Umschulung oder Frührente

von
Tanja

Hallo,

ich bin examinierte Krankenschwester und soll lt. Therapeut nicht mehr im Pflegebereich arbeiten, da bei mir eine BPS diagnostiziert wurde - Suizidversuch im Nov. 2015.

Jetzt habe ich gehört, es gäbe die Möglichkeit einer Umschulung bzw. Frührente.
Da ich Alleinerziehende von drei kleinen Kindern bin, brauche ich eine finanzielle Basis.

Zur Info: mein Mann hat uns vor einigen Monaten verlassen und derzeit streiten wir uns um den Unterhalt. Er ist nicht gewillt - zumal ein sehr gut verdient, als selbstständiger Steuerberater - mir Unterhalt zu zahlen.

Welche Möglichkeiten habe ich und welche wären für mich von Vorteil?

Viele Grüße

Tanja K.

von
Herz1952

Stellen Sie am besten einen Reha-Antrag bei der Krankenkasse. Diese kann ihn dann an die RV weiterleiten, wenn Ihre Erwerbsfähigkeit gefährdet ist. Dann können Sie auch entsprechende Hilfen bekommen. EM-Rente ist auch möglich, Reha-Maßnahmen werden natürlich bevorzugt.

Wenn Ihr Therapeut Psychiater ist könnte auch eine Medikamenteneinstellung helfen (wenn er das nicht schon versucht hat). Wenn Sie aber Ihr Beruf zu sehr belastet, ist wohl eine Umschulung angebracht (kann RV entscheiden).

Unser Sohn hat mit einer BPS (Bipolare Störung) sogar ein freiwilliges Soziales Jahr gemacht in einer Einrichtung für geistig und Mehrfachbehinderte Kinder und erwachsene gemacht. Später war er allerdings auch voll erwerbsgemindert. Aber jeder Fall liegt eben anders.

Welche Möglichkeiten für Sie von Vorteil wären, das kann in diesem Forum nicht beurteilt werden.

Ich wünsche Ihnen vor allem Gesundheit und viel Erfolg bei Ihren Entscheidungen.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Stellen Sie am besten einen Reha-Antrag bei der Krankenkasse. Diese kann ihn dann an die RV weiterleiten, wenn Ihre Erwerbsfähigkeit gefährdet ist.

Der Umweg über die Krankenkasse ist überhaupt nicht nötig, weil man den Reha-Antrag direkt an die DRV schicken kann, was man gewöhnlich auch so macht.

MfG

von
Daniel

Zitiert von: Tanja

Hallo,

ich bin examinierte Krankenschwester und soll lt. Therapeut nicht mehr im Pflegebereich arbeiten, da bei mir eine BPS diagnostiziert wurde - Suizidversuch im Nov. 2015.

Jetzt habe ich gehört, es gäbe die Möglichkeit einer Umschulung bzw. Frührente.
Da ich Alleinerziehende von drei kleinen Kindern bin, brauche ich eine finanzielle Basis.

Zur Info: mein Mann hat uns vor einigen Monaten verlassen und derzeit streiten wir uns um den Unterhalt. Er ist nicht gewillt - zumal ein sehr gut verdient, als selbstständiger Steuerberater - mir Unterhalt zu zahlen.

Welche Möglichkeiten habe ich und welche wären für mich von Vorteil?

Viele Grüße

Tanja K.


Hallo Tanja,

da Sie ja noch berufstätig sind läuft die Reha über die DRV. Es heißt ja auch Reha vor Rente. Eine Umschulung hängt von vielen Faktoren zusammen z.b. Alter, Schulabschluss, ect. Ich hoffe Sie haben einen guten Hausarzt. Die andere Baustelle die Sie mit Ihrem Ehemann haben würde ich hartnäckig bleiben. Der soll gefälligst für die Kinder und Ihnen den Unterhalt aufkommen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit.
Bleiben Sie stark.

Gruß
Daniel

von
Tanja

Zitiert von: Herz1952

Stellen Sie am besten einen Reha-Antrag bei der Krankenkasse. Diese kann ihn dann an die RV weiterleiten, wenn Ihre Erwerbsfähigkeit gefährdet ist. Dann können Sie auch entsprechende Hilfen bekommen. EM-Rente ist auch möglich, Reha-Maßnahmen werden natürlich bevorzugt.

Wenn Ihr Therapeut Psychiater ist könnte auch eine Medikamenteneinstellung helfen (wenn er das nicht schon versucht hat). Wenn Sie aber Ihr Beruf zu sehr belastet, ist wohl eine Umschulung angebracht (kann RV entscheiden).

Unser Sohn hat mit einer BPS (Bipolare Störung) sogar ein freiwilliges Soziales Jahr gemacht in einer Einrichtung für geistig und Mehrfachbehinderte Kinder und erwachsene gemacht. Später war er allerdings auch voll erwerbsgemindert. Aber jeder Fall liegt eben anders.

Welche Möglichkeiten für Sie von Vorteil wären, das kann in diesem Forum nicht beurteilt werden.

Ich wünsche Ihnen vor allem Gesundheit und viel Erfolg bei Ihren Entscheidungen.

BPS heißt borderline Störung. Als Krankenschwester komme ich an entsprechende Medikamente, wenn es mir mal wieder nicht gut geht.

von
KSC

Wie belastabar Sie sind und ob (und gegebenenfalls was) Sie noch arbeiten können müssen Sie mit Ihren Ärzten und Therapeuten besprechen.

