Vergleich Rentenbescheide nicht nachvollziehbar

von
Chris

Liebe Forumsmitglieder und Experten,
ich bin etwas fassungslos, vor einigen Tagen haben meine Freundin und ich die Rentenbescheide verglichen.Wir sind beide 55
Meine Freundin hatte wie folgt gearbeitet
1968 - 1981 ( geb.1.Kind) Vollzeit
1/2 J Pause
1982- 1985 - 1/2 tags geb. 2. Kind
ab 1994 wieder bis dato 1/2 tags.

Ich habe von 1970 - einschl1984 ( Geb.2.Kind, -1. Kind 1973- )voll gearbeitet
1 J Arbeitslostengeld erhalten ( Kündigung war kurz vor Schwangerschaft)
85 + 86 anerkannt als Erziehungszeit
ab 1987- Ende 1991 Vollzeit
1 Jahr arbeitslosengeld erhalten
1993 -1994 - 1,5 J arbeitssuchend gemeldet.
Ab 1995 - 1999 TZ 6 Std
ab Mitte 99 bis dato Vollzeit

Unabhängig von diesen Arbeitsstellen habe ich mehr Jahre gearbeitet und generell wesentlich mehr Geld verdient aufgrund der Jobs,meist bis nachts spät gearbeitet (schnitt 11-12 Std )
KANN es sein, dass mit den aktuellen Bescheiden meine Rentenerwartung "nur" 1.400 Euro bei gleichlautender Weiterzahlung bis 65 ! liegt während die Berechnung meiner Freundin bei 1.000 Euro liegt.???????
Ich verstehe hier die Welt nicht, warum habe ich mich jahrzehntelang körperlich und psychis neben Familie und Beruf kaputt gemacht ? Mehr Jahre gearbeitet und höhere Beiträge gezahlt ?
Die gemeldeten Beitragszeiten habe ich vor ein paar Jahren geprüft, die Meldungen waren alle da.
Wissen Sie zufällig an wen ich mich hier bezüglich einer neutralen Überprüfung wenden kann ?
Für Ihre Hilfe wäre ich wirklich sehr dankbar.
Chris

von
no name

Ich kann Ihnen vor allem eine Beratung bei der Deutschen Rentenversicherung empfehlen...

Aber, was ich Ihnen auch gerne sagen möchte: mit 1.400 € sind Sie sehr gut dabei. Wer heute in Rente geht, bekommt selten so viel!
Und bedenken Sie, dass von Ihrer Rente dann nur KV/PV abgezogen wird (Besteuerung lasse ich mal außen vor, aber die ist nicht die Welt).

von
Rosanna

Hallo Chris,

ich kann Ihre Fassungslosigkeit nicht verstehen.

"KANN es sein, dass mit den aktuellen Bescheiden meine Rentenerwartung "nur" 1.400 Euro bei gleichlautender Weiterzahlung bis 65 ! liegt während die Berechnung meiner Freundin bei 1.000 Euro liegt.???????"

1. muss ich @no name zustimmen; mit 1400,- € sind Sie ganz gut dabei, und
2. haben Sie doch eine 400,- € HÖHERE Rente als Ihre Freundin zu erwarten! Das kommt doch nur durch die höhere Beitragszahlung. Oder haben Sie sich verschrieben?
3. können Sie natürlich Ihre Rentenberechnung beim zust. RV-Träger überprüfen lassen. Nur - Sie schreiben ja selbst, dass alle rentenrechtlichen Zeiten im Versicherungskonto enthalten sind. Da wird bei einer Überprüfung auch nichts anderes herauskommen. Eine Überprüfung ist nur dann sinnvoll, wenn Zeiten fehlen sollten, was ja wohl offensichtlich nicht der Fall ist.

MfG Rosanna.

von
Chris

Danke erst mal für die beiden Antworten, es stimmt, dass 1.400 E nicht wenig ist, ich habe aber trotz meiner Kinder im Schnitt 11-12 Std.tgl gearbeitet und entsprechend verdient, deswegen habe ich "" gesetzt,

aber es geht um das Verhältnis, dass
Freundin - 14 JVz + 14 J 4 Std = 1.000
ich - 28,5 JVZ + 5J 2/3TZ zwischend = 1.400
Das ist keine Relation, das sagt auch sie selbst.
lieben Gruß
Chris

von
Franki

Die Stundenzahl spielt keine Rolle.

von
Happy

Hallo erstmal...

also um dem Ganzen mal ein wenig Klarheit zu verschaffen...
Ich mag diese Stammtischgespräche "wir haben fats immer die selbe Arbeit gemacht, warum bekomme ich weniger oder mehr Rente" oder aber auch"so wie Sie es schreiben. Sie haben viel mehr gearbeitet und bekommen nur 400.- € mehr Rente...

