Umwandlung von Altersrente in Erwerbsminderungsrente

von
Helga

Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin 63 Jahre alt und schwer krebskrank. Anfang dieses Jahres habe ich einen Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung gestellt. Nach Auskunft der Deutschen Rentenversicherung beträgt die Bearbeitungszeit wahrscheinlich etwa 9 Monate. Kann ich bis zur Entscheidung über den Antrag auf EM-Rente Altersrente beziehen, die dann ggf. in Erwerbsminderungsrente umgewandelt wird? Mein Rentenberater konnte mir diese Frage nicht sicher beantworten.

Zum Hintergrund meiner Frage: Ich bin zur Zeit ohne Einkommen. Die Passivphase meiner Altersteilzeit endete im Februar 2019. Ursprünglich war vorgesehen, danach Altersrente für langjährige Versicherte mit Abschlägen zu beantragen. Die Voraussetzungen dazu sind erfüllt. Da ich aufgrund meiner Erkrankung nicht mehr arbeiten kann und die EM-Rente höher ist, riet mir mein Rentenberater, Rente wegen Erwerbsminderung zu beantragen. Mein Problem ist die lange Bearbeitungszeit. Es ist fraglich, ob ich die Rente überhaupt noch erlebe. Meine Arbeitgeber und ich haben im Laufe meiner Arbeitszeit über 330.000,00 EUR an Beiträgen zur Rentenversicherung entrichtet und ich muss mich jetzt, in meiner vielleicht letzten Lebensphase einzuschränken, weil das Ärzteteam der Rentenversicherung unterbesetzt ist. Meine Betriebsrente wird ebenfalls erst gezahlt, wenn ein Rentenbescheid vorliegt. Meine Idee ist deshalb, parallel zur EM-Rente Altersrente wegen Schwerbehinderung (100% wurden bewilligt) zu beantragen. Die Bearbeitungszeiten sind hierbei angeblich deutlich kürzer. Bedingung ist aber, dass die Altersrente ggf. in eine Erwerbsminderungsrente umgewandelt werden kann.

von
Ines

Zitiert von: Helga
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin 63 Jahre alt und schwer krebskrank. Anfang dieses Jahres habe ich einen Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung gestellt. Nach Auskunft der Deutschen Rentenversicherung beträgt die Bearbeitungszeit wahrscheinlich etwa 9 Monate. Kann ich bis zur Entscheidung über den Antrag auf EM-Rente Altersrente beziehen, die dann ggf. in Erwerbsminderungsrente umgewandelt wird? Mein Rentenberater konnte mir diese Frage nicht sicher beantworten.

Zum Hintergrund meiner Frage: Ich bin zur Zeit ohne Einkommen. Die Passivphase meiner Altersteilzeit endete im Februar 2019. Ursprünglich war vorgesehen, danach Altersrente für langjährige Versicherte mit Abschlägen zu beantragen. Die Voraussetzungen dazu sind erfüllt. Da ich aufgrund meiner Erkrankung nicht mehr arbeiten kann und die EM-Rente höher ist, riet mir mein Rentenberater, Rente wegen Erwerbsminderung zu beantragen. Mein Problem ist die lange Bearbeitungszeit. Es ist fraglich, ob ich die Rente überhaupt noch erlebe. Meine Arbeitgeber und ich haben im Laufe meiner Arbeitszeit über 330.000,00 EUR an Beiträgen zur Rentenversicherung entrichtet und ich muss mich jetzt, in meiner vielleicht letzten Lebensphase einzuschränken, weil das Ärzteteam der Rentenversicherung unterbesetzt ist. Meine Betriebsrente wird ebenfalls erst gezahlt, wenn ein Rentenbescheid vorliegt. Meine Idee ist deshalb, parallel zur EM-Rente Altersrente wegen Schwerbehinderung (100% wurden bewilligt) zu beantragen. Die Bearbeitungszeiten sind hierbei angeblich deutlich kürzer. Bedingung ist aber, dass die Altersrente ggf. in eine Erwerbsminderungsrente umgewandelt werden kann.

