unbefr. volle EM-Rente und Rentenbeiträge bei Pflege Angehöriger ab 1.1.17

von
Ewald D.

Hallo.

ab 1.1.17 gilt ja in der Pflegeversicherung und der Rentenbeitragszahlung bei Pflege Angehöriger durch die Pflegekasse statt der 14 Stunden Regelung pro Woche die 10 Stundenregelung. Im Pflegegutachten des MDK meines Vaters wurde seinerzeit ( 2014 ) eine Beitragszahlung verneint da ich nur 87 Minuten a 7 tage Pflege und damit nicht auf die - bis 31.12.16 geltenden - und dazu erforderlichen 14 Stunden komme. Soweit so gut.

Jetzt dann ab 1.1.17 würde ich ja mit 7 x 87 = 609 Minuten = 10,15 Stunden unter diese neue 10 Stunden Regelung fallen.

Ich - als Pflegeperson meines Vaters mit Pflegestufe 1 ( demnächst dann ja Pflegegrad 2 ) Pflege seit 2014 - beziehe seit 2005 eine volle EM-Rente auf Dauer. Habe damals eine Zurechnungszeit von 15 Jahren ( 45 bis 60 Lebensjahr ) von der RV bekommen.

Würde mir dann die Beitragszahlung durch die Pflegekasse ab 1.1.17 in meinem Fall dann überhaupt irgend etwas bringen ( also eine höhere Altersrente ) ?

Es werden doch nach der Rente neu erworbene Rentenpunkte gegen die Zurechnungszeit verrechnet oder nicht ?

Und wieviel Rentenpunkte würden überhaupt pro Jahr bei Pflegegrad 2 angerechnet ? Das dürfte sich doch lediglich um einen ganz geringen Wert von 0,xx Punkte handeln was mir in der Verrechnung mit meinen Punkten der Zurechnungszeit doch gar nicht bringt oder liege ich da falsch ?

von
KSC

Wahrscheinlich bringt es nichts bis nicht viel - eben wegen der angerechneten Zurechnungszeit.

Andererseits kosten Sie die Beiträge auch nichts, weil die von der Pflegekasse gezahlt werden.

Wo ist also das Problem? Schlimmstenfalls erhöht sich die spätere Altersrente gar nicht und dann sind Sie genau gleich weit wie wenn gar keine Beiträge gezahlt werden.

Sie riskieren also gar nichts.

von
Ewald D.

Danke.

Danke. Das ist mir klar das ich nichts " riskiere " .

Lt. damaligem EM-Rentenbescheid wurden mir 186 Monate / 18,43 Rentenpunkte als Zurechnungszeit anerkannt.

Vereinfacht gesagt müsste ich dann ja mehr als diese 18,43 Punkte durch die Pflege erreichen um eine Erhöhung der Altersrente zu erreichen - was ja völlig unmöglich ist.....

Darum würde mich einfach noch interessieren wieviel Punkte ( besser wie viele Bruchteile eines Punktes ) " bringt " die Pflege bei Pflegegrad 2 pro Jahr überhaupt um das ganze mal pro Jahr der Pflege gegenüber den 18,43 Punkten hochrechnen zu können.

von
KSC

googeln hilft:

https://www.pflege-durch-angehoerige.de/2016/09/26/rente-fuer-die-pflege-von-angehoerigen-3/

Jedes Jahr Zurechnungszeit bekam bei Ihnen demnach ca. 1,2 Punkte; da würde heute jemand der in Plegestufe 3 28 Wochenstunden pflegt immer noch drunter liegen.

Künftig die Pflegestufe 2 ist klar unter dem wert Ihrer Zurechnungszeit.

von
W*lfgang

Hallo Ewald D.,

in dieser Zeitschrift finden Sie Hinweise auf die rentenrechtlichen Auswirkungen der neuen Pflegegrade/Seite 8 : (für andere Interessierte: daneben auch gleich zur Flexirente ;-))

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/3_Infos_fuer_Experten/02_arbeitgeber_steuerberater/01a_summa_summarum/01_e_paper_summa_summarum/ausgaben/2016/2016_4_zeitschrift.html

> Und wieviel Rentenpunkte würden überhaupt pro Jahr bei Pflegegrad 2 angerechnet ? Das dürfte sich doch lediglich um einen ganz geringen Wert von 0,xx Punkte handeln was mir in der Verrechnung mit meinen Punkten der Zurechnungszeit doch gar nicht bringt oder liege ich da falsch ?

Sie liegen wahrscheinlich richtig. Die Zurechnungszeit wird deutlich höhere EP haben, als nur Pflegegrad 2 als versicherungspflichtiges Entgelt erreicht.

Da Ihre Zurechnungszeit bis 60 ermittelt worden ist, können nur neue Zeiten danach/Pflege bis zur Regelaltersrente _vielleicht_ einen kleinen Zuwachs bei der Rente bringen. Ich vermute eher nicht, da die Pflichtbeitragszeit Pflege die Zurechnungszeit verdrängt, so dass die ab 60 entstehenden kleinen EP aus der weiteren Pflege in der Summe auch keinen Mehrwert bringen.

Tipp: 1/2 Jahr vor dem ersten Altersrentenanspruch fordern Sie 2 Probeberechnungen an. Die 1. für den frühestmöglichen Rentenbeginn, die 2. mit fiktiver Pflege bis zur Regelaltersgrenze. Kommt bei 2. immer noch nicht mehr raus, wandeln Sie die EM-Rente zum frühestmöglichen Zeitpunkt in Altersrente um.

Gruß
w.

von
Ewald D.

Vielen Dank.

Da ich bereits am 1.7.2021 ( mit dann 61 ) die Altersrente für
schwerbehinderte Menschen in Anspruch nehmen werde hat sich das dann alles eh erledigt...

von
SuchenUndFragen

Zitiert von: Ewald D.

Vielen Dank.

Da ich bereits am 1.7.2021 ( mit dann 61 ) die Altersrente für
schwerbehinderte Menschen in Anspruch nehmen werde hat sich das dann alles eh erledigt...

Die müssen Sie doch nicht zwingend in Anspruch nehmen, wenn es was bringen würde, bis zur Regelaltersrente zu warten?

Experten-Antwort

Hallo Ewald D,

da bei Pfelgegrad 2 maximal 27 Prozent der monatlichen Bezugsgröße als beitragspflichtige Einnahmen dem Rentenversicherungsträger (ca. 1/3 EP) übermittelt werden, sollte die Zurechnungszeit bereits einen höheren Wert erhalten und damit zu keiner weiteren Rentensteigerung führen. Allerdings endet die Zurechnungszeit bei Ihnen 2020. Danach kann sich die Pflege entsprechend rentensteigernd auswirken (ca. knapp 10,- Euro Steigerung pro Jahr Pflege im Pflegegrad 2). Daher würden wir Ihnen raten sich vor der Umwandlung in Altersrente nochmals genau beraten zu lassen bzw. entsprechende Probeberechnungen anzufordern, wie von W*lfgang vorgeschlagen.