Wissen Sie eigentlich wie eine Rente berechnet wird?
Es kommt überhaupt nicht darauf an, wieviele Stunden oder Monate oder Jahre Sie mehr geabreitet haben, sondern lediglich auf den Jahresarbeitsverdienst.

Ihre Differenz von 400.- € ist eine enorme Summe. Dafür müssen Sie als Durchschnitteverdiener gute 15 Jahre abeiten gehen.

Ich versuche Ihnen das mal an einem Bsp. zu erklären:
Also der aktuelle Rentenwert (ARW) derzeit (west) 26,27 €
vorläufigerDurchschnittsverdienst 2008 30.084.-€
Jetzt nehmen wir mal an Sie verdienen 30.084,- € im Jahr,
dann ist dieser Verdienst genau 26,27 € monatliche Rente wert.
Verdienst:Durchschnittsentgelt (aller Versicherten)=Entgeltpunkt (EP)
Dieser multipilziert mit dem ARW ergibt die monatliche Rentenanwartschaft...

30084 : 30084 = 1(EP) X 26,27 = 26,27

jetzt rechnen Sie mal durch bis Sie bei 400.- € Rente landen und dann fragen Sie nochmal, ob das gerecht ist. Sie haben also im Schnitt 15 Jahre länger gearbeitet als Ihre Freundin!!!

LG
Happy

von
Rosanna

Hallo Happy,

genau so ist es! Und 400,- € entsprechen fast 800,- DM. Also, wenn DAS nix ist?!

Tatsächlich ist es häufig so, dass die Leute "so lange und schwer und überhaupt" gearbeitet haben. Es hat sich wohl noch immer nicht herumgesprochen, dass es auf den Verdienst bzw. die hieraus gezahlten Beiträge ankommt und nicht auf die wö./mtl. Stundenzahl, auf schwere oder leichte Arbeit etc...

MfG Rosanna.

von
Andi

Da kann ich nur den Kopf schütteln was manche Menschen für ein Anspruchsdenken haben.
Ich habe von 1963-2006 immer voll gearbeitet,nicht mal ganz schlecht verdient, hatte dazwischen 1 1/2 Jahre Alo und bekomme nun 960 € Brutto Rente,und da beklagen Sie sich über ihre 1400 €??????
Kommen Sie mal wieder in die Realität zurück!!

von
Happy

sorry wegen der Rechtschreibfehler, ich tippe immer schneller als ich kann;-))

von
Happy

ja, ich kann Sie verstehen! Aber ärgern Sie sich nicht darüber, es sind ja immerhin fiktive Werte. Chris hat ja von einer Rente mit 65 geschrieben, da läuft noch viel Wasser den Bach hinunter... Und evtl. Abschläge sowie KV und PV Beiträge sind da ja auch noch wegzurechnen. Ergo mit 1.400 € zu rechnen ist net ganz richtig. Lieber Andi, für 43 Beitragsjahre haben Sie eine (gelinde gesagt) niedrige Rente. Das mag am Abschlag liegen an den Jahresarbeitsverdiensten während dieser Jahre. Leider würdigt die Rentenversicherung nicht (mehr) die lange Versicherungszeit, sondern nur was man verdient hat. Für die jüngeren Jahrgänge (die, die mit 67 gehen dürfen) gibt es ja wieder diese 45'er Regelung, aber ob das ein Trost ist?

Also alles Liebe wünscht Happy

von Experte/in Experten-Antwort

Sicher kann man Ihnen hier in einer Auskunfts- und Beratungsstelle weiterhelfen. Die Ihrem Wohnort am nächsten gelegene Auskunfts- und Beratungsstelle können Sie unter dem Link "Service/Beratungsstellen" ermitteln.

Wohl aber wird man dort auch nur den Versicherungsverlauf überprüfen können. Und der stellt auf die tatsächlich zurückgelegten rentenrechtlichen Zeiten ab, soweit sie bekannt sind. Dazu sollten nicht nur die Meldungen eingetragen sein, sondern auch Anrechnungs- und Kindererziehungszeiten.
Ist der Versicherungsverlauf vollständig, kann die Hochrechnung der Rente nach den von Ihnen dargestellten Kriterien auch in etwa zutreffen.

Und doch erscheint mir der Abstand von 400,-- Euro durchaus zutreffend zu sein, wenn man berücksichtigt, dass ein Durchschnittsverdiener (Jahresbruttoentgelt aktuell circa 30.000,-- Euro) in einem Jahr circa 26,27 Euro mehr monatliche Rente erworben hat. Um 400,-- Euro monatliche Rente zu erwerben, wären dann schon über 15 Jahre Beitragsleistung (oder ein deutlich höheres Gehalt) erforderlich.

