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Vater - Elternzeit

von
A.K.

Guten Tag,
es liegt folgender Sachverhalt vor:

Ehepaar, beide berufstätig wurden am 31.05.14 zum ersten Mal Eltern eines Jungen.

Die Mutter arbeitet nach der 8-wöchigen Mutterschutzzeit regulär in einem nicht selbstständigen Arbeitsverhältnis (wie vor der Geburt) weiter. Der Vater nimmt 12 Monate Elternzeit und geht anschließend ebenfalls wieder regulärer nicht selbstständiger Arbeit nach.

Unmittelbar nach der Geburt informierte der Deutsche Rentenbund in einem Schreiben darüber, dass die Mutter des Kindes 3 Jahre Erziehungszeit, sowie die 10 Jahre Berücksichtigungszeit gut geschrieben bekommt, sofern keine andere Erklärung seitens der Eltern abgegeben wird.

Nun möchte der Vater das erste Lebensjahr des Kindes für sich als Kindererziehungsjahr gegenüber dem Deutschen Rentenbund geltend machen, um die Lücke, welche während der Elterneit entstehen wird, zu schließen.

Im Anschluss an die 12-monatige Elternzeit soll die Erziehungszeit für das 2. und 3. Lebensjahr, sowie für die verbleibende 9 jährige Berücksichtigungszeit wieder auf die Mutter übergehen.

Nun zu den Fragen:

Zu welchen Zeitpunkten und wie werden diese Ändnerungen an den deutschen Rentenbund kommuniziert?

Sofort, mit Formular V820?
Später, nach 10 Jahren alles rückwirkend mit V800?

In dem eingangs genannten Informationsschreiben wurde folgendes mitgeteilt: ".... Bei gemeinsamer Erziehung eines Kindes können die Erziehungszeiten einem Elternteil durch eine übereinstimmende Erklärung von Mutter und Vater bzw. der Lebenspartner zugeordnet werden. Diese Erklärung kann jedoch nur für zukünftige Erziehungszeiten und höchsten bis zu zwei Kalendermonate rückwirkend abgegeben werden (siehe Ziffer 2.2 der Hinweise)..."

Daraus folgere ich, dass ich als Vater sofort V820 an Sie übermitteln muss?!

Vielen Dank schon mal im Voraus für Ihre Antwort,

Mit freundlichen Grüßen

A.K.

von
Bartl

Hallo,

Sie sehen das richtig. Sofort das Formblatt V820 ausfüllen und angeben, dass das erste Jahr der Kindererziehung dem Vater und die restlichen Zeiten der Mutter zugeordnet werden sollen. Kann unter Punkt 3 mit Angabe von Zeiträumen ausgefüllt werden.

Eine rückwirkende Anerkennung nach 10 Jahren wäre vermutlich auch noch möglich, da durch die Elternzeit und die Beschäftigung der Mutter nachgewiesen wäre, dass der Vater das Kind während diesem Zeitraum überwiegend erzogen hat. Aber mit der Erklärung der Zuordnung (V820) sind Sie auf der sicheren Seite.

von
W*lfgang

Hallo A.K.

da der Vater _nachweisen_ kann (Elternzeit/null Einkommen im Rentenkonto), dass er das Kind im ersten Jahr erzogen hat, bekommt er auch ohne Probleme die Pflichtbeitragszeit für Kindererziehung - ohne Frist, ohne V800,820 - später mal angerechnet.

Die besondere/gemeinsame Erklärung/V820 mach nur dann Sinn, wenn die Erziehung (KEZ) gleichmäßig verteilt ist, und _trotzdem_ dem Vater die KEZ zugeordnet werden soll.

Also nichts machen!

Gruß
w.

Experten-Antwort

Nach Möglichkeit wollen wir das über V820 zu jedem Wechselzeitpunkt regeln.
Sollte das in Unkenntnis oder wie auch immer unterblieben sein, würden wir das später auch über den V800 in Verbindung mit V805 klären. Es wird dann entschieden wie der Sachverhalt plausibel erscheint. Hat der Vater im fraglichen Zeitraum keine Beschäftigung, die die Kindererziehung unwahrscheinlich erscheinen lässt, wird das auch nachträglich anerkannt.

von
zelda

Zitiert von: W*lfgang

Hallo A.K.

da der Vater _nachweisen_ kann (Elternzeit/null Einkommen im Rentenkonto), dass er das Kind im ersten Jahr erzogen hat, bekommt er auch ohne Probleme die Pflichtbeitragszeit für Kindererziehung - ohne Frist, ohne V800,820 - später mal angerechnet.

Die besondere/gemeinsame Erklärung/V820 mach nur dann Sinn, wenn die Erziehung (KEZ) gleichmäßig verteilt ist, und _trotzdem_ dem Vater die KEZ zugeordnet werden soll.

Also nichts machen!

Gruß
w.

