Umschulung/Burn Out/LTA

von
Maja

Guten Tag,

ich hätte auch gerne einen Rat zu meinem Fall.Ich habe vom Arbeitsamt eine Umschulungsmaßnahme bekommen, da ich in meinem Erstberuf( Berufswahl dazuwar damals nicht freiwillig)nie gearbeitet habe.Diese Maßnahme lag mir leider gar nicht, daher lernte ich sehr viel und mußte aus finanziellen Gründen nebenbei arbeiten.Das Ergebnis war ein völliger Erschöfungszustand-Burn Out.Während der med.Reha stellte man dann mit mir fest, dass ich in einem anderen Beruf besser aufgehoben sei und veranlassten mit mir eine Teilhabe zum Arbeitsleben.Im Entlassungbericht stand ausdrücklich, dass eine Teilhabe zum Arbeitsleben in Form einer Umschulung unumgänglich wäre und dies per Eilverfahren geprüft werden sollte.Trotz des Berichtes und der Gutachten lehnte die DRV die Teilhabe nach 4(!)mon erstmals ab.Ich schrieb einen Widerruf und sollte nun einen ärztlichen Befundbericht von meinen Ärzten zurücksenden.Besteht nun die Möglichkeit auf eine LTA? und warum ignoriert die DRV alle med. Berichte?Vielen Dank!

von
Peter

Weil aus Kostengründen schon seit längerer Zeit Umschulungen nicht mehr
so eben mal genehmigt werden - wenn überhaupt.

Die Rentenversicherungen haben hier aus finanziellen Gründen den Rotstift angesetzt....

Das wird ihnen so direkt und offiziell natürlich niemand seitens der RV sagen.

Wenn Sie sich aber noch im Widerspruchsverfahren befinden, haben Sie noch Chancen das ihnen letztlich doch noch die Umschulung bewilligt wird.

Sie sollten sich auch in jedem Fall Hilfe / Rechtsbeistand vom VDK/SoVD oder einem Rechtsanwalt holen.

Sind o.g. Institutionen mit dem Fall beschäftig , werden die Karten neu gemischt.

Diese Institutionen sind mit diesen Fällen sehr erfahren und können noch vieles
- natürlich nicht alles - möglich machen.

Wenn der Widerspruch abgelehnt wird, sollten Sie Klage vor dem Sozialgericht einreichen.

Auch dort werden noch sehr viele Fälle für den Antragsteller positiv beschieden.

Viel Erfolg.

von
Scherping

Wenn eine Teilhabe am Arbeitsleben ( Umschulung ) im Gutachten der Rehaklnik als " unumgänglich " angesehen wird und das sogar per Einverfahren, haben Sie sehr gute Chacnen spätestens dann vor dem Sozialgericht , das ihnen diese Umschulung auch gewährt wird.

Sie müssen hier knallhart per Anwalt ( meine Empfehlung aus eigener Erfahrung ) und mit allen rechtlichen Mitteln
massiv und unter Ziehung aller Register gegen die RV vorgehen.

von
???

Aus Ihren Angaben geht nicht klar hervor, ob die DRV eine Umschulung an sich oder den Reha-Fall allgemein abgelehnt hat. In beiden Fällen wäre jedoch die konkrete Begründung interessant, um einen individuellen Rat geben zu können.
Ganz pauschal gesehen, ist der Vorschlag, legen Sie Widerspruch ein, klagen Sie und nehmen Sie sich einen Rechtsberater, bei jedem Bescheid, mit dem Sie nicht einverstanden sind, zutreffend.
Im übrigen ist die Aussage, die DRV bewilligt aus finanziellen Gründen keine Umschulungen mehr, nur regional zutreffend.

von
Dickie

Mit welcher Begründung hat die DRV abgelehnt?
Ganz nachvollziehbar finde ich Ihren Bericht nicht:
Sie haben eine Ausbildung gemacht, aber nie in diesem Beruf gearbeitet.
Dann hat das Arbeitsamt eine Umschulung bezahlt, in der Sie vermutlich überfordert waren ("lag mir nicht... lernte sehr viel... Burn Out...").
Glaubt die DRV nicht, dass eine weitere Umschulung Sie in Arbeut bringt?

