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Experten-Antwort

Unfallversicherung bei voller EM sinnvoll?

von Existenzangst-Habender26.01.2016 | 10:51
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Liebe Forumsmitglieder, diese Frage ist an euch und weniger an die Experten gerichtet, da mir bewusst ist, dass dies ein Forum zur Altersvorsorge ist. Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben, da er sich mit diesem Thema schon auseinandergesetzt hat: Ich bin 47 Jahre alt und beziehe eine volle EM. Um mich vor evtl. hohen Kosten aufgrund eines Unfalls zu schützen, überlege ich, eine Unfallversicherung abzuschließen. Auch wenn ich schon an einer organischen Krankheit leide, könnte noch ein Unfall hinzu kommen. Je länger ich warte, umso höher werden die Beiträge. Ist ein Abschluss für EM-Rentner sinnvoll und machen das die Versicherer überhaupt? Existenz-Angst bereitet mir gerade schlaflose Nächte... Vielen Dank vorab

Antworten vom Expertenteam

Persönlich beantwortet im Expertenforum

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Expertenantwort · 1Deutsche Rentenversicherung

Von den Forumbesuchern sind schon viele interessante Aspekte dargelegt worden. Die private Versicherung gehört jedoch nicht in den Zuständigkeitsbereich der gRV. Von daher bitten wir um Verständnis, dassdazu von uns aus keine Empfehlungen gegeben werden. Ggf. wenden Sie sich bitte an die Verbraucherzentrale.

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14 Antworten

fdsam 26.01.2016 | 11:24
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein privates Unfallversicherungsunternehmen jemanden, der eine volle Erwerbsminderungsrente bezieht, zu bezahlbaren Konditionen aufnehmen wird.
Herz1952am 26.01.2016 | 13:26
Sicher werden Sie in eine Unfallversicherung aufgenommen. Der Haken bei der UV ist lediglich, dass der Unfall nicht durch eine Krankheit verursacht wurde. Aber dies ist bei allen Verträgen der UV so, auch wenn Sie die Versicherung als Gesunder abgeschlossen haben. Es gibt Versicherungen mit progressiven Versicherungssummen. Zu empfehlen ist vielleicht eine niedrige "Grundsumme" zu wählen und dazu jedoch eine hohe Progression, z. B. 1000 % der Grundsumme. In einem solchen Fall bekommen Sie bei einem "leichten" Dauerschaden, z.B. Schienbeinkopfbruch 14 % der Grundsumme, bei einem Schaden durch den Sie 100 % geschädigt sind, bekommen Sie das 1000-fache der Grundsumme. Ab einem gewissen Behinderungsgrad sollte noch eine Unfallrente dabei sein. Erkundigen Sie sich, bei welchem Versicherer Ihre Vorstellungen am besten berücksichtigt werden.
Pegasusam 26.01.2016 | 14:03
Können Sie denn jetzt von der EM-Rente leben? Wenn ja, was würde sich denn durch einen Unfall an Ihrem Bedarf ändern? Ggf. entstehende Mehrkosten durch med. notwendige Behandlungen usw. trägt die Krankenkasse oder der Unfallverursacher. Umbaukosten, die durch einen Unfall erforderlich sein könnten, können auch durch andere Erkrankungen entstehen und wären dann nicht durch die Unfallvers. gedeckt. Möchten Sie Ihre Hinterbliebenen absichern, bietet sich eher eine Risikolebensversicherung an, die allerdings mit voller EM schwer zu kriegen sein dürfte. Für mich stellt sich die Frage, ob eine Unfallversicherung in Ihrem Fall überhaupt notwendig ist. Bedenken Sie , dass eine Unfallversicherung nur in dem Fall zahlt, dass Beeinträchtigungen durch einen Unfall eingetreten sind, das allg. Lebensrisiko fällt nicht darunter!
Herz1952am 26.01.2016 | 13:57
Übrigens: Die Beiträge zur Unfallversicherung sind eigentlich nicht vom Alter abhängig.
Schorscham 26.01.2016 | 14:33
Ihr Rentner-Status alleine ist kein Ausschlussgrund für eine PUV. Allerdings sind Unfälle, die durch bestehende Behinderungen oder Krankheiten ausgelöst werden, vom Versicherungsschutz ausgenommen. (Wer beispielsweise erheblich gehbehindert ist und infolge eines behinderungsbedingten Sturzes invalide wird, geht leer aus, sofern er nicht nachweisen kann, dass der Sturz auch ohne diese Gehstörung erfolgt wäre.) Aus diesem Grund hatte ich damals meine Unfallversicherung gekündigt.
Herz1952am 26.01.2016 | 14:47
Hallo Pegasus, das stimmt so nicht ganz. Ein Unfall ist eben ein Unfall und hat unfallversicherungsmäßig nichts mit dem "Allgemeinen" Risiko zu tun. Die UV ist deshalb relativ günstig - aber eben nur bei einem Unfall. Auf das Risiko, dass die Versicherung eventuell nicht bei einem krankheitsbedingten Unfall nicht zahlt, das ist halt so. Ich habe positive Erfahrungen gemacht. Bei Skifahren eigentlich durch Dummheit einen Tibiakopfbruch zugezogen, weil ich den Schnee hätte anders einschätzen müssen, schon aufgrund meiner Erfahrung bei der vorhergehenden Abfahrt. Nein, ich musste Schussfahren und wollte nämlich aufgrund meiner Herzschwäche nicht soweit den Gegenhang hochlaufen. Dumm gelaufen. Wurde mit dem Motorakia hochgefahren und mit dem Heli abtransportiert. Zahlte natürlich alles die Krankenkasse. Mit der Entschädigung von 4500,-- Euro und 1500 Euro Krankenhaus und Rehatagegeld habe ich gar nicht gerechnet. (Tagegeld wird aber von keiner Versicherung mehr angeboten, bei Unfall). Ich habe die Versicherung allerdings abgeschlossen, weil ich für größere "Ereignisse" ausreichend abgesichert sein wollte, die aber hoffentlich nie eintreten. Natürlich ist das Risiko durch Krankheit behindert zu werden viel größer (Pflegefall). Aber dafür kann man sich allgemein nur sehr dürftig oder krankheitsbedingt gar nicht absichern. Deshalb sind UV'en auch relativ günstig. Aus eigener Erfahrung weis ich, das viel Geld manchmal wichtiger sein kann, als Gesundheit. Mann kann sich nämlich bei Krankheit, bzw. gerade bei einem Unfall das Leben doch ein wenig angenehmer und erträglicher gestalten. Es gibt übrigens auch keine Gesundheitsfragebögen bei der UV. Aber jeder muss die Entscheidung für sich treffen. Mein