Umwandlung einer Rente wegen voller Erwerbsminderung in vorgezogene Altersrente für Frauen

von
Karin

Guten Tag,
Ich beziehe seit 5 Jahren eine Erwerbsminderungsrente in Höhe von
derzeit 700 € brutto.
Ich bin Jahrgang 1951.
Eine Erwerbstätigkeit werde ich nicht wieder ausüben können.
Ich habe eine Rentenminderung von
10,8 %, Zugangsfaktor 0,892.
Die EU Rente muss jetzt wieder verlängert werden.
Ich werde in einigen Wochen 60.
Ich überlege die vorgezogene Altersrente für Frauen zu beantragen. Muss ich dann mit 18% Minderung rechnen an Stelle der 10,8% die ich bei der EU Rente habe?
Ein Antrag auf Feststellung einer Schwerbehinderung wurde bisher nicht
gestellt.
Danke

Experten-Antwort

Bei der Altersrente für Frauen hätten Sie dann tatsächlich 18% Kürzung! Lediglich die Entgeltpunkte der vorherigen Rente wären geschützt. Aber, wenn Sie nicht mehr erwerbsfähig sind, warum beantragen Sie nicht einfach die Verlängerung der EM-Rente?

von
steffen

Hallo Karin,
der Experte macht es wieder spannend, sie
wollen doch bestimmt nur wissen, ob die Rente gekürzt wird. Durch den Besitzschutz bleibt ihre Rente also in der vollen Höhe bestehen. Sie haben die selbe Rente wie z. Zt..

Experten-Antwort

Es ist so, wie Steffen schreibt, bei der anschließenden Altersrente bekämen Sie mindestens die gleiche Rentensumme.

von
Karin

Zitiert von: steffen

Hallo Karin,
der Experte macht es wieder spannend, sie
wollen doch bestimmt nur wissen, ob die Rente gekürzt wird. Durch den Besitzschutz bleibt ihre Rente also in der vollen Höhe bestehen. Sie haben die selbe Rente wie z. Zt..

Danke Steffen, das war der Grund meiner Anfrage. Bei der Rentenberatungsstelle wurde mir mit dem Hinweis auf eine 18 % Kürzung von der Umwandlung abgeraten.
Da ich nicht mehr sehr mobil bin würde ich mir den Aufwand für die Verlängerung der Erwerbsminderungsrente gern ersparen. Ich werde den Antrag auf die vorgezogene Atersrente stellen.
Gruß
Karin

von
Karin

Ich danke Ihnen für die schnelle Antwort.
Ich Frage mich nur, warum man meinem Mann in der Rentenberatungsstelle diese Auskunft nicht geben konnte. Selbst mit Hinweis auf den Besitzschutz sagte ihm die Beraterin, dass die vorgezogene Altersrente für Frauen für mich 18% Minderung zur Folge hätte und ich erst mit 63 ohne weitere Abschläge in die Altersrente umwandeln könnte.
Karin

Experten-Antwort

Grundlage ist § 88 SGB VI:
Hat der Versicherte eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder eine Erziehungsrente bezogen, sind die bisherigen persönlichen Entgeltpunkte bei einer anschließenden Versichertenrente besitzgeschützt, wenn die Rente innerhalb von 24 Kalendermonaten nach Ende des Bezugs der vorherigen Rente beginnt.

von
steffen

Ich habe mit den Rentenberatungsstellen und auch mit den Abt. in Berlin nur schlechte Erfahrungen betr. §88 SGB gemacht. Ich habe
den Eindruck gewonnen, daß sich nur ganz wenige Berater wirklich auskennen. Die DRV sollte ihre Berater wirklich besser schulen.
Sie verunsichern die Rentner gnadenlos.

von
B´son

Zitiert von: steffen

Ich habe mit den Rentenberatungsstellen und auch mit den Abt. in Berlin nur schlechte Erfahrungen betr. §88 SGB gemacht. Ich habe
den Eindruck gewonnen, daß sich nur ganz wenige Berater wirklich auskennen. Die DRV sollte ihre Berater wirklich besser schulen.
Sie verunsichern die Rentner gnadenlos.

Danke für diese "prima" Verallgemeinerung.
In wievielen unqualifizierten Beratungsstellen waren sie denn ?

Und mal so nebenbei, wer in einem so einfachen Fall wie diesem (durchgehender EM-Bezug bis zur Altersrente) ein "Problem" mit dem § 88 SGB VI "kreiert", der sollte die Finger vom Rentenrecht lassen...