Umschulung/Berufsschutz

von
Verleo

Hallo liebes Forum,
ich möchte eine Umschulung machen. Da ich schwerbehindert bin, dauert die
Ausbildung nur 2 Jahre. Zählt dies wie
eine richtige 3jährige Ausbildung? Was
passiert, wenn ich nach ein paar Jahren
aufgrund gesundheitlicher Schwierig-
keiten diesen Beruf nicht mehr ausüben
kann? Kann ich dann evtl. die teilweise
Erwerbsunfähigkeitsrente erhalten oder
wird dies auch wieder damit abge-
schmettert, es sei keine richtige drei-
jährige Ausbildung und fällt nicht unter
Berufsschutz?
Bin z.Zt. in meinem Beruf berufsunfähig,
kann aber keine Rente darauf erhalten,
weil ich nur eine einjährige Ausbildung
habe. Beim Arbeitsamt wird es als Beruf
anerkannt, beim DRB leider nicht.
Wer weiß Rat??
Liebe Grüße
Verleo

von
Nix

Blödsinn!
Alle Umschulungen zu Lasten eines Sozialleistungsträgers dauern in der REgel 24 Monate; und nicht etwa, nur weil Sie "behindert" sind. Das ist Blödsinn! Durchgepaukt wird tatsächlich der Lehrstoff wie für junge Auszubildende in 3 Jahren. Diese Umschulungen haben denselben Stellenwert wie 3-jährige Berufsausbildungen!
Dass Sie auf einen Beruf mit nur 1 Jahr Ausbildung keine Rente erhalten, wäre mir neu. Massgebend ist ja eigentlich auch, WIELANGE Sie DIESEN BERUF (1-jährige Ausbildung) auch als Tätigkeit ausgeübt haben und nicht wielange die Berufsausbildung darauf dauert!
Im Laufe eines Erwerbslebens ist man immer auf andere Tätigkeiten verweisbar. Das hat nichts zu tun, ob die Berufsausbildung bzw. Umschulung 1, 2 oder 3 Jahre gedauert hat.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Verleo,

eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit können nur Versicherte erhalten, die vor dem 02.01.1961 geboren sind.

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn Sie Ihren bisherigen Beruf und zumutbare Verweisungstätigkeiten nicht mehr mindestens sechs Stunden täglich ausüben können. Dabei kommt es auch auf die Dauer der absolvierten Ausbildungen an. Insoweit ist die Aussage von Nix nicht ganz zutreffend. Bei der Frage, welche Tätigkeit als Ihr bisheriger Beruf anzusehen ist, kann auch eine erfolgreich abgeschlossene Umschulung und die Ausübung des Umschulungsberufes eine Rolle spielen. Haben Sie den Umschulungsberuf nicht ausgübt, können Sie auf diese Tätigkeit gegebenenfalls verwiesen werden. Die zweijährige Ausbildung hat bei der Frage des Berufsschutzes einen höheren Stellenwert als die einjährige Ausbildung. Mit einer Lernzeit von mehr als zwölf Monaten müsste Ihnen vom Rentenversicherungsträger mindestens eine konkrete Verweisungstätigkeit benannt werden, die Sie noch mindestens sechs Stunden täglich ausüben können.