Motto bei Unfallversicherung und Krankenversicherung/Pflegeversicherung: "Lieber nur eingezahlt und nicht benötigt". Die Bestattungskosten bei einem Unfall sind wenigsten auch gedeckt (Todesfallsumme) und belasten die Angehörigen nicht. Es sind schon Menschen 2 Stufen gefallen und vom Hals ab gelähmt oder gar gestorben. Die Unfallversicherung zahlt wenigsten eine bestimme Summe, über deren Verwendung man selbst (bzw. die Angehörigen) frei bestimmen können. Die Pflegeversicherung ist dagegen "Pipifax". Es hat schon Krankenkassen gegeben, die einen Rollstuhl mit der Begründung verweigert haben, die Geschädigte sei selbst schuld. Die Unfallversicherung bezahlt auch bei eigenem Verschulden. Mit der Haftpflichtversicherung eines Unfallsgegners muss man sich gegebenenfalls bis zum "St. Nimmerleinstag" streiten.
Herz1952am 26.01.2016 | 15:15
Hallo Schorsch, kann sein. Bei mir war es die "Kurbeihilfe", die im Vertrag stand und "wegfiel". ("Kur" ist Urlaub, das war früher mal, lt. Versicherung). Dafür wurde aber nicht nur für die Akutbehandlung im KH Tagegeld bezahlt, sondern auch für die Reha. Eine Reha hielt der Krankenhaus-Chefarzt nicht für nötig. Bei der ambulanten Weiterbehandlung durch einen Chirurgen beantragt dieser sofort eine Reha für mich. Das Rehatagegeld war insgesamt nur etwa ein Drittel (abhängig von Dauer), wie das "Urlaubsgeld" (smile).
Herz1952am 26.01.2016 | 15:07
Natürlich ist der Einwand von "Schorsch" auch gerechtfertigt. Es ist deshalb noch eine Rechtsschutzversicherung nötig, damit man notfalls gegen die UV vorgehen kann. Versicherungen gehen zunächst den für sie günstigsten Weg. Und - es gibt gute und schlechte Versicherungen. Mein Chirurg hat mir damals empfohlen, mich nicht von der Versicherung abspeisen zu lassen, weil ich sehr wahrscheinlich eine Kniearthrose bekommen werde. Ich habe trotzdem keinen Gutachter genommen, weil die Entschädigung ohne GA 1 % höher war. Die Arthrose hätte krankheitsbedingt auch auftreten können. Die Entschädigung lag prozentual sogar etwas über der Empfehlung meines Chirurgen. Ich muss mal nachschauen, ob das mit der Behinderung ein Grund ist, nicht von einem Unfall auszugehen. Ich habe allerdings auch einen alten Vertrag. Die neuen Vertragsbedingungen sind auch bei meiner Versicherung nicht mehr so günstig (kein Tagegeld mehr möglich) wie beim alten Vertrag. Soweit ich weis, zahlt die Versicherung nicht, wenn kurz vor dem Unfall ein Ereignis auftritt, durch das der Unfall entsteht (z.B. Schwindel). Muss man nicht angeben und ist auch nicht nachweisbar. Die Versicherung hätte bei mir auch fragen können, wieso so lange Tagegeld. Dies war durch meine Herzschwäche bedingt, weil ich mit Gehhilfen nur ein paar Meter laufen konnte, bevor ich umgekippt wäre vor Schwäche. Oder: wieso läuft ein Schwerbehinderter noch Ski? Antwort: War nicht so anstrengend wie ein Spaziergang leicht bergauf.
Existenzangst-Habenderam 26.01.2016 | 16:26
Für die sehr wertvollen Informationen und Tipps bedanke ich mich ganz herzlich bei euch! Vieles hatte ich noch gar nicht bedacht.. Ich werde mir Angebote einholen und genau auf den Preis und die Konditionen achten. Viele "gefährliche" Tätigkeiten wie Skifahren kommen für mich ohnehin nicht mehr infrage. Es würde sich wohl nur eine "billige" Versicherung lohnen. Diese würde mich aber ruhiger schlafen lassen. @Pegasus: Ja, ich kann von der EM leben, aber ich hätte nicht genügend Rücklagen, um ggf. meine Wohnung umbauen zu lassen oder mein Auto behindertengerecht zu machen.
Herz1952am 26.01.2016 | 16:42
Damit Sie eine Vorstellung vom Preis haben: Ich zahle ca. 130,-- Euro im Jahr. Grundsumme 30000,-- Euro. Ab 1% wird schon gezahlt. Es geht dann Stufenweise bis 1000% dieses Betrages, das sind 300.000 Euro bei 100% Invalidität (was hoffentlich nie eintritt).
Existenzangst-Habenderam 26.01.2016 | 16:50
Vielen Dank, Herz1952! Gut einen Vergleichswert zu haben
Onkel Ottoam 26.01.2016 | 16:56
Hier kann man sich über Sinn oder Unsinn einer Unfallversicherung informieren: http://www.finanztip.de/unfallversicherung/
Na sowasam 28.01.2016 | 08:27
Der arme arme Herz1952 Und ich dachte immer Du seist soooo schlimm dran und soooo krank und kannst eigentlich nichts mehr arbeiten als EUR und nun lese ich das Du locker Ski fahren gehst und Dich auf Abfahrten tummelst. Ts, ts, ts. Ein Schelm wer böses dabei denkt.
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