Ungeklärte Zeiten - Hier zwei Monate nicht dokumentiert

von
VS

Liebe Experten,

heute erhielt ich Post vom DRV-Bund zwecks Klärung des Versicherungskontos. Für einen Zeitraum der 20 Jahre zurückliegt sind zwei Monate nicht dokumentiert.
In dieser Zeit, nach dem Abitur und vor dem Wehrdienst, war ich arbeitslos habe mich aber, weil der Wehrdienst schon feststand, nicht arbeitslos gemeldet und natürlich keine Leistungen vom Arbeitsamt erhalten. Deshalb kann ich diesen Zeitraum auch nicht dokumentieren.
Die dem Schreiben beigefügten Formulare V100 und V410 enthalten leider keine Möglichkeit dies anzugeben. Welche Möglichkeit habe ich diesen Zeitraum gegenüber der DRV anzugeben, damit der Versicherungsverlauf lückenlos ist und die Klärung des Versicherungskontos abgeschlossen werden kann.
Mir geht es primär darum den Sachverhalt möglichst ohne viel Aufwand zu klären.

von
Amadé

Anrechnungszeiten wegen Arbeitslosigkeit können Sie mittels Vordruck V 410 geltend machen. Hier der download

http://www.deutsche-rentenversicherung-bund.de/nn_18858/SharedDocs/de/Inhalt/04__Formulare__Publikationen/01__formulare/01__versicherung/V0410.html

Das Ergebnis Ihrer Bemühungen wird vermutlich jedoch gleich Null sein. Anrechnungszeiten müssen grundsätzlich nachgewiesen werden (hier Bescheinigung des Arbeitsamts). Da der Wehrdienst keine Zeit der Berufs- oder schulischer Ausbildung ist, greift auch nicht das Hilfsmittel der Überbrückungs-Anrechnungszeit zwischen 2 Ausbildungen.
Versuch macht jedoch klug.

Sollte die DRV Bund wider erwarten einen grosszügigen tag haben, kommt lediglich die Anerkennung einer Anrechnungszeit OHNE Bewertung in Betracht.
Sie sehen, wahnsinnig viel steht nicht auf dem Spiel.

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von
VS

Hallo Amadé,
vielen Dank für die schnelle und kompetente Antwort. Den V410 habe ich schon mit dem Schreiben erhalten, jedoch soll man auf diesem Formular unter Punkt 6 nur gemeldete Arbeitslosigkeit angeben. Das triff für mich leider nicht zu. Die zwei Monate sind mir egal. Ich möchte einfach der DRV antworten damit die Klärung abgeschlossen werden kann. Das Formular fragt zwar viel ab, jedoch weiss ich nicht wie ich meinen Fall richtig in das Formular eintragen soll. Für eine weitere Antwort wäre ich sehr dankbar.

von
Amadé

Machen Sie im Vordruck die Zeit der Arbeitslosigkeit geltend und verweisen auf Ihre Erläuterungen in einem gesondert beizufügenden freien Schreiben.

Mehr als eine Ablehnung zu bekommen kann ja nicht passieren.

Sie können aber auch einen Termin in einer Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rentenversicherungsträgers vereinbaren. Siehe auf dieser Seite unter "service - Beratungsstellen anklicken".

Dort ist man Ihnen behilflich.

Ist Ihre Zeit der Berufsausbildung im Versicherungsverlauf auch als solche besonders gekennzeichnet (das Wort "BERUFSAUSBILDUNG" sollte auch im Versicherungsverlauf stehen und nicht nur einfach "Pflichtbeitrag/ Pflichtbeiträge)?

Vorsichtshalber lieber Nachweis über Berufsausbildung zur Beratungsstelle mitnehmen. Hier geht es wirklich um "Kohle".

von
KSC

zum einen kann die Übergangszeit eine Anrechnungszeit sein, wenn unmittelbar nach dem Wehrdienst eine Berufsausbildung folgte (allerdings werden Anrechnungszeiten bei Rentenfällen ab 2009 ohnehin nicht mehr bewertet).

Zum anderen gilt bei allen Formularen: Mut zur Lücke, und Sachverhalte, die vielleicht nicht ins "Formular passen" kann man auch an beliebiger Stelle frei formuliert reinschreiben.

Die Sachbearbeitung des Rententrägers darf ruhig mal bei der Arbeit nachdenken...

von
Rentenüberprüfer

Der DRV in einem gesonderten Schreiben mitteilen, dass Sie in der angegebenen Zeit keine versicherungspflichtige Beschäftigung ausgeübt haben, dann ist das Problem vomTisch.

Die Formulare können Sie dem Schreiben unausgefüllt mit beifügen.

von
bekiss

Zwischen den einzelnen Ausbildungszeiten, also zum Beispiel zwischen Abitur und Aufnahme des Studiums, liegen in der Regel unvermeidbare Lücken. Diese Übergangszeiten können ebenfalls als Anrechnungszeiten anerkannt werden, wenn sie an eine schulische Ausbildungs-Anrechnungszeit anschließen und weniger als 4 Kalendermonate betragen. Bei Übergangszeiten, die nach dem 31. Dezember 1995 beginnen, reicht es auch aus, wenn die nachfolgende Zeit spätestens am ersten Tag des hierauf folgenden Kalendermonats beginnt. Die nachfolgende Ausbildungszeit muss keine Anrechnungszeit sein, es muss sich hierbei jedoch grundsätzlich um eine schulische oder berufliche Ausbildung handeln. Damit können zum Beispiel auch Übergangszeiten zwischen der Schulausbildung und der Aufnahme einer versicherungspflichtigen Lehrzeit als Anrechnungszeiten anerkannt werden.

Die Unterbrechungen zwischen Ausbildung und Wehrdienst und zwischen Wehrdienst und Ausbildung, sind ebenfalls ein Unterbrechungssachverhalt (analog § 48 Abs. 4 Nr. 2 Buchstabe b).

Beispiel:
- Ende der Schulausbildung am 27. Juni 1979
- Gesetzlicher Wehrdienst 1. Oktober 1979 bis 31. Dezember 1980
- Beginn einer Fachschul- oder Hochschulausbildung am 1. April 1981

Die Übergangszeiten vom 28. Juni 1979 bis 30. September 1979 und 1. Januar 1981 bis 31. März 1981 können als Anrechnungszeiten berücksichtigt werden.

Sollten während einer Übergangszeit jedoch Pflichtbeiträge gezahlt worden sein, können insoweit keine Anrechnungszeiten anerkannt werden.

Das alles können Sie auch bei der Deutschen Rentenversicherung im Internetangebot nachlesen unter
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/nn_7112/SharedDocs/de/Inhalt/04__Formulare__Publikationen/03__publikationen/Publikationen/DRV__Info/VDR__info/1997/5/Uebergangzeiten__zwischen__Ausbildungszeiten.html

von
Amadé

Danke für die Info und die Richtigstellung.

Experten-Antwort

Den Ausführungen von Bekiss ist nichts hinzuzufügen.

Dreh/- und Angelpunkt der späteren Bewertung für die Rente wird aber der Rentenbeginn und die dann geltende Rechtslage sein, vgl. Ausführungen von KSC.

MfG