Umschulung mit 53

von
Elfe

Hallo,
ich habe einen guten Bekannten der sich zur Zeit auf Grund von psychischer Erkrankung und Alkoholmissbrauch in einer Reha (Suchtklinik) befindet...
Er ist 54 und Handwerksmeister...hat in den letzten Jahren oft den Job gewechselt...teils selber gekündigt, teils gekündigt worden...mehrere Psychiatrieaufenthalte.
Jetzt möchte die Klinik ihn in eine Umschulung (Fachinformatiker) vermitteln.
Nun meine Frage
Warum sollte ein 54jähriger psychisch kranker Meister eine Umschulung bekommen?
Meines Erachtens sind die Gelder da doch sinnlos investiert...wenn er fertig ist, ist er 56 und Berufsanfänger-Jobaussichten?
Ist für mich als Versicherungsbeitragszahler unverständlich...

von

Wenn der sozialmedizinische Dienst eine Chance für eine Umschulung und einer anschließenden Beschäftigung in diesem Beruf sieht, warum dann nicht? Das ist günstiger als eine Erwerbsminderungsrente. Das beantwortet dann auch Deine „Befürchtungen“ bezüglich der Verwendung der Rentenbeiträge.
Was Du allerdings glaubst oder meinst ist absolut irrelevant.

von
???

Die Frage müssen Sie der Klinik bzw. dem dortigen Personal stellen. Es geht dort in erster Linie darum, den Patienten eine neue Perspektive zu eröffnen.

Die gute Nachricht ist: Die Klinik entscheidet nicht darüber, ob die Umschulung tatsächlich durchgeführt wird. Ihr Bekannter muss die Umschulung ja erst mal beantragen. Und dann wird sich zeigen, ob er sie auch bekommt.
Ich persönlich würde ihm zu einem Gespräch beim Arbeitsamt zum Thema Arbeitsmarkt raten.

Experten-Antwort

Hallo Elfe,

notwendige Leistungen zur beruflichen Eingliederung werden auf die individuelle Lebenssituation und Bedarfslage abgestimmt. Soweit man die bisherige Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können, hält die berufliche Rehabilitation neben der mehrjährigen - klassischen - Umschulung ein umfangreiches und vielseitiges Leistungsangebot bereit, um Arbeitsplätze zu erhalten oder neue zu erschließen.

Unter Berücksichtigung von Eignung, Neigung und bisheriger Tätigkeit erstellt ein Rehabilitationsberater der Deutschen Rentenversicherung, der Ihren Bekannten in dieser Phase betreut, mit ihm ein Anforderungsprofil und eine Integrationsplanung.

Es gibt auch alternative Leistungen die in Betracht kommen könnten, dies wird jedoch dann mit Ihrem Bekannten abgesprochen.

von
Max

Hallo!

Also das ist nur eine Verschiebung von einem Behörde zur anderen ..warum ganz einfach die Rentenanstalt muss eben keine Rente zahlen.....und wenn er ....was wohl vermutbar ist, bei seiner Vorgeschichte....!......nicht vermittelbar ist.....ja quasi dann das Arbeitsamt als Zahlmeister zuständig....und wenn es dumm läuft evt. noch ALG II------das finde ich eine Sauerei! Gut evr. ist ALG II mehr wie die zu erwartete ERW-Rente.....aber bei Rente ist man auf der ruhigeren Seite in dem Alter!

MfG

Max

von
ScHöNiStUtOpIa

Wären wir nicht alle gern auf der ruhigeren Seite?

von
Gumba

Zitiert von: Max
Hallo!

Also das ist nur eine Verschiebung von einem Behörde zur anderen ..warum ganz einfach die Rentenanstalt muss eben keine Rente zahlen.....und wenn er ....was wohl vermutbar ist, bei seiner Vorgeschichte....!......nicht vermittelbar ist.....ja quasi dann das Arbeitsamt als Zahlmeister zuständig....und wenn es dumm läuft evt. noch ALG II------das finde ich eine Sauerei! Gut evr. ist ALG II mehr wie die zu erwartete ERW-Rente.....aber bei Rente ist man auf der ruhigeren Seite in dem Alter!