Also so wie Sie beschreiben was Sie verdient haben ist die Altersrente für Schwerbehinderte schon eine gute Rente.
Und wenn sie wirklich Angst haben das Sie demnächst sterben dann verstehe ich wirklich nicht was die paar Euro mehr bringen soll.
Und Sie brauchen sich mit der Rente für Schwerbehinderte die ihnen mit einer Einzahlung von 330 000 € zu steht einschränken.

von
W°lfgang

Zitiert von: Helga
Meine Idee ist deshalb, parallel zur EM-Rente Altersrente wegen Schwerbehinderung (100% wurden bewilligt) zu beantragen.

Hallo Ines,

genau das ist der richtige Weg.

Ihr Rentenberater hätte Sie besser aufklären sollen - und bereits vor Ablauf der ATZ/3 Monate vorher, die 'richtigen' Rentenanträge/auch parallel stellen sollen.

OK, der EMRT-Antrag läuft, wird in 'geraumer' Zeit auch irgendwann entschieden. Daneben natürlich die Altersrente parallel beantragen, damit überhaupt eine zeitnahe Zahlung erfolgt UND die Betriebsrente mit diesem Bescheid auch aktiviert werden kann.

Wird dann 'irgendwann' mal über die EMRT entschieden, wird bei früherem Rentenfall rückgerechnet /ggf. nachgezahlt /auch eine höhere Altersrente möglich sein - mit Nachzahlungen, was auch für die Betriebsrente gilt.

Sorgen macht mir eher, dass in der passiven ATZ-Phase überhaupt ein EMRT-Antrag gestellt worden ist. Kann die ATZ zum Störfall machen und zu nachträglichen Rückzahlungen von Ihnen führen - irgendwer wird Sie zu diesem Rentenantrag 'beraten' haben ...so aus der Ferne erkenne ich dafür/ohne weitere Hintergrundinformationen, absolut keinen Sinn für diesen EM-Antrag!

Gruß
w.

Experten-Antwort

Zitiert von: Helga
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin 63 Jahre alt und schwer krebskrank. Anfang dieses Jahres habe ich einen Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung gestellt. Nach Auskunft der Deutschen Rentenversicherung beträgt die Bearbeitungszeit wahrscheinlich etwa 9 Monate. Kann ich bis zur Entscheidung über den Antrag auf EM-Rente Altersrente beziehen, die dann ggf. in Erwerbsminderungsrente umgewandelt wird? Mein Rentenberater konnte mir diese Frage nicht sicher beantworten.

Zum Hintergrund meiner Frage: Ich bin zur Zeit ohne Einkommen. Die Passivphase meiner Altersteilzeit endete im Februar 2019. Ursprünglich war vorgesehen, danach Altersrente für langjährige Versicherte mit Abschlägen zu beantragen. Die Voraussetzungen dazu sind erfüllt. Da ich aufgrund meiner Erkrankung nicht mehr arbeiten kann und die EM-Rente höher ist, riet mir mein Rentenberater, Rente wegen Erwerbsminderung zu beantragen. Mein Problem ist die lange Bearbeitungszeit. Es ist fraglich, ob ich die Rente überhaupt noch erlebe. Meine Arbeitgeber und ich haben im Laufe meiner Arbeitszeit über 330.000,00 EUR an Beiträgen zur Rentenversicherung entrichtet und ich muss mich jetzt, in meiner vielleicht letzten Lebensphase einzuschränken, weil das Ärzteteam der Rentenversicherung unterbesetzt ist. Meine Betriebsrente wird ebenfalls erst gezahlt, wenn ein Rentenbescheid vorliegt. Meine Idee ist deshalb, parallel zur EM-Rente Altersrente wegen Schwerbehinderung (100% wurden bewilligt) zu beantragen. Die Bearbeitungszeiten sind hierbei angeblich deutlich kürzer. Bedingung ist aber, dass die Altersrente ggf. in eine Erwerbsminderungsrente umgewandelt werden kann.

