Umwandlung Erwerbsminderungsrente in Altersrente für Schwerbehinderte

von
dawo

Hallo,
ich möchte folgendes wissen.
Ich beziehe seit 01.05.2003 eine volle Erwerbsminderungsrente mit einem Rentenabschlag in Höhe von 10,8%. Im Dezember 2007 werde ich 60 Jahre alt. Kann ich dann die Erwerbsminderungsrente in die Altersrente für Schwerbehinderte umwandeln lassen? Meine Schwerbehinderung (50%) ist seit 06/2000 auf Dauer anerkannt. 35 Versicherungsjahre sind vorhanden. Habe ich dann bei einer möglichen Umwandlung der Rente keine Abschläge mehr? Ist dann die Altersrente auf alle Fälle höher als meine jetzige Erwerbsminderungsrente? Ich bin gespannt. Vielen Dank.

von Experte/in Experten-Antwort

Abschläge aufgrund der vorzeitigen Inanspruchnahme einer Rente wegen Erwerbsminderung können unter bestimmten Voraussetzungen zurück genommen werden. Dies setzt u.a. voraus, dass die Altersrente für schwerbehinderte Menschen mit Vollendung des 60. Lebensjahres ohne Abschläge in Anspruch genommen werden kann (Vertrauensschutzregelung) und die Rente wegen Erwerbsminderung nach Vollendung des 60. Lebensjahres nicht beansprucht wird. Zu einer ausführlichen Beratung wenden Sie sich bitte an eine Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung in Ihrer Nähe.

von
Knut Rassmussen

Wenn alle Ihre Angaben stimmen, dann haben Sie bei einer Umwandlung mit 60 (und sogar NUR dann) keine Abschläge in der Altersrente.

von
Gudrun Bauer- Becker

Hallo zusammen,
freue mich ein so interesantes Forum entdeckt zu haben.
Meine Frage:
Bin 54 Jahre alt, beziehe seit Mai/2005 volle Erwerbsminderungsrente, zusätzlich habe ich GdB von 50% beim Versorgungsamt.
Meine Frage, bekomme ich ab dem 60 Lebensjahr, und der möglichen Umwandlung in Altersrente,eine Rente ohne Abschlag, und ist dies überhaupt möglich.
Vielen Dank im Voraus für Ihren kompetenten Rat.

von
lotscher

Sehr geehrte Frau Bauer-Becker,
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Auf Grund Ihres Geburtsjahres ist eine abschlagsfrei Rente nicht mehr möglich wenn die gewählte Altersrente zum frühestmöglichen Zeitpunkt beginnen soll. Auch die Rente wegen Schwerbehinderung nicht mehr, denn wenn ich die nach bisheriger Regelung mit dem 60. Lebensjahr beginne, habe ich ebenfalls 10,8% Minderung, die ja auch in der vollen Erwerbsminderungsrente enthalten sind. Für alle nach 1951 Geborenen erfolgt eine Anhebung des Lebensalters für einen Rentenbeginn auf das 62. Lebensjahr und durch neuere gesetzliche Regelungen im Zusammenhang mit der Anhebung auf das 67. Lebensjahr, werden auch bei Renten für Schwerbehinderte, neue Minderungsregelungen wirksam, die mir aber im Augenblick nicht vorliegen. Die Rente für Frauen gibt es ab 2012 nicht mehr.
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Aus meiner Sicht der Dinge bringt eine Wandlung keinen Gewinn, kann eher negativere Auswirkungen haben, da würden Sie aber besitzgeschützt das bisherige weiterhin bekommen.
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Usermeinung

von
Elke

Meine Frau bezieht seit 1993 eine Berufsunfähigkeitsrente,hat es Vorteile diese Rente in eine Altersrente umwandeln zu lassen ?
Meine Frau wird 64 Jahre alt.Danke für die eventl.Info

von Experte/in Experten-Antwort

Diese Frage läßt sich so pauschal leider nicht beantworten, da es hier auf die besonderen Umstände des Einzelfalls ankommt. Am besten lassen Sie sich in einer Auskunfts- und Beratungsstelle eines Rentenversicherungsträgers konkret beraten. Wo sich die nächstgelegene Beratungsstelle befindet, erfahren Sie zum Beispiel unter der Rubrik Service/Beratungsstellen auf http://www.ihre-vorsorge.de.

von
lotscher

Hallo Elke,
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grundsätzlich hätte eine Wandlung den Vorteil, daß die dann zu zahlende Altersrente in voller Höhe gezahlt wird, hingegen die zur Zeit noch bezogene BU-Rente nur als 50% Rente gezahlt wird. Ihre Rente würde sich fast verdoppeln.
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Problem ist, ob Ihre Frau die rentenrechtlichen Voraussetzung für eine Altersrente erfüllt. Für die Rente als Frau müssten nach dem 40. Lebensjahr noch 121 Monate Beitragszeiten vorliegen, dass könnte knapp werden, weil zwischen dem 40. Lebensjahr und dem Beginn der BE Rente 1993 eigentlich nur 9 Jahre liegen, käme da auf den Geburtsmonat an.
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Wenn Schwerbehinderung vorliegt mit mindestens 50%, werden 35 Jahre rentenrechtlicher Zeit gefordert, einschließlich KEZ/BÜZ. Auch Eine vorgezogene Regelaltersrente ist denkbar, kann mit 63 Jahren beantragt werden, auch hier gelten wieder die 35 Jahre rentenrechtlicher Zeiten, die vorliegen müssen. Der Bezug der BU Rente zählt nicht mit dazu.
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Mein Vorschlag: Auf schnellstem Weg sich an die nächstgelegene Beratungsstelle wenden um zu erfazhren, ob die geforderten rentenrechtlichen Voraussetzungen für eine andere Rente erfüllt sind.
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Die Altersrente als Frau oder die Rente wegen Schwerbehinderung wäre jeder anderen vorzuziehen, weil sie da keine Minderung mehr hätte.
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Liegen Ihnen die Aussagen vor, sofort die Rente dort beantragen, um wenigstens noch ein bisschen davon zu profitieren.
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Falls nicht schon eine Teilbeschäftigung vorliegt, hat sich Ihre Frau eigentlich beim Arbeitsamt bzw. einer Arbeitsagentur als Arbeitslos gemeldet?
Sie hätte ohne weiteres auch Arbeitslosengeld neben der BU-Rente bekommen können.
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Jusermeinung