Umschulung/Selbständigkeit nach gescheiterter Wiedereingliederung möglich?

von
susisumm

Hallo Ihr Lieben,

ich starte nun eine 4monatige Wiedereingliederung in meinem alten Job.
(Vertriebsinnendienst/Büro).
Ob ich das packe, stellt sich heraus.
Aber was ist, wenn ich das ganze nicht packe, und die Wiedereingliederung abbrechen muß???
Bekomme ich dann eine Umschulung in einen anderen Beruf???
Könnte ich mich dann Selbständig machen, damit ich keinen Druck von anderen bekomme?
Oder werde ich dann in die Rente (bin 37) getrieben, welche zum Leben nicht reicht????

Danke
susi

von
Schade

diese Fragen kann doch aus der Ferne niemand beantworten.

Wenn Sie Ihre bisherige Bürotätigkeit nicht mehr packen, wäre zunächst mal zu prüfen, was Sie überhaupt noch machen können.

Geht gar nichts mehr (keinerlei Arbeit), ginge es wohl um die Rente.
Und wenn Sie nichts mehr arbeiten können, ist es letztlich egal ob die Rente reicht oder nicht.

Sind noch Arbeiten möglich, gibt es viele Möglichkeiten:
entweder was leichteres beim bisherigen Arbeitgeber.
Oder Sie suchen sich etwas leichteres woanders.
Oder Sie brauchen neue Kenntnisse um etwas anderes zu tun, dann ginge es womöglich auch um eine Umschulung.

Aber zunächst ist mal wichtig, was Sie können und was Sie wollen.

Da Sie ja bereits einige Fragen zu Ihrer Eingliederung gestellt haben, gehe ich davon aus, dass durchaus einige Ärzte davon ausgehen, dass die Eingliederung Sinn macht.

Aber wer weiss??
Und dass Sie, wenn Sie die Eingliederung nicht packen, eine Umschulung bewältigen, darf auch bezweifelt werden.

von
Realist

Nun mal hübsch der Reihe nach!
Sollte Ihre Wiedereingliederungsmaßnahme tatsächlich scheitern, und mit Ihrer Negativ-Einstellung kann diese Maßnahme eigentlich nur scheitern, muss zunächst einmal geklärt werden, ob Ihr Problem mit einer Umschulung, die übrigens enorm viel Geld kostet, behoben werden kann. Druck von Vorgesetzten gibt es nämlich in jedem Beruf. Und auch Selbständige haben eine Menge Stress und Existenzängste. Rente wegen voller Erwerbsminderung bekämen Sie erst dann, wenn Sie auf dem ALLGEMEINEN Arbeitsmarkt nur noch weniger als drei Stunden täglich erwerbstätig sein können. Bei einem Leistungsvermögen zwischen drei und weniger als sechs Stunden täglich, wären Sie teilweise erwerbsgemindert. So schnell gibt es also keine Rente! Und "dort hineingetrieben" werden Sie schon gar nicht! Starten Sie erst einmal Ihre Wiedereingliederungsmaßnahme.
Alles Weitere ergibt sich dann zur gegebenen Zeit!

von
Olaf S.

"Könnte ich mich dann selbstständig machen, damit ich keinen Druck von anderen bekomme?"

Selbstverständlich können Sie sich jederzeit selbstständig machen. Erarbeiten Sie ein schlüssiges Konzept mit Gewinnprognose und beantragen Sie bei Ihrer Hausbank ein Existenzgründungsdarlehn. Sie können aber auch eine "Ich-AG" gründen, die evtl. von der Arbeitsagentur gefördert wird. Oder erwarten Sie vielleicht, dass Ihnen die Deutsche Rentenversicherung auch noch ein Büro einrichtet und das unternehmerische Risiko für Sie trägt?
Wenn Sie Ihren bisherigen Beruf nicht mehr packen, müssen Sie sich eben etwas stressfreieres suchen. Ob allerdings eine selbstständige Tätigkeit für Sie eine Alternative wäre, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. (Wie wäre es z.B. mit Heimarbeit?)

Alles Gute für Sie!

Experten-Antwort

Hallo Susi!

Zunächst einmal starten Sie ja mit der Wiedereingliederung. Die zeitliche Dauer von 4 Monaten spricht ja an sich schon dafür, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen eine längere Zeit brauchen, um beruflich an Ihrem alten Arbeitsplatz langsam wieder Fuß zu fassen. Im Übrigen müssen bei einer Wiedereingliederung Ihr Arzt und Sie selbst einverstanden sein. Und das ist ja wohl der Fall.

Wenn Sie beunruhigt sind, ob die Wiedereingliederung gelingt, können Sie überlegen, ob Sie bereits jetzt einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben bei Ihrem Rentenversicherungsträger stellen und prüfen lassen wollen. Es gilt der Grundsatz "Rehabilitation vor Rente". Vor einer Rentenzahlung wird immer geprüft, ob eine Rehabilitationsleistung voraussichtlich Erfolg verspricht. Das Leistungsspektrum der Leistungen zur Teilhabe ist vielfältig und umfasst nicht nur eine Umschulung.

Alles Gute!