Berücksichtigt wird also schon die Lebensleistung des einzelnen... in Bruttoverdiensten und Beitragshöhen. Welches Geld Sie also im Erwerbsleben Netto in Händen hatten, spielt nachher keine Rolle mehr.

Dennoch wären für die Diskussion noch folgende Fragen interessant:
Welche Entgelte hatten Sie eigentlich miteinander verglichen? Brutto oder Netto? Welche Steuerklasse lag oder liegt denn vor? Ist eine von Ihnen beiden geschieden und wurde ein Versorgungsausgleich durchgeführt? Wie sehen die bis heute erworbenen Rentenanwartschaften aus?

von
Chris

Vielen Dank auch Ihnen für die Antwort,
zu Ihren Fragen, ich war bis 1980 geschieden, alleinerziehend, keinen Ausgleich, LST II,dann wieder verheiratet, LST IV, 2.kind
Freundin verheiratet, 2 Kinder ab 1/2tags LST V
Wir haben die Bruttobezüge verglichen, aufgrund meiner Vollberufstätigkeit und Position (ass.GL ) hatte/habe ich 2-3 fach höheres Brutto. ( letzten 11 Jahre 3 x )entsprechend hohe Einzahlungen
Vielen Dank

von
Chris

Danke für die Erläuterungen, besonders Happy, denn gerade dies haten wir ja nicht verstanden. DANKE dies war sehr hilfreich

@ Rosanna, Andi ich rechnete hier nicht Stunden vor, sondern zeigte damit auf, dass ich mit +aufgrund der Stunden ein sehr gutes Gehalt immer hatte, und dadurch entsprechend auch hohe Beiträge eingezahlt habe.

von
Happy

ich weiß zwar nicht, was ass.GL ist, aber welchen Teil von meiner Antwort haben Sie nicht verstanden?

Wenn Sie das 2-3 fach höhere Brutto hatten, dann ist es doch logisch, dass Sie mehr Rente erhalten!

Nochmal, es interessiert überhaupt nicht, in welche Steuerklasse Sie waren und schon dreimal nicht, wieviele Stunden Sie gearbeitet haben. Es liegt einzig und allein am Bruttoarbeitsverdienst (SV-Brutto) nicht das Steuerbrutto!!!
Denn aus diesem Brutto haben Sie Beiträge zur RV gezahlt und aus diesen Beiträgen erhalten Sie eine entsprechende Rente.

Sie werden, wenn Sie 40 Jahre mit dem Durchschnittsverdienst gearbeitet haben, die selbe Rente erhalten, wie jemand der 20 Jahre mit dem Höchstverdienst (BBG) versichert war. Alles klar?

p.s. bin fassungslos...

von
Happy

Hallo nochmal Chris,
sorry wenn meine Antwort etwas barsch klingt!

Ich war mir nicht sicher, ob es richtig bei Ihnen ankommt.
Habe aber eben Ihren Eintrag (nach meinem) gelesen und festgestellt, dass Sie es doch verstanden haben. Also nochmals, entschuldigung!

Ich hoffe, jetzt sind alle Unklarheiten beseitigt!

Happy

von
Chris

na klar, das dachte ich mir fast, :-)
RE Antwort auf Experte war auf seine an mich noch gerichteten Fragen gewesen.

von
LS

Unter dem Begriff
"Rente - Überprüfung"
bei Google finden Sie Personen, die Ihre Rente entgeltpunkt- und pfenniggenau überprüfen können

Auch wenn alle Verdienste stimmen ist eine Rente noch lange nicht richtig

von
Happy

na dann ist ja jetzt alles klar und niemand ist mehr böse;-)

schönen Tag noch wünscht Happy

von
Happy

ach ja? und was könnte dann nicht stimmen? Auf Ihre Antwort bin ich schon sehr gespannt...

von
LS

Als Fehler die in Bescheiden trotz Verdienstübereinstimmng vorkommen fall zum Beispiel an:
- Schlüsselfehler
(Verdienst wurde im Osten erzielt aber dem Westen zugeordnet)
- KEZ BÜZ dem falschen Jahr zugeordnet
- Sachverhalt wird einer falschen Gruppe zugeordnet
(vorhandene Ausfallzeiten, die mit 100% Leistungswert zu berücksichtigen sind werden nur als Krankheit berücksichtigt, wofür es nur 80% vom Leistungswert gibt.
- Tabellenwerte fehlerhaft zugeordnet,
- fehlerhafte Ermittlung von beruflichen und schulischen Ausbildungszeiten.

Wenn aber, wie von mir bisher in vier Fällen festgestellt, sogar Programmfehler im Berechnungsprogramm der BfA/DRV enthalten sind, sind sind die Auswirkungen daraus mindestens in ca 10 - 15.000 Bescheiden je Fehler enthalten, bevor er erkannt wurde.