Vergleichsbewertung TEM und gezahlte Beiträge

von
Zuze33

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe aus meiner Sicht zwei divergierende Aussagen von DRV erhalten (oder verstehe es einfach nicht):
Zum einen käme es zu einer Vergleichsbewertung (d.h. es wird nur der höhere Wert herangezogen) zwischen den Entgeltpunkten, die für TEM-Zeiten bereits ermittelt wurden, und den tatsächlich gezahlten Beiträgen für die teilweise parallele Erwerbstätigkeit.
Zum anderen würden die gezahlten Beiträge bei jeder Berechnung einer zukünftigen Leistung bspw. Altersrente oder VEM berücksichtigt werden.
Das verstehe ich nicht.
Beispiel: Die Entgeltpunkte für TEM betragen 0,6 und die Entgeltpunkte für gezahlte Beiträge 0,5, dann würden doch nur die 0,6 zum Tragen kommen und die Beiträge wären umsonst bezahlt.
Bitte Klarstellung, ich bin verwirrt! Vielen Dank!

Experten-Antwort

Hallo User Zuze33,

die Vergleichsbewertung ist ein Teil der gesamten Rentenberechnung. Die Vergleichsbewertung ist notwendig, um beitragsfreie Zeiten (z.B. Fachschulzeiten und Schwangerschaft) bewerten zu können. Die genaue Definition der Vergleichsbewertung in § 73 SGB VI geregelt. Die dazugehörende Grundbewertung und Gesamtleistungsbewertung sind in den §§ 71 und 72 SGB VI geregelt.
Ihre Frage ist so zu verstehen: Bei einer späteren Rente (volle Erwerbsminderung oder Altersrente) wird eine erneute Vergleichsbewertung durchgeführt. Falls noch beitragsfreie Zeiten (Rentenbezugszeit) hinzukommen, diese durch die Vergleichsbewertung bewertet werden. In diesem Zusammenhang kommt es dann auch auf die Höhe der Entgeltpunkte aus Beschäftigungen während des Rentenbezuges an.
Die Beiträge, die während des Rentenbezuges entrichtet werden, werden immer bei der nächsten Rente (volle Erwerbsminderung oder Altersrente) berücksichtigt. Sind werden nie umsonst entrichtet.
Da die Rentenberechnung eine komplizierte Sache ist, hoffen wir Ihnen ein wenig geholfen zu haben.
Wir empfehlen Ihnen, sich an eine Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung in Ihrer Nähe zu wenden und die Fragestellung nochmals ausführlich erläutern zu lassen, wenn Ihnen die Ausführungen nicht ausreichend waren.

von
Zuze33

Sehr geehrte Damen und Herren,

durch die Vor-Ort-Beratung habe ich ja die Info bekommen, dass meine Regel-Beiträge geringere Entgeltpunkte bewirken als die Entgeltpunkte aus der Vergleich-Bewertung für die TEM (teilweise Erwerbsminderung) und ich diese quasi umsonst bezahle, mir aber nichts anderes übrig bleibt, weil es ja Pflicht-Beiträge sind.
Ich könnte höchstens umstellen auf einkommensgerechte Beiträge und dort den Mindestbeitrag bezahlen. Allerdings möchte ich ja meine Altersrente erhöhen und weiß jetzt einfach nicht, was richtig ist. Logischerweise möchte ich nicht Beiträge zahlen, die sich nachher nicht auswirken.
Können Sie mir aus dieser Misere helfen und mich so aufklären, dass ich mich richtig entscheiden kann. Vielen Dank im Voraus!

Experten-Antwort

Hallo Zuze33,

die Rentenberechnung ist von vielen individuellen Faktoren abhängig. Um ganz konkrete Aussagen treffen zu können, ist immer auch ein Blick in das Versicherungskonto des Betroffenen notwendig. Wir empfehlen Ihnen daher, bei Ihrem Rentenversicherungsträger Probeberechnungen unter Berücksichtigung der möglichen Beitragszahlung (Regelbeitrag, einkommensgerechter Beitrag) anzufordern. Auf Grundlage dieser Ergebnisse können Sie dann die für Sie richtige Entscheidung treffen (ggf. nach einem weiteren Beratungsgespräch bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle).

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung