unbefristete Teilrente Widerspruch oder eventuell Arbeitsmarktrente

von
justfine

Hallo,
ich habe den Bescheid über eine unbefristete Teilrente bekommen. Ich kann jedoch nicht mehr als 3 Stunden täglich arbeiten und bin noch krank geschrieben. am 15.06. werde ich ausgesteuert und würde dann AGL1 erhalten.

Ich habe noch eine Anstellung will diese aber aufgeben, da mein Arbeitgeber keine Möglichkeit hat mich aufgrund der Einschränkungen meiner Erkrankung zu beschäftigen.

Mir wurde gesagt, dass ich selbst nicht kündigen darf, da ich mir so Leistungen "erschleichen" würde (= Arbeitsmarktrente). Ist das richtig? Wenn mein Arbeitgeber mir kündigt ginge dies erst zum ende des Jahres. Gibt es eventuell noch andere Möglichkeiten?

Ich bin 46 Jahre und habe eine Schwerbehinderung von 50 %. Kann keine Bildschrimarbeit mehr machen. Habe Schwindelanfälle und starke Gelenkschmerzen in den Händen, Schultern und Hüften. Außerdem einen inoperrablen Hirntumor. Kann das Arbeitsamt in solch einem Fall gleich entscheiden, dass mir der Arbeitsmarkt verschlossen ist, oder wird erstmal ein Jahr versucht mich zu vermitteln?

Mir wurde vom SOVD von einem Widerspruch gegen den Bescheid abgeraten, weil "dieser soweiso abgelehnt wird" ...

Wäre es sinnvoll eine neue Prüfung zu beantragen da seit dem letzten Gutachten noch weitere Beschwerden hinzugekommen sind? Oder soll ich eben auf die Arbeitsmarktrente warten? Oder eben einen Widerspruch einreichen? Ich will auf keinen Fall vors Sozialgericht, weil ich das ganze dann ja noch länger hinziehen würde und mich das finanziell vollkommen ruiniert.

Leider habe ich von jeder Stelle bei der ich nachgefragt habe völlig konträre Angaben bekommen und das Arbeitsamt hat mich bisher nicht zurückgerufen.

Vielleicht kann mir hier jemand Auskunft geben? Mir wurde nur einheitlich von allen gesagt, dass eine Teilrente und Arbeitsmarktrente sehr selten ist.

Vielen Dank
und viele Grüße

von
B´son

"Mir wurde vom SOVD von einem Widerspruch gegen den Bescheid abgeraten, weil "dieser soweiso abgelehnt wird" ... "

Pffff, wenn ich sowas lese.....
Ich kann ihnen aus der Praxis sagen, dass in einem gleichgelagerten Fall (tlw. EM, volle abgelehnt, VdK rät von Widerspruch ab...) nach einem (ausführlich begründeten !) Widerspruch die unbefristete volle EM genehmigt wurde.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt (im Falle eines Widerspruchs sollte eine ausführliche Stellungnahme seinerseits beigefügt werden), gehen Sie aufs Arbeitsamt und fragen sie mal nach den Möglichkeiten einer eigenen Kündigung aus gesundheitlichen Gründen (--> keine Sperrzeit), sowie eventuellen Ansprüchen auf Arbeitslosengeld NEBEN der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung (hier müßten Sie dem Arbeitsmarkt dann aber -auf dem Papier- zumindest teilweise zur Verfügung stehen).

Kopf hoch, es gibt immer einen Weg ;-)

Gruß
B´son

von
justfine

hallo b'son,

vielen dank für die antwort. ich hoffe ja, dass mich die leistungsabteilung des arbeitsamtes bald mal zurückruft ... dann werde ich auf jeden fall wegen der eigenkündigung aus krankheitsgründen fragen.

den widerspruch werde ich per fax vorab rausschicken und wenn ich alle neuen untersuchungsergebnisse habe eine ausführliche stellungnahme einreichen.

eine aussage habe ich schon: wenn ich weiter krank geschrieben bin, bekomme ich nach dem krankengeld noch AGL1 von dem die rente abgezogen wird. aber das hilft mir auf die dauer ja nicht weiter, da ich nur 1 jahr AGL1 bekomme. ich möchte endlich zur ruhe kommen und das kann ich nur, wenn ich die volle rente bekomme.
was muss man denn tun, damit man hier von einem experten eine antwort bekommt?
es geht mir vor allem um die frage der arbeitsmarktrente, wenn ich selbst aus gesundheitsgründen kündige.

vg
justfine

von
Schade

Nur nicht so ungeduldig wegen der Expertenantwort.

Sie schreiben gestern um 15:33 Uhr und "jammern" um 19:25 Uhr.

Schon mal dran gedacht, dass die Experten normale Arbeitnehmer der DRV sind und vielleicht auch Feierabend haben?
Die Antwort wird schon noch im Laufe des Tages kommen....sie wird aber ähnlich ausfallen wie die des Kollegen B`son.....

von
justfine

es ging mir bei der frage nicht um die schnelligkeit oder die uhrzeit, zu der die experten antworten. ich kenne mich hier nicht aus und weiß daher nicht, ob die experten auf jeden beitrag antworten. daher meine frage ob man dafür etwas bestimmtes schreiben oder "tun" muss.

meine frage wegen der arbeitsmarktrente, was das "erschleichen" der leistung angeht, wenn ich selbst aus krankheitsgründen kündige und wer beurteilt ob ich diese dann gleich bekomme oder erst mal ein jahr versucht wird mich zu vermitteln wurde nicht beantwortet.

diese frage ist für mich aber sehr entscheidend.

von
Jochen W.

Also auf jeden Fall Widerspruch einlegen. Das ist vollkommener Quatsch, dass dies immer abgelehnt werden würde. Vor alllem dann, wenn die Teilrente nach Aktenlage entschieden wurde. Bei einem Widerspruch wird man in der Regel zu einem Gutachter geschickt, der den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit neutral prüft. Bei mir lief es genau gleich ab. Auch von dem Gutachter braucht man keine Angst zu haben. Auch muss man sich aus meiner Erfahrung nicht extra darauf vorbereiten, wie es in vielen Beiträgen dargestellt wird. Einfach ehrlich sein und die Situation so darstellen, wie sie tatsächlich ist.

Experten-Antwort

Der Weg, wie von B`son beschrieben, ist der richtige. Aufgrund Ihres Widerspruches wird im Rahmen des Widerspruchsverfahrens Ihr Rentenbescheid nochmals überprüft. Auch die Entscheidung über eine eventuelle Arbeitsmarktrente trifft nur Ihr zuständiger Rentenversicherungsträger. Im übrigen wäre es ganz gut gewesen, wenn man Ihnen Ihren Rentenbescheid in einer persönlichen Beratung in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung erläutert hätte. Die Ihrem Wohnort am nächsten gelegene Auskunfts- und Beratungsstelle können Sie unter dem Link "Beratungsstellen finden" ermitteln. Dann wären Ihnen viele unterschiedliche –konträre Angaben- erspart geblieben. Sie können es ja für die Zukunft nutzen. Viel Erfolg für Ihren Widerspruch.