Hallo Wolfgang, hallo A.K.,

in den Fällen , in denen dem Vater - wie hier - die Kindererziehungszeiten bereits ab der Geburt zugeordnet werden sollen, empfehle ich eindeutig zur Einsendung des Vordruckes V 820 (übereinstimmende Erklärung).

Ansonsten kann es Probleme hinsichtlich der Zuordnung zum Vater während der Mutterschutzfrist der Mutter geben, da hier keine überwiegende Erziehung durch den Vater vorliegt (beide Elternteile zu Hause).

Zitat aus den RAA:

" ... Während der gesetzlichen Mutterschutzfristen nach der Geburt des Kindes ist regelmäßig davon auszugehen, dass eine überwiegende Erziehung durch den Vater/die andere Lebenspartnerin nicht vorlag. ...."

Quelle: http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_56R3.3

MfG

zelda

von
W*lfgang

Danke Zelda,

wobei ich eben daran denke, sie lag 'siechend' im Mutterbett und er hielt Haushalt und Kind am Leben ;-)

Sie haben Recht, will Vater absolut sicher gehen/Probleme vermeiden (für 'seine' KEZ') füllen die halt den Vordruck aus – rein rechtlich sehe ich da nicht die absolute Notwendigkeit, ist halt nur 'ne RAA ...oder gibt’s dazu schon (gesicherte) Rechtsprechung, statt 'Meinung' der DRV?

Gruß
w.

von
zelda

Zitiert von: W*lfgang

Danke Zelda,

wobei ich eben daran denke, sie lag 'siechend' im Mutterbett und er hielt Haushalt und Kind am Leben ;-)

Sie haben Recht, will Vater absolut sicher gehen/Probleme vermeiden (für 'seine' KEZ') füllen die halt den Vordruck aus – rein rechtlich sehe ich da nicht die absolute Notwendigkeit, ist halt nur 'ne RAA ...oder gibt’s dazu schon (gesicherte) Rechtsprechung, statt 'Meinung' der DRV?

Gruß
w.

Hallo W*lfgang,

die "Nur - RAA" gibt in diesem Fall die Regelungen des § 56 Absatz 2 Satz 9 und 8 SGB VI wieder.

Liegt keine übereinstimmende Erklärung vor, muss der Vater nachweisen, dass er das Kind auch während der Mutterschutzfrist nach der Geburt überwiegend erzogen hat. Und dies wird schwierig , wenn beide Elternteile zuhause waren und keine Gründe vorliegen, dass die Mutter an der Erziehung gehindert war.

Ansonsten erfolgt nach § 56 Abs. 2 Satz 8 SGB VI die Zuordnung zur Mutter.

Urteile zum Nachweis der überwiegenden Erziehung in anderer Weise als über die Verteilung der Erwerbstätigkeit sind mir nicht bekannt.

Allerdings bin ich auf den ersten Vater gespannt, der sich bis zum BVerfG zur Regelung des § 56 Abs. 2 Satz 8 SGB VI durchklagt ( bei gleichwertiger Erziehung immer Zuordnung zur Mutter ).

Einige sonstigen Urteile sind in der RAA genannt....

MfG

zelda

von
W*lfgang

Hallo Zelda,

nochmals Danke für die ergänzenden Hinweise ('türlich habe ich die RAA komplett gelesen - und nach 'Sollbruchstellen' abgeklopft ;-))

'nacht sage ich mal, das 'Müttertelefon' wird morgen wieder ausdauernd bimmeln ...und jeder wäre froh, da eine Bandansage (kommt später, hey Mutter - lies mal Blatt 2 ...und verstehe das auch!) laufen lassen zu können. Und der gleiche Mist geht Aug. - Okt. wieder los, wenn die Nachbarin den Bescheid/Mütterrente kommt schon, als Erste erhalten hat.

An Red./DRV, macht so viel 'Werbung' wie möglich, das die Zahlungen/Bescheide zeitversetzt kommen – und keine 'Mutter' vergessen wird.

Gruß
w.

von
A.K.

Zitiert von: W*lfgang

Nach Möglichkeit wollen wir das über V820 zu jedem Wechselzeitpunkt regeln.
Sollte das in Unkenntnis oder wie auch immer unterblieben sein, würden wir das später auch über den V800 in Verbindung mit V805 klären. Es wird dann entschieden wie der Sachverhalt plausibel erscheint. Hat der Vater im fraglichen Zeitraum keine Beschäftigung, die die Kindererziehung unwahrscheinlich erscheinen lässt, wird das auch nachträglich anerkannt.

Guten Tag,

zunächst vielen Dank für die vielen Antworten!