MfG

Max

Auch Bezieher einer EM-Rente schieben nicht zwangsläufig eine ruhige Kugel, da diese entweder auf Antrag verlängert werden müssen oder, falls auf Dauer, von Zeit zu Zeit überprüft werden. Ist der Fall wie in Ihrem Beispiel so, dass die EM-Rente niedrig ist, folgt noch der Aufschlag beim Amt zwecks Grundsicherung. Wirklich ruhig ist nur die auskömmliche Altersrente, aber das ist dafür auch das letzte, was man im Leben bekommt.

von
Max

Zitiert von: Gumba
Zitiert von: Max
Hallo!

Also das ist nur eine Verschiebung von einem Behörde zur anderen ..warum ganz einfach die Rentenanstalt muss eben keine Rente zahlen.....und wenn er ....was wohl vermutbar ist, bei seiner Vorgeschichte....!......nicht vermittelbar ist.....ja quasi dann das Arbeitsamt als Zahlmeister zuständig....und wenn es dumm läuft evt. noch ALG II------das finde ich eine Sauerei! Gut evr. ist ALG II mehr wie die zu erwartete ERW-Rente.....aber bei Rente ist man auf der ruhigeren Seite in dem Alter!

MfG

Max

Auch Bezieher einer EM-Rente schieben nicht zwangsläufig eine ruhige Kugel, da diese entweder auf Antrag verlängert werden müssen oder, falls auf Dauer, von Zeit zu Zeit überprüft werden. Ist der Fall wie in Ihrem Beispiel so, dass die EM-Rente niedrig ist, folgt noch der Aufschlag beim Amt zwecks Grundsicherung. Wirklich ruhig ist nur die auskömmliche Altersrente, aber das ist dafür auch das letzte, was man im Leben bekommt.

Nun gut!

Diese sogenannten Nachrüfungen der Rentenberechtigung habe ich schon zu viel früheren Jahren bei einer Dauerrente mitgemacht.....habe also lange geschwitzt......gut Grundsicherung musste ich bisher nicht beantragen ....da ich das Glück hatte in anderen Verhältnissen zu leben.....

Aber die Realität weiß das die betroffene Person es nachher sicherlich nicht einfacher hat bei den Problemen die er im Lebenslauf bei einem Arbeitgeber vorlegt....dann hat er noch einen Behindertenausweis....dann ist eh schon ausgespielt....wenn ich es nicht von früher selber wissen würde.....!

MfG

Max

von
Elfe

Danke für die Antworten...ich verstehe auch, dass neue Perspektiven entwickelt werden sollen...aber könnte man da nicht besser auf der Qualifikation des Meisters aufbauen?
Würde evtl. nicht so lange dauern...und ist doch auch nicht so einfach in dem Alter und mit der Vorgeschichte komplett was Neues ohne Vorkenntnisse...zudem ist er nicht durch die Arbeit krank geworden

MfG

von
Berater

Zitiert von: Elfe
Danke für die Antworten...ich verstehe auch, dass neue Perspektiven entwickelt werden sollen...aber könnte man da nicht besser auf der Qualifikation des Meisters aufbauen?
Würde evtl. nicht so lange dauern...und ist doch auch nicht so einfach in dem Alter und mit der Vorgeschichte komplett was Neues ohne Vorkenntnisse...zudem ist er nicht durch die Arbeit krank geworden

MfG

Abwarten, was der Rehafachberater für Vorschläge bezüglich einer beruflichen LTA unterbreitet. Nur dieser kennt die individuelle Situation und hat die fachliche Kompetenz. Alle anderen Überlegungen oder Meinungen hier helfen doch nicht weiter.