Umzug Ost nach West

von
kawa

Ich habe den folgende Beitrag von Sonja gefunden
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ich komme aus dem alten bundesländern.
möchte jedoch in die neuen umziehen.
bin jetzt 42 jahre alt.
Meine frage: was hat es mit dem "wohnort den man am 18.5.90 hatte" in bezug auf die Punkte zur rentenberechnung zu tun?
muss ich bei Rentenbeginn später mal nachweisen können wo ich am 18.5.1990 gewohnt habe?

liebe Grüße
sonja
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In den Antworten wurde lediglich auf die Zeiten bis 1990 eingegangen. Da Sonja erst 42 Jahre alt ist, muß sie ja noch 25 Jahre (bis 67) arbeiten und Beiträge zahlen. Wenn sie nun ab 2009 in der ExDDR wohnt und arbeitet, erhält sie dafür lediglich nur Rentenpunkte-Ost. Nur ihre Jahre bis zum Umzug in den Osten werden mit West-Rentenpunkten bewertet.
Oder bekommen die West-Bürger auch im Osten Rentenpunkte-West ?

von
F U N

Hallo kawa,
wenn man im osten der Republik wohnt und arbeitet bekommt man Rentenpunkte Ost , d.h. die Entgelte Ost werden mit einem bestimmten Faktor höher bewertet, dafür ist der Punktwert (Entgeltpunkt) zur Zeit etwas weniger Wert.

Bei einer späteren Rente werden dann die entsprechenden Punkte separat Addiert und ergeben die Gesamtrente.

Es hat sich gezeigt, dass EP-Ost eine prozentuale höhere Anpassung hatten als die EP-West, so dass in 20 Jahren die ungleiche Bewertung u.U. nicht mehr so stark auswirkt als dies jetzt noch der Fall zu sein scheint.

von
Kawa

Das mit dem "Höherbewerten" ist eine auch in den Medien oft genannte Sache, die so nicht stimmt.
Nach 20 Jahren wird nach wie vor trotz gleichen %-Rentenbeiträgen (nur die Beitragsbemessungsgrenze ist unterschiedlich - für viele unrelevant) ein durchschnittlicher beitragsrelevanter Verdienst-West und OST ermittelt. Einen gesamtdurchschnittsverdinst-Deutschland Ost+West gibt es in diesem zusammenhang nicht. Das jeweilige Jahreseinkommen eines in Westdeuschland lebenden Beitragszahlers wird ins Verhältnis zum Durchnittsverdienst West gesetzt - das ergibt dessen Rentenpunkte-West.
Das Osteinkommen wird nicht ins Verhältnis zum Durchschnittseinkommen-Ost gesetzt, sondern zunächst in eine vergleichbare Größe zum Durchschnittseinkommen-West berechnet. Der Faktor dafür ist Durchschnittseinkommen West/Ost. Das ergibt Rentenpunkte Ost, die mit dem niedrigeren Rentenwert-Ost bewertet werden.
Wenn man stattdessen ohne dieses "Höherbewerten" gleich das Ost-Einkommen ins Verhältnis zum Durchschnittseinkommen-Ost gesetzt hätte, bekäme man das gleiche Ergebnis.
Dazu ein Beispiel (Jahreseinkommen)
Westeinkommen = Westdurchschnitt = 10000
Osteinkommen = Ostdurchschnitt = 8000
Faktor Durchschnit-West/Ost = 10000 / 8000 = 1,25
Rentenpunkte-West ermitteln
10000 / 10000 = 1,0000
Rentenpunkte-Ost ermitteln 8000 * 1,25 = 10000 / 10000 = 1,0000
Bewertung West
1,0000 x 26,13 = 26,13
Bewertung Ost
1,0000 x 22,97 = 22,97

von
F U N

Naja,

aber es wird doch abzusehen sein, dass die prozentuale Steigerung eine Ost-West-Angleichung für die Zukunft bringen wird.