Hallo Helga,

grundsätzlich können Sie beide Anträge (EM-Rente und Altersrente) parallel stellen. Vermutlich wird über den Antrag auf Altersrente schneller entschieden werden können.

Wird Ihnen die Altersrente bewilligt, ist es aber nicht mehr möglich, in die EM-Rente zu wechseln, wenn der Beginn der EM-Rente nach dem Beginn der Altersrente liegen sollte. Dies ist gesetzlich ausgeschlossen (§ 34 Abs. 4 SGB VI).
Der EM-Rente muss also zwingend früher als die Altersrente oder zumindest zum gleichen Zeitpunkt wie die Altersrente beginnen.
Lassen Sie sich hierzu noch einmal beraten.

von
Valzuun

So richtig wie die Expertenantwort, bleibt sie -notgedrungen- graue Theorie.
Kein (seriöser!) Berater wird den Rentenbeginn der EMR vorhersagen können. Selbst dann nicht, wenn das Vorliegen der medizinischen Voraussetzungen naheliegender Weise unterstellt wird.
Damit bleibt es ob die EMR nach Beginn einer Altersrente nich bewilligt werden darf.
Das zweite Problem ist übrigens (und ich fürchte Ihr Rentenberater hat die nicht darauf hingewiesen), das durch die EMR -sollte dieselbe dem 01.03.2019 beginnen- ein Störfall bzgl. der Altersteilzeit eintritt und diese rückabgewickelt werden muss, sofern es sich um das „Blockmodell“ handelt.

von
Helga

Hallo von Valzuun und alle anderen,

ganz herzlichen Dank für Ihre kompetenten Antworten und pragmatischen Vorschläge. Ich habe bereits einen neuen Termin mit meinem Berater (übrigens der Versichertenälteste hier vor Ort) gemacht.

An von Valzuun: Ihre Aussage über die Nichtvorhersagbarkeit des Rentenbeginns bei der EMR hat mich etwas verunsichert. Wie meinen Sie das? Bezieht sich Ihre Aussage auf die Frage, ab wann die medizinischen Voraussetzungen vorliegen und die Erwerbsminderung damit eingetreten ist? Ansonsten scheinen mir die Fristenregelungen zwar verzwickt, aber eindeutig zu sein.

Um meine ATZ mache ich mir keine großen Sorgen. Nach dem der ATZ-Vereinbarung zugrundeliegenden Tarifvertrag ist das Gehalt einschließlich der Aufstockungsbeträge auch dann zu zahlen, wenn das Arbeitsverhältnis während der Freistellungsphase, z.B. wegen Rentenzahlung, endet. Rückabgewickelt werden müssten dann nur die Steuern und Sozialleistungen, die vom AG/von mir gezahlt wurden (was evtl. wieder Auswirkungen auf die Rentenhöhe hat).

von
Valzuun

Für den Rentenbeginn der EMR spielen immer drei Faktoren zusammen:
1. Eintritt der Erwerbsminderung "Leistungsfall (LF)" aus rein medizinischer Sicht.
2. Befristete oder unbefristete Rente.
3. Tag der Antragstellung.

Nur 3) ist sicher bekannt.
Bereits über 2) kann man trefflich spekulieren, da es entscheiden darauf ankommt, ob die mit dem Rentenantrag befassten Ärzte (ausnahmsweise) keine Besserungsausicht mehr sein.
Und 1) ist tatsächlich wie Sie richtig vermuten der entscheidene Knackpunkt. Bei EM durch Unfall oder ähnliches mag hier noch ein relativ belastbarer Anhaltspunkt vorliegen, bei einer chronischen Erkrankung kann es (nur beispielsweise) der erste Tag der AU (wenn den welche attestiert wurde), der Tag der Antragstellung oder der der Diagnose sein. Aber vielleicht haben die Ärzte auch eine ganz andere -wie auch immer begründete- Idee.
Sie kennen Ihren Krankheitsverlauf natürlich selbst am besten, und ggf. ist der eine oder andere Termin naheliegend. Aber Sicherheit gibt es im Vorraus nicht.

