Umschulung

von
gandalf

Aufgrund mehrer schwerer Bandscheibenvorfälle habe ich von der Rentenversicherung eine Kur bewilligt bekommen. Nach der Kur bekam ich dann einen Bewilligungsbescheid für "Leistungen zur Teilhabe" am Arbeitsleben, weil festgestellt wurde, dass ich meine bisherige Tätigkeit als Lagerist nicht mehr weiter ausüben könnte. In dem folgenden Gespräch mit dem Reha-Beratungsdienstmitarbeiter wurde mir leider mitgeteilt, dass ich die von mir gewünschte Umschulung zum Industriekaufmann nicht finanziert bekommen würde, weil ich bisher keinerlei Berufsausbildung absolviert habe. Mir wurde lediglich in Aussicht gestellt, dass ich bei vorweisen eines Arbeitsplatzangebot diesem neuen Arbeitgeber anbieten könnte dass die Rentenversicherung einen Teil
des Gehalts übernehmen würde.
Ich bin 26 Jahre alt und kann nicht verstehen, dass die Rentenversicherung mir keine Umschulung zum Industriekaufmann genehmigen wil. Kann es den tatsächlich möglich sein, dass ich nicht die Möglichkeit bekomme mich beruflich weiterzubilden um möglichst lange in einem Beruf mit leichter körperlicher Beanspruchung arbeiten zu können ? Die Agentur für Arbeit hat mir nämlich auch mitgeteilt, dass Sie leider nichts für mich machen könnten weil ich ein "Reha-Fall" der Rentenversicherung wäre....

von
Schade

Wenn Sie den Beruf des Industriekaufmannes anstreben, können Sie ja eine ganz normale Lehre absolvieren.
Daran hindert Sie keiner.

von
Jöppi

Offensichtlich haben Sie bisher nur "mündliche" Ablehnungen vom Rehabiliations-Fachberater bekommen. Ich empfehle Ihnen daher, einen schriftlichen Antrag auf eine Umschulung zum Industriekaufmann bei Ihrem Rentenversicherungsträger zu stellen. Begründung entsprechend Ihrer Mail. Dann muss der Rentenversicheurngsträger entsprechend reagieren (Bescheid). Sie können sich ja gleich bereit erklären, an einer entsprechenden Erprobungsmaßnahme teilzunehmen. Dort wird dann abgeklärt, ob Ihre Eignung für diesen - oder einen anderen Beruf - gegeben ist. Dann hätte man ein "handfestes" Ergebnis.

von
Heike

Hallo,
haben Sie sich mal Gedanken über das Wort "Umschulung" gemacht?
Sie haben keinen Beruf erlernt. Weshalb sollte denn eine "Umschulung" erfolgen?

Heike

von
???

Sie haben keinen Rechtsanspruch auf eine Umschulung. Wie die DRV Sie unterstützt, ist eine Ermessensfrage. Dabei wird eben auch Ihr berufliches Vorleben berücksichtigt. Wenn eine erfolgreiche Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt auch ohne Umschulung zu erwarten ist, ist das Vorgehen der DRV durchaus richtig, da wahrscheinlich kostengünstiger.

Experten-Antwort

Hallo gandalf,

bei der Auswahl des geeigneten Mittels um die Wiedereingliederung zu erreichen ist neben der individuellen Eignung und Neigung auch die bisherige Tätigkeit sowie die Situation auf dem Arbeitsmarkt angemessen zu berücksichtigen.

Die Auswahl der im Einzelfall zielführenden Leistung bzw. Leistungen wird seitens der Rentenversicherung als zentrale Herausforderung gesehen. Bei der Entscheidung wird daher nicht nur auf die individuelle Problemlage eingegangen, sondern stets auch abgewogen, ob eine berufliche Integration besser durch eine punktuelle, tendenziell kurze Maßnahme zu erreichen ist oder ob eher eine spezifische Ausbildung mit breiter angelegter Förderung eine solide Grundlage für eine langfristige Integration darstellt.

Bei alldem sind bei der Bestimmung von Art, Dauer und Umfang, Beginn und Durchführung der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben die Grundsätze von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten.

In ihrem Fall ist daher unter Beachtung der obigen Ausführungen zu unterstellen, dass der zuständige Reha-Fachberater als zielführendes Mittel zur zeitnahen Wiedereingliederung Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben in Form der Erbringung eines Eingliederungszuschusses für sinnvoll hält.