Rentenanpassung 2009 für

West = 2,41 %
Ost = 3,38 %

Experten-Antwort

Zunächst einmal ist festzustellen, dass "FUN" in Bezug auf die von Ihnen angesprochene Hochrechnung der in den neuen Bundesländern zurückgelegten Beitragszeiten recht hat. Zwar ist es so, wie Sie schreiben, dass der einheitliche Durchschnittsverdienst für die Ermittlung der Entgeltpunkte zugrunde zu legen ist, jedoch wird bis heute ein in der ehem. DDR bzw. in den neuen Bundesländern erzielter Verdienst mit dem in der Anlage 10 zum SGB VI festgelegten Umrechnungswert angehoben, damit auf diese Weise der niedrigere Ost-Durchschnittsverdienst berücksichtigt werden soll. So ist dies beispielsweise aktuell bei einem im Jahr 2009 erzielten Verdienst aufgrund des vorläufigen Umrechnungswertes für das Jahr 2009 der Wert von 1,1868, mit dem der Verdienst zu vervielfältigen ist. Der sich dann daraus ergebende Betrag wird anschließend dem einheitlichen(!)Durchschnittsverdienst gegenüber gestellt.
So kann abschliessend gesagt werden, dass zwar unabhängig von Ost und West derselbe Durchschnittsverdienst heran gezogen wird, jedoch ein Ost-Verdienst mittels der festgelegten Umrechnungswerte auf ein etwas höheres Niveau gebracht werden, als es dem tats. erzielten rentenversicherungspflichtigen Bruttoarbeitsentgelt entspricht. Gleichwohl ist es weiter auch so wie Sie schreiben, dass dann anschließend mit dem niedrigeren aktuellen Rentenwert-Ost weitergerechnet wird.
Natürlich läßt sich darüber diskutieren, ob ein Ost-Entgelt direkt ohne Hochrechnung einem Ost-Durchschnittsverdienst gegenüber gestellt werden sollte oder ob (wie es das SGB VI vorschreibt) das Ost-Entgelt erst angehoben und dann durch den einheitlichen Durchschnittsverdienst der in West und(!) Ost erzielt wird, geteilt wird.

von
kawa

@Experte
Danke für Ihre Erläuterungen. Sie weisen mehrfach darauf hin, daß es sich bei dem "einheitlichen Durchschnittsverdienst" um einen gesamtdeutschen ost+west Durchschnittsverdienst handelt. Wenn ich meinen Rentenverlauf betrachte und dabei insbesondere die Jahre ab 1990, also unmittelbar nach der Wiedervereinigung, da war ja der Westverdienst und der Ostverdienst weit auseinander. Es galt der Faktor 3,0707 für 1990. Wenn das für die Ermittlung des Rentenfaktors herangezogene Durchschnittseinkommen ein gesamtdeutsches wäre, dann hätte es von 1989 zu 1990 ja ein starkes Absinken geben müssen, weil die Ostgehälter das so bewirkt hätten. Das hätte für die in gleicher Höhe weiterverdienenden West-versicherten einen deutlich höheren Rentenfaktor zur Folge gehabt. Gleiches Einkommen / niedrigeres Durchschnittseinkommen. Ich denke deshalb, dieser wie Sie ihn nennen "einheitliche Durchschnittsverdienst" ist damals wie heute der WEST-Durchschnittsverdienst. Das immer noch bei etwa 80% liegende Ost-Einkommen ist darin nicht enthalten.
Hier ein Auszug aus einem Vortrag von Dr. Herbert Rische vom November 2008, Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, wo er diese Problematik erklärt...
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Für das laufende Jahr 2008 wurde z. B. das Durchschnittsentgelt auf der Basis einer Fortschreibung des Wertes aus dem vergangen Jahr auf rd. 30.080 Euro geschätzt, während für die neuen Bundesländer ein Durchschnittsentgelt von rd. 25.440 Euro geschätzt wurde. Das Durchschnittsentgelt in den neuen Ländern liegt damit im laufenden Jahr um gut 18 % unter jenem in den alten Ländern
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Es handelt sich also um die Durchschnittseinkommen WEST und OST. Ein gesamtdeutsches Durchschnittseinkommen gibt es nach 20 Jahren Wiedervereinigung im Zusammenhang mit der Rentenberechnung nicht.

von
Kawa

@FUN
auch hier die Mathematik...
Ost-2008 = 22,20 + 3,38% auf Ost => Ost 2009 22,97
West-2008 = 25,50 + 2,41% auf West => West-2009 = 26,13
2008: Ost von West = 22,20 * 100% / 25,50 = 87,06%
2009: Ost von West = 22,97 * 100% / 26,13 = 87,90%
In einem Jahr eine Angleichung um 0,84%
Um auf 100% zu kommen bedarf es bei diesem "Tempo" weitere 14 Jahre (12,1% / 0,84% = 14,4) ... Dann sind wir 34 Jahre wiedervereinigt.

GG Artikel 3:
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
Niemand darf wegen ... seiner Heimat und Herkunft ... benachteiligt oder bevorzugt werden.

GG Artikel 1
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtssprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Dem Geltungsbereich dieses Grundgesetzes sind wir vor 20 Jahren beigetreten.

von
Schade

und was wollen Sie uns mit Ihren Ausführungen sagen? Was ist Ihr Anliegen an die DRV.

Wenn Sie das Gesetz oder das System beklagen, sollten Sie sich an die Politik wenden....

von
Kawa

Sie haben doch nachdrücklich mit mehrern (!) behauptet, es wäre der Durchschnittsverdienst ost+west - warum stellen Sie das nicht richtig. Ihre Auskünfte sollten sachlich richtig und keine politischen Beschwichtigungen sein.

von
hegehosa

Hallo Kawa, vermutlich hat sich der Experte da einfach nur etwas unglücklich ausgedrückt. Es ist natürlich in der Tat so, dass es sich bei dem in der Anlage 1 zum SGB VI genannten Durchschnittsverdienst um den Durchschnittsverdienst der Versicherten in den alten Bundesländern handelt. Hier liegt kein gesamtdeutscher Durchschnittsverdienst vor. Eben darum müssen die im Beitrittsgebiet erzielten Gehälter mit dem Faktor der Anlage 10 zum SGB VI auf westdeutsches Niveau hochgewertet werden. Hinsichtlich der Frage eines einheitlichen Rentenrechts wird abzuwarten bleiben, was uns die neue Regierung bringt. Aber ob es bei einer Angleichung tatsächlich Gewinner geben wird, ist aus meiner Sicht eher fraglich. Dieses Thema gehört letztlich aber auch nicht in dieses Forum. Mit diesem Anliegen können Sie sich beispielsweise an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages wenden.

von
Kawa

@hegehosa, Danke für die Richtigstellung. Seit 1995 versuche ich Recht zu erhalten. Im GG Artikel 1 ist vorgegeben: Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtssprechung als unmittelbar geltendes Recht.
Die DRV ist im Zusammenhang mit der Rentengewährung "vollziehende Gewalt" und deshalb verpflichtet, die Grundrechte des GG einzuhalten. Der Bürger wird vom GG nicht verpflichtet, sich diese Rechte mühsehlig auf eigene Kosten einzuklagen.
Im Artikel 3 steht:
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(3) Niemand darf wegen seiner ... Heimat und Herkunft ... benachteiligt oder bevorzugt werden.

Die Praktiken der DRV, dem einen die niedrigen Rentenpunkte-Ost und dem anderen die höheren Rentenpunkite-West zuzubilligen und das ausschliesslich danach, wo ein in Deutschland lebender Versicherter seinen Wohn- und Arbeitssitz (Heimat und Herkunft) hat, ist eindeutig verfassungswidrig. Da kann man sich auch nicht auf anderslautende verfassungswidrige Gesetze berufen. Vorrang hat das Grundgesetz. Wenn den 17 Millionen Menschen, die heute auf dem Gebiet der DDR arbeiten und leben, derart augenfällig ein Teil der Rente vorenthalten wird, dann ist das kriminell. Die DRV muß das GG achten und einhalten, sie sollte sich nicht auf andere bei ihrem GG-widrigen Handeln berufen.

von
hegehosa

Die Rentenversicherungsträger sind aufgrund des im GG verankerten Prinzips der Gesetzmäßigkeit der Verwaltung an das Gesetz gebunden. Im Übrigen hat das BSG am 14. März 2006 (B 4 RA 41/04 R) geurteilt, dass die Sonderbewertungsvorschriften "Ost" am 20. Juli 2000 nicht verfassungswidrig waren.
Inwieweit die gesonderte Rentenberechung auch heute noch im Einklang mit dem Grundgesetz steht, werden - sofern der Gesetzgeber nicht vorher eine Angleichung des Rechts beschließt - die Gerichte (insb. das BVerfG) zu befinden haben.

von
issew

Ich kann es nicht mehr hören, immer wieder diese falschen Behauptungen !
1.) Die Rente hat nichts mit dem Grundgesetz zu tun, es ist keine kostenlose Sozialleistung des Staates, man bekommt die Rente, für die man vorher eingezahlt hat
2.) Weiß jeder, der es wissen will, daß seit langem die Renten der Ostdeutschen im Schnitt höher sind als die Renten der Westdeutschen. Wenn diese Ungerechtigkeit nicht bald geändert wird, wird dies auch noch in 40 Jahren so sein, dank der immer noch bestehenden Formel "Höherbewertung".
So ist es leider, das ist nicht meine Meinung, das kann man überall nachlesen, auch bei der DRV.
Nebenbei: Sehr interessant, der Herr Kawa kämpft seit 1995 für sein Recht. Aha.
Ich klinke mich wieder aus,
kämpfen Sie ruhig weiter.

von
Suzuki

Wenn @ kawa keine anderen Sorgen hat, als so eine völlige Nebensächlichkeit seit 1995 gerichtlich zu verfolgen..

Wahrscheinlich ein Hobby von ihm Gerichte mit sinnfreien Dingen zu beschäftigen.

von
Völlig Recht

Im Artikel 3 steht:
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(3) Niemand darf wegen seiner ... Heimat und Herkunft ... benachteiligt oder bevorzugt werden.

Sie haben völlig Recht. Es ist ein absoluter Witz, das die Rentenerhöhung im Osten soviel höher war , als die Erhöhung im Westen.Hiermit sollte schnellstens Schluss sein.Das die Westrentner wütend über die TOTALE Ungleichbehanldung sind, ist ja völlig nachvollziehbar.

IM GG STEHT; JEDER MENSCH IST GLEICH.Und die OSTRENTER WERDEN IN JEDER HINSICHT BEVORTEILT.Grenzenlos unverschämt.

Da sollte jemand vor Gericht ziehen.das wäre wenigstens sinnvoll.

von
So ist es

Völlig Recht,
Ja Ja JA JA JA JA ,
Sie haben
Völlig Recht !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Leider.