Die "Berechnung" des Rentenbeginns sieht -wenn alle Faktoren bekannt sind- so aus:
Frühestens kann die Rente zum ersten des Monats nach dem LF beginnen.
Ist die Rente befristet (sogar) erst im 7. Monat danach.
Wurde der Antrag bis zum jeweiligen Zeitunkt gestellt (oder bei der unbefristeten Renten bis zu 3. Monat danach), ist dies auch der Rentenbeginn.
Ansonsten ist der Antragsmonat gleich Rentenbeginn.
Ein Rehaantrag kann ggf. bereits als Rentenantrag angesehen werden. Wahrscheinlich könnten Sie das aber auch ablehnen ("Dispositionsrecht", da sie vermutlich keine Sozialleistungen bezogen haben).

In einigen besonderen -nach Ihrer Beschreibung aber nicht relevanten- Konstellation könnte es auch anders ausehen.

von
Helga

Hallo Valzuun,

Sie sind ja ein richtiger Rentenfuchs, vielen lieben Dank!

Bei allen aus meiner Sicht sinnvollen Terminen für den LF ist die Sechsmonatsfrist verstrichenen. Es läuft also auf den Monat der Antragstellung hinaus.

Vielleicht unterschätze ich aber auch die Phantasie des Ärzteteams.

Viele Grüße
Helga

von
Valzuun

Vielen Dank fürs Lob.

Andererseits könnte gerade Fantasielosigkeit problematisch sein, wenn nämlich als LF der Rentenantrag angenommen, und die Rente -gesetzlich als Regelfall vorgesehen- befristet wird.

Jedenfalls wünsche ich Ihnen das Sie jetzt -und auch die DRV zu gegebener Zeit- die (auch aber nicht nur rein rechtlich betrachtet) richtige Entscheidung treffen.

von
KSC

Ist wieder mal ein Beispiel dafür wie frau/man einen klaren, einfachen Fall verkomplizieren kann:

Es wäre ja zu einfach gewesen wie lange geplant einfach zum 01.03. Altersrente zu beantragen, dieser im dezember gestellte Antrag wäre längst erledigt und die Rente würde schon seit März problemlos laufen.

Aber nein: man hört dass sich ab Januar die EM Rente verbessert und springt auf diesen Zug auf, beantragt EM und im Mai ist es immer noch nicht entschieden.
Ist so was wirklich nötig?
Gutachten? Arzt? Aufregung? Ungewissheit? Geld kommt immer noch nicht? Vielleicht Ablehnung der EM, dann Altersrente?

Wie gesagt: es wäre so einfach gewesen.....

Interessante Themen

Altersvorsorge 

Steuererklärung in Corona-Zeiten

Wie sich die Corona-Pandemie auf Ihre Steuererklärung auswirkt, worauf Sie achten müssen und wo Sie Steuern sparen können.

Altersvorsorge 

Was die Dax-Erweiterung für Sparer bedeutet

Von 30 auf 40: Deutschlands wichtigster Börsenindex wird erweitert. Für Anleger lohnt es sich, deshalb einmal genau auf den Dax zu schauen.

Gesundheit 

Berufsunfähig: tückische 50-Prozent-Klausel

Die 50-Prozent-Klausel erweist sich oft als Hürde, wenn es um die Anerkennung einer Berufsunfähigkeit geht. Was es mit der Klausel auf sich hat.

Rente 

Erwerbsminderungsrente rechtzeitig verlängern

Eine Erwerbsminderungsrente wird meist nur befristet gewährt. Das Ende des Bewilligungszeitraums sollten Sie immer im Blick haben und rechtzeitig...

Rente 

Per Versorgungsausgleich zur Frührente

Eine Scheidung bringt manchen Versicherten einen vorzeitigen Rentenanspruch. Wie sich der Versorgungsausgleich auswirkt.