvor schriftlich aufgefordert worden sind. Fristen dürfen und sollten Sie ausnutzen, sofern das Krankengeld höher als die zu erwartende Rente ist!

Die Krankenkasse kann dagegen von Ihnen nicht verlangen, einen Rentenantrag von sich aus zu stellen! Sie ist nach § 51 SGB 5 nur zur Aufforderung berechtigt, den Rehaantrag zu stellen.

http://bundesrecht.juris.de/sgb_5/__51.html