Umschulung ???

von
Erna

Ich 32 Jahre bin seit 10 Monaten krankgeschrieben und kann in meinem Beruf als Arzthelferin wg. Bandscheiben-und Hüftoperationen nicht mehr bzw. nur sehr eingeschränkt arbeiten (keine Zwangshaltungen, nur Sitzen/stehende Tätigkeiten). Unter diesen Voraussetzungen werde ich da in meinem Job nichts mehr finden. Mein letzter AG hat mir wg. Krankheit gekündigt. Die Rehaklinik meint aber ich wäre 3-6 Stunden arbeitsfähig(falls ich das jemals werde). Unter welchen Voraussetzungen kann man eine Umschulung (evtl. Teilzeit) beantragen. Ich möchte weiter arbeiten gehen!

von
Ossi

Hallo,
beantragen Sie bei Ihrem Rentenversicherungsträger Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.Dieser kann die bereits vorhandenen Befunde der Reha,-Einrichtung zur Feststellung Ihrer Erwerbsfähigkeit auswerten(wenn Sie zugestimmt haben) und ggf. für Sie einen geeigneten Arbeitsplatz bzw.Umschulung finden.
mfG

von
Nix

Anspruch auf eine Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben zu Lasten des RV-Trägers besteht, wenn Sie eine Wartezeit von mindestens 15 Jahren erfüllt haben oder eine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt haben und eine Erwerbsminderung droht oder vorliegt. Wurden die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen nicht erfüllt,so besteht auf jeden Fall ein Anspruch auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu Lasten des Trägers der Arbeitsverwaltung - Agentur für Arbeit.
Stellen Sie einfach einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und lassen Sie den RV-Träger entscheiden, ob er Ihnen eine solche gewährt oder nicht. In manchen Fällen wird auch eine medizinische Leistung zur Rehabiltation vorgeschaltet und werden Sie aus dieser arbeitsunfähig entlassen, so wird von amtswegen schon die Durchführung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben geprüft.
Die Anschrift der nächsten Beratungsstelle finden Sie auf dieser Seite unter Service - Beratungsstellen. Begeben Sie sich dorthin und lassen Sie sich ausführlich beraten.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Erna,

wenden Sie sich wegen der Klärung Ihrer Fragen sowie der Beantragung einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben eventuell in Form einer Umschulung an eine von den Rehabilitationsträgern eingerichtete Gemeinsame Servicestellen für Rehabilitation.

Wer nach einem Unfall oder einer Krankheit in einer Rehabilitationsklinik wieder fürs Berufsleben fit ge-macht werden möchte oder wer aus gesundheitlichen Gründen einen anderen Beruf erlernen muss, kann sich an eine dieser Servicestellen wenden.

Die Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation beraten und unterstützen ratsuchende Bürgerinnen und Bürger in allen Fragen der Rehabilitation. Sie klären Anliegen, nehmen Reha-Anträge auf und ermit-teln den zuständigen Reha-Träger. Von den Servicestellen wird bei Bedarf auch der weitere Kontakt zum zuständigen Reha-Träger hergestellt und der Reha-Antrag unverzüglich dorthin weitergeleitet. Somit kann das Reha-Management schnell und ohne Reibungsverluste vom zuständigen Reha-Träger übernommen werden.
Auch im laufenden Reha-Verfahren können sich Ratsuchende bei Bedarf erneut an diese Servicestelle wenden.

Die Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation sollen vor allem behinderten Menschen das Leben leichter machen. Denn für alle Fragen oder Anträge zur medizinischen oder beruflichen Rehabilitation ist die Gemeinsame Servicestelle für Rehabilitation ein zusätzlicher Ansprechpartner.

Alle Träger für Rehabilitation arbeiten hier eng zusammen. Hinter den Beratern in den Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation steht ein Team von Fachleuten zum Beispiel aus Krankenkassen, Be-rufsgenossenschaften, Agenturen für Arbeit, Städten und Kreisen sowie Rentenversicherungsträgern und bilden örtliche Reha-Beratungsteams. Gemeinsam klären sie für Ratsuchende notwendige Sachverhalte und koordinieren bei Bedarf mehrere Reha-Leistungen.

Ein Verzeichnis der bisher im gesamten Bundesgebiet eröffneten Gemeinsamen Servicestellen für Re-habilitation, gliedert sich nach Postleitzahlen oder Ort und ist im Internetangebot http://www.reha-servicestellen.de abrufbar.