Umschulung würde bedeuten Sie lernen einen neuen Beruf, das macht eigentlich nur Sinn wenn Sie nicht erwerbsgemindert sind. Ob Sie als Alleinerziehende mit 3 kleinen Kindern eine Umschulung packen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Es gibt aber auch anderes was unter LTA (berufliche Reha) fällt.

"Frührente", also Erwerbsminderungsrente bekommen Sie nur bei entsprechender Einschränkung.
Voll erwerbsgemindert wären Sie wenn Sie (egal welche Tätigkeiten) nur noch unter 3 Stunden pro Tag machen können. Teilweise em bedeutet Sie können nur noch unter 6 Stunden arbeiten.

Sobald Sie noch 6 Stunden oder mehr täglich arbeiten können, sind Sie kein Fall für die Rente.
Da ginge es nur noch um berufliche Maßnahmen und Ihre Überlegungen was Ihre beruflichen Ziele sind. Da gibt es neben der Umschulung auch noch viel anderes. Lehrgänge, Qualifizierung, Einarbeitungszuschuß für einen einstellungswilligen Arbeitgeber, und, und, und.....

Die "Unterhaltsgeschichte" ist kein Problemfeld was die DRV betrifft, da halte ich mich als DRV Mitarbeiter raus.

von
Tanja

Danke, für die vielen Antworten. Ehrlich gesagt bin ich ziemlich verwirrt und weiß nicht weiter.
Wenn ich das richtig verstanden habe, muss ich mich bei der DRV melden und einen Antrag stellen!? Oder bei meiner KV? Meine Kinder müssten natürlich betreut sein. Egal, was auf mich zukommt.

Experten-Antwort

Guten Morgen Tanja,

KSC hat Ihnen schon einige Hinweise gegeben, welche Möglichkeiten die Rentenversicherung bieten würde. Sofern durch Ihre Erkrankung Ihre Erwerbsfähigkeit für längere Zeit gemindert oder gefährdet wäre, können Sie von der RV diverse Rehabilitationsleistungen (medizinische Leistungen, Umschulung, Zuschüsse für einen neuen Arbeitsplatz etc.) oder eine Rente wegen voller oder teilweiser Erwerbsminderung erhalten. Genauer können wir hier im Forum eigentlich nicht auf Ihre persönliche Situation eingehen, da zu viele Faktoren ein Rolle spielen. Ich möchte Ihnen daher dringend empfehlen, sich in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Rentenversicherung (siehe Suche in der rechten Spalte) beraten zu lassen und dann ggf. dort gleich einen Antrag aufnehmen zu lassen. Wichtig wäre sicher auch die Einschätzung Ihrer Ärzte, z. B. ob Sie einer Umschulung derzeit überhaupt gewachsen wären oder ggf. noch weitere Akutbehandlung erforderlich ist.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 26.09.2016, 07:14 Uhr]

von
Herz1952

Hallo Tanja,

leider haben Sie sich eine der schwierigsten Krankheiten "herausgesucht", nämlich eine Psychische Erkrankung. Die tritt in verschiedensten Formen und Namen auf.

Unser Sohn hat erst nach Monaten, bzw. sogar Jahren eine einigermaßen gesicherte Diagnose erhalten. Diagnosen können auch im Laufe der Zeit wechseln. Auch Borderline wurde bei ihm in Betracht gezogen.

Deshalb wünsche ich Ihnen noch einmal alles Gute für die Zukunft.

Was die Erwerbsfähigkeit betrifft, hat Ihnen der Experte eine gute Antwort gegeben. Wünschen würde ich Ihnen, dass Sie Ihren Beruf doch noch weiterhin ausüben könnten.

von
Tanja

Zitiert von: Herz1952

Hallo Tanja,

leider haben Sie sich eine der schwierigsten Krankheiten "herausgesucht", nämlich eine Psychische Erkrankung. Die tritt in verschiedensten Formen und Namen auf.

Unser Sohn hat erst nach Monaten, bzw. sogar Jahren eine einigermaßen gesicherte Diagnose erhalten. Diagnosen können auch im Laufe der Zeit wechseln. Auch Borderline wurde bei ihm in
Betracht gezogen.

Deshalb wünsche ich Ihnen noch einmal alles Gute für die Zukunft.

Was die Erwerbsfähigkeit betrifft, hat Ihnen der Experte eine gute Antwort gegeben. Wünschen würde ich Ihnen, dass Sie Ihren Beruf doch noch weiterhin ausüben könnten.

Ganz lieben Dank! Ja, mit dieser Diagnose lässt es sich sehr schwer "normal" leben. Zumal diese auch Grund für das Scheitern meiner Ehe ist. Ich bekam die Diagnose von 3 Therapeuten/Psychologen bekommen.
Ich werde mich dann jetzt mit der RV und KV in Verbindung setzen.

von
Herz1952

Hallo Tanja,

ganz wichtig wäre auch ein Psychiater, falls unter den 3 Therapeuten nur 3 Psychologen sind.

"Nur" Psychologen können nämlich nichts ausrichten, falls es sich um eine psychotische Erkrankung handelt.

Aber vielleicht haben Sie schon einen solchen Facharzt. Diese sind den anderen Ärzte und Psychologen weit überlegen. Vielleicht könnten Fachärzte die medikamentöse Einstellung bei Ihnen so weit optimieren, dass auch wieder ein "normales" Arbeiten möglich ist.

Unter Umständen empfiehlt dies auch die RV.

von
Tanja

Ich halte von diesen Psychopharmaka nicht viel. Ja, eine Ärztin ist Psychiaterin.