Ich habe nun fristgerecht das V820 eingereicht. Hierbei habe ich 2 Zeiten definiert:
31.05.2014 (= Geburt) bis 30.05.2015
-> Erziehungszeit: VATER

ab 31.05.2015
-> Erziehungszeit: MUTTER

Wir haben heute Post von der Deutschen Rentenversicherung erhalten.
Leider wird ohne Angabe von Gründen gebeten innerhalb von 2 Wochen V800, sowie V101 einzureichen. Des weitern war auf der letzten Seite ein Versicherungsverlauf meiner Frau abgedruckt.

Ich finde das alles sehr verwirrend! Nun soll ich wieder rund 13 Formular-Seiten ausfüllen?!?

Das kann ja wohl nicht sein. Ist das so schwer zu verstehen:

Mann und Frau arbeiten (bis auf Mutterschutz) bis zur Geburt des 1. Kindes am 31.01.2014.
Mutter geht nach 8 Wochen wieder arbeiten. Mann bleibt 12 Monate daheim (Elternzeit). Nach 12 Monaten arbeiten Mann und Frau zeitgleich und kümmern sich ab Nachmittag gemeinsam um das Kind.
Mann möchte die ersten 12 Monate als Erziehungszeit anerkannt bekommen. Das 2. und 3. Lebensjahr, sowie die restlichen 9 Jahre Berücksichtigungszeiten sollen der Mutter zurgerechnet werden.

Wieso muss das so kompliziert sein? Wieso reicht das V820 nicht?! Ich habe nun bereits Stunden mit diesem Thema verbracht. Habe mir die Zeit mit V820 totgeschlagen um nun nochmals 2 Formulare, 13-seitig auszufüllen und nur Bahnhof zu verstehen? Wir haben zum ersten mal im unserem 25 jährigem Leben Korrespondenz mit der Deutschen Rentenversicherung und jetzt so ein Theater!

Das ist echt ein Witz! Ich möchte nicht wissen, wie viele Rentner es in Deutschland gibt, die Aufgrund des Formular-Behörden-Wahnsinns Abstriche bei ihrer Rentenhöhe in Kauf nehmen müssen!

Mit freundlichen Grüßen
Die Finanzierer des neuen Rentenpaketes der GroKo!

A.K.

von
A.H.

Zitiert von: A.K.

Zitiert von: A.K.

Nach Möglichkeit wollen wir das über V820 zu jedem Wechselzeitpunkt regeln.
Sollte das in Unkenntnis oder wie auch immer unterblieben sein, würden wir das später auch über den V800 in Verbindung mit V805 klären. Es wird dann entschieden wie der Sachverhalt plausibel erscheint. Hat der Vater im fraglichen Zeitraum keine Beschäftigung, die die Kindererziehung unwahrscheinlich erscheinen lässt, wird das auch nachträglich anerkannt.

Guten Tag,

zunächst vielen Dank für die vielen Antworten!

Ich habe nun fristgerecht das V820 eingereicht. Hierbei habe ich 2 Zeiten definiert:
31.05.2014 (= Geburt) bis 30.05.2015
-> Erziehungszeit: VATER

ab 31.05.2015
-> Erziehungszeit: MUTTER

Wir haben heute Post von der Deutschen Rentenversicherung erhalten.
Leider wird ohne Angabe von Gründen gebeten innerhalb von 2 Wochen V800, sowie V101 einzureichen. Des weitern war auf der letzten Seite ein Versicherungsverlauf meiner Frau abgedruckt.

Ich finde das alles sehr verwirrend! Nun soll ich wieder rund 13 Formular-Seiten ausfüllen?!?

Das kann ja wohl nicht sein. Ist das so schwer zu verstehen:

Mann und Frau arbeiten (bis auf Mutterschutz) bis zur Geburt des 1. Kindes am 31.01.2014.
Mutter geht nach 8 Wochen wieder arbeiten. Mann bleibt 12 Monate daheim (Elternzeit). Nach 12 Monaten arbeiten Mann und Frau zeitgleich und kümmern sich ab Nachmittag gemeinsam um das Kind.
Mann möchte die ersten 12 Monate als Erziehungszeit anerkannt bekommen. Das 2. und 3. Lebensjahr, sowie die restlichen 9 Jahre Berücksichtigungszeiten sollen der Mutter zurgerechnet werden.

Wieso muss das so kompliziert sein? Wieso reicht das V820 nicht?! Ich habe nun bereits Stunden mit diesem Thema verbracht. Habe mir die Zeit mit V820 totgeschlagen um nun nochmals 2 Formulare, 13-seitig auszufüllen und nur Bahnhof zu verstehen? Wir haben zum ersten mal im unserem 25 jährigem Leben Korrespondenz mit der Deutschen Rentenversicherung und jetzt so ein Theater!

Das ist echt ein Witz! Ich möchte nicht wissen, wie viele Rentner es in Deutschland gibt, die Aufgrund des Formular-Behörden-Wahnsinns Abstriche bei ihrer Rentenhöhe in Kauf nehmen müssen!

Mit freundlichen Grüßen
Die Finanzierer des neuen Rentenpaketes der GroKo!

A.K.