von
Maja

Erstmal vielen Dank für die Rückmeldungen und ja, ich habe aus familiären Gründen die Schule nicht so beenden können wie ich es damals wollte und musste mit einer Ausbildung zur Verkäuferin meine Eltern finanziell unterstützen,da ich diesen Beruf nie mochte, habe ich mich in den letzten Jahren "durchgeschlagen", zuletzt 4j. im Ausland in der Animation.Nach der langen Zeit versuche ich nun in Deutschland wieder Fuß zu fassen und das Arbeitsamt wollte keine andere Umschulung außer im kaufmännischen Bereich fördern.Da Sie mir mit Kürzung sämtlicher Gelder drohten, nahm ich diese Umschulung an und versuchte es-as leider schief ging.Die med. Reha wurde schnell bewilligt und gleich 6Wochen.Im Entlassungsbericht steht, dass "für den Heilerfolg dringend eine Maßnahme LTA empfohlen wird und dringende Bearbeitung LTA", die Ärztin schrieb auch Berufsrichtung auf.Diese Vermerkungen stehen mehr als einmal in den Bericht.Die DRV lehnte meinen ersten Antrag mit der Begründung " persönliche Voraussetzungen nicht erfüllt, da ich ja im Bezugsberuf arbeiten könnte...?!" Damit denke ich, dass Sie meinen Entlassungsbericht gar nicht gelesen haben.

von
Holm

Warten Sie den Ausgang des noch laufenden Widerspruchsverfahrens doch erstmal ab.

Was anderes bleibt ihnen letztlich ja auch nicht übrig.

Vielleicht wird ihrem Widerspruch ja stattgegeben.

von
Maja

Ich bin bereits seit ca. 7mon. geduldig und es ist ein wirklicher Kampf, denn der Antrag LTA wurde im August letzten Jahres in der med.Reha beantragt, auf Wunsch der Ärztin und der Sozialberatung. Ich kann diesen Weg der DRV einfach nicht nachvollziehen.

von
Holm

Haben Sie den keinen Rechtsbeistand, der Sie in der Sache unterstützt ?

von
m

Nein.Ich wusste nicht, dass ich bei so einer tollen Unterstützung der Ärzte und der eindeutigen Vermerke im Entlassungsbericht überhaupt Unterstützung brauche.Nun hoffe ich einfach, dass bei der DRV jemand meinen Widerruf "kompetent" bearbeitet. Muß ich einen Rechtsbeistand bei eventueller Klage vor dem Sozialgericht haben?

von
Akteneinsicht

Sie sollten erst einmal Akteneinsicht nehmen. Am Besten ist es eine gute Digitalkamera mitzunehmen, wenn die von der DRV mauern wollen und horrende Fotokopierkosten verlangen.

Wenn man allerdings bedürftig ist, braucht man nix zu bezahlen.

Akteneinsicht kann nicht verweigert werden. Auch alle Arztberichte und Gutachten kann man einsehen. Ergibt sich aus § 25 Abs. 2 SGB X:
"(2) Soweit die Akten Angaben über gesundheitliche Verhältnisse eines Beteiligten enthalten, kann die Behörde statt dessen den Inhalt der Akten dem Beteiligten durch einen Arzt vermitteln lassen. Sie soll den Inhalt der Akten durch einen Arzt vermitteln lassen, soweit zu befürchten ist, dass die Akteneinsicht dem Beteiligten einen unverhältnismäßigen Nachteil, insbesondere an der Gesundheit, zufügen würde. Soweit die Akten Angaben enthalten, die die Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit des Beteiligten beeinträchtigen können, gelten die Sätze 1 und 2 mit der Maßgabe entsprechend, dass der Inhalt der Akten auch durch einen Bediensteten der Behörde vermittelt werden kann, der durch Vorbildung sowie Lebens- und Berufserfahrung dazu geeignet und befähigt ist. Das Recht nach Absatz 1 wird nicht beschränkt."

Das heißt, dass man auch auf die Vermittlung durch einen Arzt oder Bediensteten verzichten kann.

