Umzug von West nach Ostedeutschland

von
Nele

Ich ziehe von West- nach Ostdeutschland um und frage mich nun, wie sich mein Umzug auf meine DRV-Rentenanwartschaft auswirkt.

Laut Renteninformation sind in Ostdeutschland erworbene Entgeltpunkte statt 27,20 EUR nur noch 24,13 EUR wert.
Welcher Wert wird zur Ermittlung der Rente zugrunde gelegt?

Da laut Renteninformation ein Entgeltpunkt gutgeschrieben wird, wenn ich genau ein Jahr lang den Durchschnittswert aller Versicherten verdiene, frage ich mich nun, ob ich bei gleichblebendem Einkommen durch den Umzug andere Entgeltpunkte habe. Welches Durchschnittsentgelt wird hier zugrunde gelegt? Das im Osten oder im Westen? Was ist für die Komponenten der Rentenformel entscheidend? Der Wohnort oder der Ort, an dem ich arbeite?

Vielen Dank und viele Grüße

von
Claire Grube

Zitiert von: Nele

Ich ziehe von West- nach Ostdeutschland um und frage mich nun, wie sich mein Umzug auf meine Rente auswirkt.

Die in den in den alten Bundesländern erworbenen Entgeltpunkte bleiben wie sie sind. Da ändert sich nichts. Lediglich in seltenen Fällen (Zeiten nach dem deutsch-polnischen Abkommens von 1975 nach Art. 6 § 4 Abs. 6 FANG) kann es beim Verzug in die neuen Bundesländer zu einer Minderung der Rente kommen (siehe Link unten). Das dürfte bei Ihnen nicht zutreffen.

Bei Hinterbliebenenrenten gilt in den neuen Bundesländern allerdings ein niedrigerer Freibetrag.

http://www.ihre-vorsorge.de/forum.html?tx_mmforum_pi1[action]=list_post&tx_mmforum_pi1[tid]=14635

von
W*lfgang

Zitiert von: Nele

Ich ziehe von West- nach Ostdeutschland um und (...) ,frage ich mich nun, ob ich bei gleichblebendem Einkommen durch den Umzug andere Entgeltpunkte habe.

Hallo Nele,

Durchschnittsentgelt (vorläufiges):
- 32.446 € jährl., 2.704 € mtl. (alte Länder)
- 27.604 € jährl., 2.300 € mtl. (neue Länder)

so gesehen erhalten Sie mehr Punkte (persönliches Entgelt geteilt durch kleineres Durchschnittsentgelt/Ost) für das gleiche im Osten erzielte Bruttoentgelt. Vorab erfolgt noch (zusätzlich) eine Aufwertung Ihres Ostentgelts mit einem Faktor (x 1,17 ...oder so etwa), bevor es durch das Durchschnittsentgelt Ost geteilt wird, also noch mehr Punkte. Allerdings, und da setzt die Reduzierung ein, ist ein Punkt Ost nicht 27,47 EUR wert, sondern nur 24,37 EUR. Unterm Strich, wenn Sie es durchrechnen, haben Sie mit dem selben Brutto Ost einen höheren Rentenanspruch.

Nun raten Sie mal, warum nicht zwingend alle begeistert wären, wenn die Angleichung OST an WEST so einfach kommen würde - gleiches OST-Einkommen ist schlicht und einfach mehr wert, und müsste demzufolge abgewertet werden, auch rückwirkend.

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo Nele!

Entgeltpunkte (Ost) erwerben Sie, wenn Ihr Beschäftigungsort in den neuen Bundesländern ist - der Wohnort ist in hierfür nicht relevant. Für Versicherte aus den neuen Bundesländern sollen sich aufgrund des heute noch bestehenden Unterschiedes im West-Ost-Lohnniveau keine Nachteile ergeben. Aus diesem Grund werden die Entgelte auf Westniveau angehoben. Das heißt, ein in den neuen Bundesländern bezogenes Entgelt wird mit einem Umrechnungsfaktor erhöht. Der Faktor entspricht etwa dem Verhältnis West-Durchschnittsentgelt zu Ost-Durchschnittsentgelt.
Ein Beispiel:
Sie verdienen im Jahr 2012 in den neuen Bundesländern: 30.000,- x Faktor 1,1754 = 35.262,- (hochgerechneter Verdienst).
35.262,- : Durchschnittsentgelt 32.446,- = 1,0868 EP (Ost).
1,0868 EP (Ost) x 24,37 € (Aktueller Rentenwert Ost) = 26,49 € gegenwärtiger Rentenanspruch.
(Der Umrechnungsfaktor und Durchschnittsverdienst sind vorläufige Werte)
Ich gebe zu, das ist nicht so einfach und empfehle Ihnen die Informationsbroschüre "Rente: So wird sie berechnet -neue Bundesländer-" (diese erhalten Sie in den Beratungsstellen oder auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung)