unmittelbar oder mittelbar?

von
RobbyAnt

Ich bin Künstler & über die KSK renten-pflichtversichert.
Meine Frau ist Angestellte & unmittelbar berechtigt.
Bin ich nun mittelbar (über meine Frau), oder unmittelbar berechtigt zu riestern?

Ich habe schon einen Vertrag abgeschlossen, man hat mir hier einen mittelbaren verkauft; was mache ich, wenn dieser falsch abgeschlossen wurde?
Kann man ihn (auch rückwirkend) ändern?
Oder muss ich einen neuen abschließen und der alte ist umsonst gewesen??

von Experte/in Experten-Antwort

Als Künstler sind Sie kraft Gesetzes versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung (§2 Nr5 Sozialgesetzbuch VI). Damit sind Sie auch unmittelbar förderberechtigt.

Ob sich Nachteile durch den Abschluss eines mittelbaren Riester-Rentenvertrages ergeben haben, können wir von dieser Stelle aus nicht feststellen. Diese Frage wird maßgeblich davon abhängen, ob der erforderliche Mindesteigenbeitrag im Jahr 2007 geleistet wurde (3 % des Vorjahreseinkommens 2006 minus zu erwartender Zulage).

Setzen Sie sich bitte mit Ihrem Anbieter in Verbindung. Prüfen Sie, ob die Voraussetzungen für die Gewährung der vollen Grundzulage vorliegen.
Sollte der Mindesteigenbetrag nicht in voller Höhe geleistet worden sein, wird auch die Zulage nur gekürzt geleistet. In diesem Falle wäre der künftige Beitrag entsprechend anzupassen.
Ob der Vertrag rückwirkend geändert werden kann erfragen Sie bitte ebenfalls bei Ihrem Anbieter. Unserer Vermutung nach ist dies eher unwahrscheinlich, schließlich können Altersvorsorgebeiträge nicht rückwirkend für das Jahr 2007 eingezahlt werden.

von
RobbyAnt

Verstehe ich Sie richtig:
Es ist also grundsätzlich möglich als unmittelbar Berechtigter einen mittelbaren Vertrag abszuschließen?
Oder muss/sollte ich den Vertrag auf unmittelbar ändern lassen?
Oder ist das einfach vom Einkommen/Beitrag etc. abhängig?

von
Schiko.

Ich fürchte dies sind worthülsen. Sie sind als
bezieher von sozialversicherungspflichtigem
einkommen unmittelbar berechtigter eines
abgeschlossenen vertrages.

Aus dem vorjahresbrutto sind für sie 4% bei-
trag im jahre 2008 fällig.Je weniger der brutto-
verdienst, desto geringer der beitrag.

Dieser betrag verringert die eigenlestung für sie
um die grundzulage von 154 euro jährlich.

Schließt ihre mittelbar berechtigte ehefrau keinen
eigenen vertrag ab und hat auch kein eigenes ein-
kommen, entfällt die grundzulage für sie.

Bei eigenen vertragsabschluss ist die grund-
zulage von 154 euro, auch für die ehefrau auf
selbstständigen vertrag sichergestellt.

Dies meinten sie auch vermutlich.

MfG.

von
RobbyAnt

Ich "beziehe" in dem Sinn ja kein Einkommen, sondern bin eben selbständig - wären das dann 4% des Ergebnisses meiner EÜR? Das kenne ich ja aber erst genau Ende 2008...
Oder werden die Beiträge zur Rentenversicherung angesetzt? Die melde ich ja schätzungsweise vorab an die KSK.

WAS ist, wenn ich diese 4% nicht einzahle?

Bekomme ich dann keine Zulage, oder eben nur weniger?

