Urlaubsanspruch/Erwerbsminderung

von
peter Wolf

Guten Morgen,

bei mir sammelt sich während meiner befristeten vollen Erwerbsminderung der jährliche Urlaubsanspruch an. Zur Zeit ist von ärztlicher Seite noch nicht klar, ob ich wieder arbeiten gehen kann.
Meine Frage wäre, falls ich endgültig berentet werden sollte und mir dann der Arbeitgeber nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses den Urlaubsanspruch ausbezahlt, hat diese Auszahlung rückwirkend Einfluss auf meine auf die ausgezahlte Erwerbsminderungsrente oder auch auf die dann folgende Altersrente?
Meine zweite Frage wäre, wenn ich wieder arbeiten gehen kann, kann ich ja meinen angesammelten Urlaub nehmen. Was passiert, wenn ich mir diesen dann in Absprache mit dem Arbeitgeber auszahlen lasse, gibt es dann rückwirkend Einfluss auf die gezahlte Erwerbsminderungsrente, da der Urlaubsanspruch während der Rentenzahlung erworben wurde?
Grüße Peter W.

von
peter Wolf

Ich muss noch ergänzen, dass bei mir 2 Operationen anstehen, auf deren Erfolg ich hoffe, der aber nicht garantiert ist. Da ich aber erst 51 bin, will ich gerne wieder arbeiten gehen. Eine Auszahlung des Urlaubsanspruches würde mir ermöglichen, dass ich mir ein behindertengerechtes Auto leisten könnte.
Gruß Peter W.

Experten-Antwort

Einmalig gezahltes Arbeitsentgelt ist als Hinzuverdienst auf eine Rente wegen Erwerbsminderung anzurechnen, wenn das Beschäftigungsverhältnis nach Rentenbeginn noch bestanden hat und das Entgelt nach Rentenbeginn gezahlt wurde. Bei Auszahlung der Einmalzahlung erfolgt daher eine Anrechnung als Hinzuverdienst auf Ihre Rente im Auszahlungsmonat der Einmalzahlung.
Die Einmalzahlung kann auf einen späteren Altersrentenanspruch Auswirkungen haben, wenn die Einmalzahlung der Beitragspflicht in der Rentenversicherung unterliegt. Einmalzahlungen unterliegen der Rentenversicherungspflicht, wenn im Auszahlungsjahr der Einmalzahlung Beiträge aus einem Beschäftigungsverhältnis vorliegen. Liegt im laufenden Kalenderjahr kein beitragspflichtiges Beschäftigungsverhältnis vor, entsteht Versicherungs- pflicht auch dann, wenn die Einmalzahlung bis 31.03. eines Jahres ausgezahlt wurde und im Vorjahr ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis bestanden hat. Bei diesen Fallkonstellationen wirkt sich die Einmalzahlung rentensteigernd auf einen späteren Altersrentenanspruch aus.
Die Einmalzahlung ist beitragsfrei, wenn weder im laufenden Jahr, noch im Vorjahr ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis bestanden hat. Die Einmalzahlung wirkt sich hier nicht auf einen späteren Altersrentenanspruch aus.
Die Zuordnung der Einmalzahlung als Hinzuverdienst richtet sich nach dem Auszahlungsmonat. Eine nach Rentenende gezahlte Einmalzahlung wird nicht als Hinzuverdienst auf die Erwerbsminderungsrente angerechnet.

von
peter Wolf

Vielen Dank!

von
Ani

Hallo,

bei Einmalzahlungen (z. B. Urlaubsabgeltung) kommt es bei der Berücksichtigung als Hinzuverdienst nicht darauf an, ob das einmalig gezahlte Arbeitsentgelt der Beitragspflicht unterliegt. Sie sind Arbeitsentgelt und auch wenn keine Sozialversicherungspflichtbeiträge zu zahlen sind, stellen sie Arbeitsentgelt und damit Hinzuverdienst dar.

Das können Sie zum Beispiel in der entsprechenden Arbeitsanweisung der Rentenversicherungsträger zur Hinzuverdienstregelung bei den Altersrenten (§ 34 SGB VI) nachlesen (Ziffer 3.3.3.2).

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_34R3.3.3.2

Viele Grüße!