Und hier die Sache bzgl. der Kopien:

"(5) Soweit die Akteneinsicht zu gestatten ist, können die Beteiligten Auszüge oder Abschriften selbst fertigen oder sich Ablichtungen durch die Behörde erteilen lassen. Die Behörde kann Ersatz ihrer Aufwendungen in angemessenem Umfang verlangen."

von
Holm

Das ist natürlich schlecht bzw.
jetzt im nachhinein betrachtet ein Fehler gewesen .

o.k. im Nachhinein ist man natürlich dann immer schlauer....

Ab Widerspruchseinlegung sollte man sich - um Fehler zu vermeiden und grundsätzlich die Erfolgsausssichten im weiteren Verfahren erheblich zu steigern - Rechtsbeistand beim VDK/SovD oder einem Fachanwalt für Sozialrecht einholen und sich auch gleich gegenüber der RV vertreten lassen.

Denn wenn man Widerspruch einlegen muß, ist die Sache ja im Prinzip schon aus dem Ruder gelaufen und droht
" den Bach " runter zu gehen...

Es ist einfach so, das das ganze Verfahren dann mit Anwalt auf einer ganz anderer
- höheren - Ebene im Hause der RV abgehandelt wird.

Sobald ein Anwalt im Spiel ist, wird die RV sehr sehr vorsichtig und sich alles noch mal genau und 3 x überlegen und prüfen um nicht auf die Nase zu fallen......

Aber für einen Anwalt/VDK/SoVD ist es jetzt auch noch nicht zu spät.

Vor dem Sozialgericht brauchen Sie nicht unbedingt einen Rechtsbeistand , aber aus den geschilderten Gründen
würde ich spätestens dann raten die Sache einem Anwalt oder dem VDK/SoVD zu übergeben.

Da haben Sie alleine wirklich ganz geringe Chancen so einen Prozess dann zu gewinnen.

Die Kosten einen Anwaltes sind im Sozialrecht übrigens festgelegt und gar nicht mal unerschwinglich hoch
( VDK/SoVD sind natürlich noch günstiger )

An den Kosten für den juristischen Beistand sollte man so etwas nie scheitern lassen, da man es früher oder später sonst bitter bereuen wird , eben nicht alles versucht zu haben.

Viel Erfolg und alles Gute.

von
Maja

Ja, dass ist eine gute Idee.In der nächsten Woche bekomme ich noch einen Befundbericht von der Psychologin ausgefüllt und werde dann diese, zusammen mit einem Schreiben meinerseits, an die DRV zurücksenden.In vielen Foren steht, dass die DRV Umschulungen generell erstmal ablehnen, ist das denn tatsächlich so?

von
Holm

" Generell " kann man nicht sagen.

Das wäre doch sehr vermessen und wäre zu pauschal.

Aber sagen wir mal , seit einiger Zeit sind die Renteversicherungsträger aus Kostengründen sehr sparsam, was die Gehmigung zu Umschulungen anbelangt.

Aber das wird von RV zu RV ganz unterschiedlich gehandhabt.

Einige RV's sollen wirklich derzeit gar keine Umschulungen mehr genehmigen wie man so
munkeln hört..

von
Maja

Da ich sehr gerne wieder Ruhe finden würde, hoffe ich, dass die DRV eine zeitnahe Entscheidung zu meinen Gunsten treffen wird.Denn nach so einer langen Zeit zerrt dieses Warten an einem sehr, womit ich laut der Foren ja leider nicht die Einzige bin. Vielen Dank für die "helfende Hand" !

von
Akteneinsicht

Nehmen Sie erst einmal Akteneinsicht, bevor Sie der DRV nochmals medizinische und/oder psychologische Unterlagen zur Verfügung stellen.

Und dann treten Sie einem der Sozialverbände bei, denn die kennen sich bestens aus. Kostet auch nicht viel, ist also gut investiertes Geld.

Über die Einzelkämpfer lachen sich doch die Entscheider bei der DRV - wohl gemerkt nicht alle - schlapp.

Experten-Antwort

Zunächst sollte erst einmal der Widerspruchsbescheid des Widerspruchsgremiums abgewartet werden.

von
Akteneinsicht

Da kontrollieren sich die Kontrollierten selbst. Dass es in einer Behörde so etwas wie Selbsterkenntnis und Selbstkritik gibt, ist extrem unwahrscheinlich.