Ich zahle eigentlich momentan nur ein Minimum von 10 Euro im Monat (aus Grundsatz).

von Experte/in Experten-Antwort

Berechnungsgrundlage Ihrer Riesterbeiträge in Höhe von 4% (abzüglich Zulagen) sind die geschätzten Einnahmen, die Sie der KSK gemeldet haben zur Berechnung des gesetzlichen Beitrags. Sie sind unmittelbar zulagenberechtigt. Eine Korrektur in "unmittelbar" mit Wirkung für die Zukunft ist in jedem Fall möglich (über ihren Anbieter - er hat Sie da offensichtlich falsch beraten).Er müsste Ihnen auch rückwirkend die Anpassung Ihrer Beiträge ermöglichen (für 2007), denn bei Beratungsfehlern haftet das Versicherungsunternehmen.

von
RobbyAnt

Eine Frage wurde noch nicht beantwortet:
WAS ist, wenn ich nur 10 Euro je Monat einzahle (mache ich seit Jahren)?
Die ersten Jahre habe ich Zuschuss erhalten; wenn ich nun einen unmittelbaren Vertrag abschließe, lägen die 4% einiges höher.
Bekomme ich dann keinen Zuschuss? oder anteilig? oder MUSS ich 4% einzahlen?
Kann ich den vertrag dann kündigen?
Fragen über Fragen...

von Experte/in Experten-Antwort

Es besteht keine Verpflichtung, den vollen Mindesteigenbeitrag zu leisten. Wenn Sie nicht den vollen Mindesteigenbeitrag zahlen (4% des Vorjahreseinkommens abzüglich Zulagen in voller Höhe), sondern nur einen Teil, erhalten sie auch nur entsprechend gekürzte Zulagen.

Beispiel: Vorjahreseinkommen = 53000 €
4% = 2120 €
höchstens 2100 €
abzüglich Grundzulage = 154 €
= 1946 € Mindesteigenbeitrag
Tatsächlich geleisteter Eigenbeitrag: 120 €

Dieser Betrag entspricht 6,17 % des Mindesteigenbeitrags (120 : 1946 x 100).
Der Zulagenanspruch würde sich dann von 154 € auf 9,51 € reduzieren.

Sie können einen Riestervertrag vierteljährlich kündigen (Aufgrund der damit verbundenen Kosten aber nicht immer empfehlenswert). Ebenso ist ein Ruhenlassen zulässig.

von
RobbyAnt

Erstmal danke für die Antworten, habe noch eine Frage:

da ich ja offenbar seit Beginn einen falschen vertrag habe (denke seit 2003) und ich an anderer Stelle gelesen habe, dass ein Anspruch auf mittelbare Förderung erlischt, sobald ein unmittelbarer Anspruch besteht.

was ist mit meinen erhaltenen Zulagen?
Wie wird das steuerlich, rechtlich behandelt? oder wird man das einfach stillschweigend so belassen? Schließlich habe ich ja in den Steuererklärungen immer "mittelbar" angekreuzt; obwohl dass ja nun offensichtlich falsch war.
Interessiert den gesetzgeber sicher nciht, ob ich oder das abschließende Unternehmen das verbockt hat.

von Experte/in Experten-Antwort

Die Zulagenstelle wird die für Ihre mittelbare Zulagenberechtigung erhaltenen Zulage zunächst vom Anbieter zurückfordern müssen und eine entsprechende Meldung an das Finanzamt geben. Die Durchsetzung Ihres Zulagenanspruchs aufgrund Ihrer eigentlichen unmittelbaren Berechtigung und die nachträgliche Möglichkeit, entsprechende Mindesteigenbeiträge zu zahlen, läuft über Ihren Anbieter, notfalls gerichtlich (Falschberatung). Im nachhinein müssten Sie auch die Geltendmachung eines zusätzlichen Sonderausgabenabzugs bei der Einkommenssteuer erstreiten. Aber das sind alles Fragen, die nicht in die Zuständigkeit eines Rentenversicherungsträgers fallen.Bitte wenden Sie sich in erster Linie an Ihren Anbieter,ggf. auch an Ihr zuständiges Finanzamt.